Chaltenboden versus Island in the Sky
April 2011
Da waren wir also wieder, nach einem ganzen Jahr im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Zurück in der beschaulichen Schweiz. In einem Land in dem die Flurnamen "Wächlen" oder "Chaltenboden" heissen und nicht mehr "Island in the Sky" oder "Ocean Front".
Uns kam es vor, als hätten wir vor ein paar Wochen das Land verlassen. Aber so beschaulich ist dieses Land nicht. Da wird gehetzt, gehupt, gedrängelt. Die Fussgänger springen auf die Fussgängerstreifen, wie wenn sie das Vortrittsrecht vor 2 Tonnen Blech schützen würde. So manchen Stinkefinger habe ich gesehen, aber auch ausgeteilt. Auf den schmalen Strassen mit den viel zu grossen Lastwagen spürt man nichts von "beschaulich".
Der Platz hier ist nun mal beschränkt. Jetzt kann ich den Amerikaner verstehen, der um den Zürichsee chauffiert wurde und meinte, er hätte noch nie eine Stadt mit einem so grossen See in der Mitte gesehen. Wir hocken ja regelrecht aufeinander. In den USA spricht auch jeder mit jedem, hier sprechen Fremde nicht miteinander und wenn man dieses Gesetz bricht, gilt das gleich als Anmache.
Nun, ganz so schlimm war das nach Hause kommen nicht. Von unseren Freunden und der Familie wurden wir herzlich begrüsst und verbrachten ein paar herrliche Abende mit ihnen. Und manchmal schlich sich sogar der Wunsch nach Beständigkeit, einem festen Wohnsitz und geregeltem Arbeiten ein. Eine Gemeinschaft ist für den Menschen halt wichtig. Von mir aus kann das aber noch eine ganze Weile warten.
Ich durfte bei meinem Kollegen Martin einige Tage in Wollerau verbringen und Sabina bei Claudia in Hinwil. Etwas Auszeit tat uns gut. Wer seine Ehe auf einer langen Reise kitten will, wäre gut beraten, vorher den Scheidungsanwalt einzuschalten. Zum Glück war das nicht der Grund für unseren Break und so sehen wir der Weiterreise in östliche Gefilde gelassen entgegen. Leider war die Zeit mit Autokauf (Renault Laguna, 2L T, schwarz, Kombi) und anderen bürokratischen Arbeiten ausgefüllt. Viele, die wir gerne gesehen hätten, werden wir erst in ein paar Monaten treffen können.
Und auch hier kommt man mit Fremden ins Gespräch. Als ich in einer Wiese einen Birnenbaum knipste, stand plötzlich einer hinter mir. Jetzt weiss ich, dass dieser Baum 120 Jahre alt ist, zur Familie der "Schäfli" zählt, die heute nicht mehr angepflanzt werden, dass man die Birnen dieses Baumes im "Birreweggä" findet und der Bund die Mischkultur von Bäumen unterstützt.
Sechseläuten 2011 - tödliche Langeweile im Klassenlager 1974
Und endlich, mit bald 49 Jahren, ging ich das erste Mal (mit zwei Kameras und Fotorucksack bestückt) ans Sechseläuten. Ein paar gute Pics gelangen mir, allerdings ist es ungemein schwierig, inmitten von Zuschauern eine aussergewöhnliche Perspektive zu zeigen. Dank guten Beziehungen durfte ich aber immerhin in den Innring.
Das Sechseläuten, von dem ich 1974 in der 6. Primarklasse im Klassenlager in Schuls, Graubünden, einen Vortrag hielt, der die einheimischen Jugendlichen zu Recht langweilte, weil ich alle 26 Zünfte, mit Gründungsjahr und allen anderen Details zeigte. 26 Mal die gleiche Leier! Ich selber war ja fast eingeschlafen.
Immerhin wurden sie von meinem Schulkollegen Roger entschädigt, der einen professionellen Vortrag der Swissair auf die Leinwand bannte. Stewardess war damals noch ein Traumberuf, von Piloten rede ich gar nicht.
Ein Fest, von dem ein guter Freund mal gesagt hat: "Das Sechseläuten ist für mich ein seltsames Ding. Da werfen die armen Leute den reichen Leuten Blumen zu..."
Reisen verändert die Sicht auf das Leben (2025)
Von vielen wurde ich gefragt, wie mich das Reisen verändert hat. Einerseits war der Entschluss, für einige Zeit die Zelte hier abzubrechen, die grösste Veränderung, andererseits erfährt man, dass es auch ausserhalb der Schweiz schöne Gegenden und nette Zeitgenossen gibt, das weiss man aber auch aus Ferien.
Aber vor allem: Es gibt viel, viel, viel mehr Menschen auf der Welt, wie man sich vorstellen kann. Und jeder zieht seine Kreise in einer für ihn überschaubaren Masse. Genau wie wir!
Erst Jahre später habe ich realisiert, dass mich diese Reise massiv verändert hat.
Sechseläuten-Umzug
11. April 2011 nach 15 Uhr
11. April 2011 nach 15 Uhr
Herr Scherz, Präsident des Zentralkomitees der Zürcher Zünfte, ermöglichte mir wegen meinen Fotos 2011 die nächsten Jahre einen Bändel für den Zutritt zum Innring für die Fotografie des Umrittes. Herzlichen Dank.
Schleichwerbung? Der damals verantwortliche Marketing-Manager von Canon Schweiz ist auch Zoifter bei der Zunft Höngg.
Das Fest der Blumen. Die Blumengeschäfte machen vor dem Sechseläuten ihren grössten Umsatz des Jahres. Ich mag's Ihnen gönnen.
