21. Juni 2026

"Halt Dich da raus, Opa!" In Dalmatien auf den Boden der Tatsachen geholt.

Vidikovac Kamenjak. Was für ein Anblick auf den Vransko Jezero, den grössten Süsswassersee Kroatiens, das Festland mit der legendären Küstenstrasse Jadranska Magistrala in der Mitte und die Adria mit den Kornaten, den Inseln aus Sternen, Tränen und Atem!

Wieder in Dalmatien
29. Mai 2026 - 16. Juni 2026

Nachdem wir letztes Jahr dermassen begeistert von unseren Kroatienferien heimkehrten, wiederholten wir das Ganze, wenn auch mit einem etwas schlechten Gewissen, da es doch auch andere schöne Orte in Europa gibt. Aber einmal mehr empfanden wir Dalmatien als eine der schönsten Regionen, die wir je gesehen haben. Dieses Jahr kam noch die vielfältige Tierwelt dazu, die wir bei vergangenen Besuchen vernachlässigt haben.

Fahrt mit dem Auto

Wahrscheinlich haben wir das letzte Mal die Fahrt mit unserem Auto absolviert. Täglich gehen Flüge von Zürich nach Split und auch nach Prevalje könnten wir die Reise mit dem Flugzeug verkürzen. Die Mieten für ein Auto sind in Slowenien und Kroatien tief. Je nach Saison kommt man mit 20 Euro pro Tag aus. 

Man sollte beim Datum der Reise auf die Feiertage und Feriendaten in Deutschland, Österreich und Kroatien achten. Es gibt viele neuralgische Punkte, die an verkehrsreichen Tagen zu fürchterlichen Staus führen können. Wie 2025 an Pfingsten, als es bei Salzburg auf der Tauernautobahn zu einem 45 Kilometer langen Stau kam. 

Dieses Jahr war es für die Heimkehrer im Juni nach einem kroatischen Feiertag in Zagreb grauenhaft. Der Verkehrsrechner gab für eine 54 Kilometer Strecke vor Zagreb Richtung Norden eine Reisezeit von 5 Stunden an! Dies an einem Sonntag. In der Regel hat es von Montag bis Donnerstag am wenigsten Verkehr. Aber vielleicht gehörst Du zu denen, die keine Staus fürchten. Es soll sogar Leute geben, die extra in einen Stau fahren. Na, der Mensch ist wahrlich unterschiedlich zusammengesetzt.

Landschaft

Wir fühlen uns an der Küste von Split bis zur Insel Pag im Norden äusserst wohl. Vorgelagert sind unzählige Inseln, 150 bilden die Kornaten, 89 davon sind seit 1980 in einem strikt geschützten Nationalpark eingebettet. Für ganz Kroatien zählt man 1244 Eilande, davon nur 67 dauerhaft bewohnt. Die sanft geschwungenen Inseln in dieser Karstlandschaft sind für das Auge wohltuend und wirken beruhigend, jedenfalls auf uns. Mächtige, küstennahe Gebirgszüge wie der Velebit geben der Landschaft einen dramatischen Anstrich. 

Von Split aus gehen die Fähren nach Hvar, der wohl beliebtesten kroatischen Insel und Italien. Auch andere Destinationen werden bedient und Kreuzfahrtschiffe legen im beliebten Hafen mit seiner grandiosen Altstadt an. 

Diese Inselwelt in Dalmatien gilt als Segel- und Tauchparadies. Viele einsame und geschützte Buchten geben den Seefahrern auch bei Sturm eine hohe Sicherheit. Denn die Bora ist ein gefürchteter, trockener Fallwind, der bis zu 2 Wochen vor allem im Winter den Menschen das Leben schwer machen kann. Nicht nur die Schifffahrt ist betroffen, es müssen zum Teil auch Strassen und Brücken gesperrt werden!

Entlang der Küste sind unzählige hochmoderne Marinas entstanden, die über beste Infrastruktur und massgeschneiderte Services verfügen. Die Preise für Liegeplätze liegen zum Teil aber im unverschämten Bereich! Yacht-Chartern steht hoch im Kurs.

Wer hohe Bäume oder regenwaldartige Flora in Meeresnähe sucht, wird in Dalmatien nicht fündig. Aber die Ebenen an der Küste sind fruchtbar. Oliven, Reben, Früchte, Gemüse und die Viehzucht geniessen einen hervorragenden Ruf. Kein Wunder sind die unzähligen Stände am Strassenrand bei vielen beliebt. Auch in den Restaurants sind die knackigen Salate höchst bekömmlich. 

Die Plitvicer Seen und der Nationalpark Krka bieten eine unglaublich schöne Seen- oder Flusslandschaft mit spektakulären Wasserfällen. Krka liegt praktisch vor der Haustüre. Wer allerdings seine Zeit an einem grossen Sandstrand verbringen will, wird Dalmatien enttäuscht verlassen. Die Küste ist felsig mit vielen kleinen Kieselstränden.

Viele der Küstenorte bieten eine pittoreske Altstadt mit unzähligen Verpflegungsstätten. Einwohner von Split bezeichnen ihre Stadt sogar als Schönste der Welt. Vielleicht ist das dann doch etwas übertrieben.

Unterkunft

Gross in Mode ist das Campieren in Kroatien. Wir haben wunderschöne Plätze gesehen. Allerdings war der Campground in Drage schon anfangs Juni ausgebucht! Viele Hotels haben einen hohen europäischen Standard erreicht. So war unser Hotel Riva Palace 2023 in Split ein Bijou. Allerdings sind die Preise ebenfalls in europäische Höhen gestiegen. 

Wir bevorzugen die an vielen Orten wie aus dem Boden geschossenen Bungalows oder Mobile Homes. Meistens sind sie in einer ruhigen Community gelegen und für grössere Gruppen oder Familien mit vielen Kindern nicht geeignet. Sie sind klimatisiert und praktisch eingerichtet. Im Buqez Resort bei Drage waren wir schon letztes Jahr fündig geworden. Die anderen Mieter wechselten erstaunlicherweise im 2- oder 3-Tagestakt. Wir blieben 2 Wochen.

Hunde sollte man in diesem Resort mögen. Eine zeitlang waren wir die einzigen ohne Vierbeiner. Gut lieben wir sie. Bei den Haltern hält sich unsere Liebe vielfach in Grenzen. Wie in jeder Siedlung gerieten sie manchmal aneinander. Zuerst die Tiere und dann die Besitzer. Seine Hunde seien falsch erzogene Psychopaten, meinte einer zum Nachbarn. Gut waren diese Tschechen und verstanden kein Wort Deutsch. Wobei ich nichts gegen eine schöne Nachbarschaftsprügelei gehabt hätte.

Verpflegung und Kontakt zu Einheimischen

Im Vergleich zu früher hat sich die Gastronomie bestens entwickelt. Wir haben nur in einem Restaurant nicht gut gegessen, alle anderen waren hervorragend. Man sieht auch keine Plastikstühle und Neonröhren mehr. Die Einrichtungen der Gaststätten sind innovativ und modern und alt werden gerne gemischt. Die Preise für das Essen sind im 2026 noch angenehm. 30 - 35 Euro zahlt man für ein Rindsfilet mit Beilagen. Über 100 Euro (ohne Wein) haben wir zu zweit nie bezahlt. Trinkgeld wird gern gesehen, aber ohne Zwang. Auch im Hotel freuen sich die Putzequipen über eine tägliche Gabe (2-5 Euro).

Wer selber kochen möchte, findet alle gängigen Artikel in den Supermärkten wie Konzum, Lidl, Plodine, Kaufland und Spar, in denen man meistens auch Fleisch und Fisch kaufen kann. Allerdings würde ich mich mit solchen Produkten bei lokalen Metzgereien und Märkten eindecken. Die Strassenstände bieten knackige Salate, feines Gemüse, saftige Früchte, Knoblauch und Olivenöl in Hülle und Fülle. 

Gefallen habe ich vor allem an den Bäckereien gefunden. In Murter haben wir gleich 5 im Dorf gezählt! Weissbrot vom Feinsten und alle erdenklichen Süssigkeiten. Da sind auch die Verkäuferinnen nett. Die aufgestellte Dame am Strassenstand in Drage steckte an unserem letzten Tag klammheimlich eine süsse Schnecke in den Sack. Vielen Dank!

Schwer zu sagen, welchen Supermarkt man bevorzugen sollte, da die Filialen unterschiedlich geführt werden. So wirkt der Plodine in Pakostane schmutzig, ungeordnet und eng, hingegen ist der Plodine in Biograd sauber und wohl geordnet. Nur die MitarbeiterInnen sind in beiden Filialen mehr mit sich beschäftigt und nehmen den Kunden als mühsame Begleiterscheinung wahr. Im Intersport deckten wir uns mit Schuhen und Kleidung ein. Auch hier fühlte ich mich nicht willkommen. Ich nehme an, das hängt mit langen Arbeitszeiten und tiefen Löhnen zusammen. 