Pferde am Umzug sind Tradition aber auch umstritten. Vor allem bei gut meinenden Tierliebhabern. Aber merkt euch: Das Gegenteil von "gut" ist "gut gemeint"!
Geküsst wird gerne und viel am Sechseläuten.
Elegenter Brötli-Werfer.
Die Zuschauerschar am Limmatquai.
Das Sechseläuten ist ein farbiges Fest.
Ist sich noch nicht bewusst, dass in der heutigen überall Kameras sind.
Rosen sind sehr beliebt.
Ich überraschte meinen ältesten Bruder, er wusste nicht, dass ich mit der Kamera am Wegesrand stand. Er ist Zoifter bei der Zunft Höngg.
Im Innring beim Umritt der Zoifter
18 Uhr
18 Uhr
Schon 2011 eine Sucht. 2026 ist es eine Volksdroge geworden.
Auf das Dach wagen sich ungesichert Angestellte der Firmen im Haus.
Am Innring warten die Zuschauer auf die Show.
Der Umritt hat begonnen. Der Rauch erzeugt eine fast mystische Stimmung.
Der Sturz vom Pferd wird von den Kindern im Hintergrund fassungslos beobachtet. Er blieb unverletzt.
Der Bögg im Vorhof der Hölle.
Ein kontroverses Thema: Die Pferde, die meisten sediert, aber trotzdem sind nicht alle ohne Angst. Das Feuer geht wohl noch, aber die Böller müssten nicht sein. Ich hatte fast einen Herzinfarkt, als der erste explodierte.
Während der Jahre habe ich festgestellt, dass einige Pferde grosse Angst hatten, aber bei einigen hatte ich das Gefühl, die wären Feuer und Flamme. Wohl wie bei den Menschen. Es gibt Mutige und weniger Mutige.
Die Reitergruppe der Zunft Höngg. Jedes Jahr war ich wieder begeistert, was für eine Dynamik bei so einem Umritt herrscht. Auch im Jahr 2026 werden die Pferde um den Holzstoss gejagt. Aber die Böller werden weniger.
Der Kopf des Böggs, bzw. der Hals explodierte nach 10 Minuten und 59 Sekunden.
Auch Amazonen reiten seit einigen Jahren mit um den Holzstoss.
Plötzlich entdeckte ich Dr. W. Kolb, den ehemaligen Chef meines Vaters. Ich glaube, er ritt besser, als er gehen konnte. For ever young. Mein Vater war 2009 verstorben. Er kommentierte jahrelang das Fest für das Schweizer Fernsehen. Meine Liebe zu meinem Vater hielt sich in Grenzen, aber bei der Moderation konnte ihm auch bis ins 2026 niemand das Wasser reichen. Werni Kolb war auf diesem Foto 86 Jahre alt. 2016 ist auch er verstorben.
Viele sind froh, wenn der Umritt vorbei ist.
Die Beduinentruppe der Zunft zum Kämbel fällt nur schon durch ihr Auftreten auf.
Herrliche Bilder entstehen während des Umrittes.
Die Perspektive täuscht.
Es herrscht eine gewisse Melancholie, wenn die Zoifter zurück in ihre Stuben gehen.
Der Umzug ist gut gesichert. Auf ein nächstes Mal.
Für Sabina
I'm writing you this letter from some old hotel
I can feel the distance between us
From the Spanish Steps to the Liberty Bell
I know the angels have seen us, seen us, baby
They see you down on Seventh Avenue
While you're just hanging by a thread
And I'm sitting in a lonely room without a view
Wishing I was there with you instead
Won't you walk through this world with me
Walk through this world
Over the miles of mystery
Walk through this world with me
I'm staring out across the rooftops, baby
I've seen the writing on the wall
Heard a little bit of thunder at the seventh wonder
But everything is bound to rise and fall, that's all
Walk through this world with me
Walk through the world
Over the mountains and the shining sea
Walk through this world with me
Walk on, walk on, walk on
Let me get this ringing out of my ears
Let me get these stars out of my eyes
'Cause I just want to look back over all the years
With you right there standing by my side
Could you just
Walk through the world with me
Walk through the world
Over the miles of mystery
Walk through this world with me
Walk through the world with me
Walk through the world
Over the mountains and the shining sea, yeah
Walk through this world with me
Come on, now
Walk through the world
Walk through the world
Walk through the world
Walk through the world
Oh, yeah, yeah
Walk through this world with me
Come on baby
Walk through the world
so long guys
I can feel the distance between us
From the Spanish Steps to the Liberty Bell
I know the angels have seen us, seen us, baby
They see you down on Seventh Avenue
While you're just hanging by a thread
And I'm sitting in a lonely room without a view
Wishing I was there with you instead
Won't you walk through this world with me
Walk through this world
Over the miles of mystery
Walk through this world with me
I'm staring out across the rooftops, baby
I've seen the writing on the wall
Heard a little bit of thunder at the seventh wonder
But everything is bound to rise and fall, that's all
Walk through this world with me
Walk through the world
Over the mountains and the shining sea
Walk through this world with me
Walk on, walk on, walk on
Let me get this ringing out of my ears
Let me get these stars out of my eyes
'Cause I just want to look back over all the years
With you right there standing by my side
Could you just
Walk through the world with me
Walk through the world
Over the miles of mystery
Walk through this world with me
Walk through the world with me
Walk through the world
Over the mountains and the shining sea, yeah
Walk through this world with me
Come on, now
Walk through the world
Walk through the world
Walk through the world
Walk through the world
Oh, yeah, yeah
Walk through this world with me
Come on baby
Walk through the world
so long guys





