Ein Google-Rezensent meint: "Ich bevorzuge den Plodine in Pakostane. Denn dort arbeitet eine kleine, sexy Verkäuferin mit drallen Titten. Da nehme ich die engen Gänge gerne in Kauf." So hat jeder seine Vorlieben und Ansichten.😏

In den Restaurants sind die Kellner (es gibt fast keine Kellnerinnen) und Inhaber aufgestellt, humorvoll und auskunftsfreudig. Wer aber asiatische Unterwürfigkeit erwartet, zieht enttäuscht von dannen. In Kroatien begegnet man sich auf Augenhöhe. Trotzdem wird Gastfreundschaft gross geschrieben. So mancher Sliwowitz wird dem Kunden mit der Rechnung gratis eingeschenkt. 

Da ich kein Kroatisch verstehe, kann ich wenig über die Leute sagen. Die meisten sprechen zwar Deutsch oder Englisch, aber die Diskussionen halten sich selbstredend in Grenzen. Wenn Sabina Kroatisch spricht, ist mir schon aufgefallen, dass der Umgang mit uns ein kleines bisschen herzlicher wurde. Das ist wohl in allen Tourismus-Destinationen so. Ich bin ja ein Verfechter, dass man nur in Länder reisen sollte, deren Sprache man auch versteht. So handle ich in Kroatien bald Jahr für Jahr entgegen meinen Grundsätzen.😇

Von Vögeln und Fischen

Gleich hinter dem Hügel von Drage liegt der Vransko Jezero, der grösste Süsswassersee von Kroatien. Er ist 14 Kilometer lang und 3 in der Breite. Seine tiefste Stelle misst nur 5 Meter! Der ganze See und sein Ufer bilden ein Naturschutzgebiet und gelten als Vogelparadies von europäischer Bedeutung. Bei Pakostane haben Ornithologen einen Holzsteg mit einem Info-Center gebaut. 

Wir waren schon einige Male über den Steg gelaufen und haben nur in der Ferne ein paar Wasservögel ausmachen können. Dies sollte sich am 11. Juni ändern. Stundenlang fütterten erwachsene Rauchschwalben ihre Brut direkt vor den Augen der Besucher. Gewaltig eindrücklich, vor allem wie schnell die Libellen den Jungen in den Mund gedrückt werden. Mit dem Auge kann man es kaum wahrnehmen. 

Da ich längere Zeit blieb, erkannte ich auch eine soziale Ordnung. Die Jungen müssen ab und zu aufsteigen und Flugübungen absolvieren. Dabei sieht man gewaltige Unterschiede zu den Erwachsenen. Im heftigen Wind wirkten sie unbeholfen und vorsichtig. Erst nach den Flugminuten werden sie dann wieder gefüttert. Ebenfalls achten die Alten auf das gerechte Verteilen der Beute. Hier kriegt der grösste Schreihals genau so viel, wie der sittsame Flugschüler. 

Sabina schnappte sich einen Vogelführer des Parks (ein Buch natürlich). Eine unglaubliche Artenvielfalt herrscht in diesem Gebiet. Und zu meiner Freude waren auch Bienenfresser aufgeführt, die von Mai bis September in Europa brüten und dann wieder nach Afrika zurückkehren. Ich habe noch nie einen mit eigenen Augen gesehen. 

So schön sie auch sind, sie sind noch viel scheuer. Auf den Feldern von Biograd haben wir einige erkennen können. Sie fliegen sofort davon, wenn sie einen Menschen wahrnehmen. Ich konnte mich kaum einmal auf 100 Meter nähern. Ihre Brutstätten suchten wir nicht, da wir sie nicht stören wollten. Und es gibt genug gewaltig schöne Aufnahmen von anderen Fotografen. Die Bee-Eater in Natura zu sehen, hat uns genug gegeben.

Da ich letztes Jahr mit der Tauchbrille eine Vielzahl von Fischen im Wasser am Strand des Ressorts gesehen habe, wollte ich diese auch mal fotografieren. Ein paar gute Fotos sind mir gelungen, auch wenn die Kodak Pixpro für 150 Euro nicht gerade ein Profigerät ist und man auf dem Display unter Wasser nichts erkennen kann.

Das definitive Ende meiner Jugend, definitiv...

Sabina und ich badeten fast jeden Tag im frischen Wasser der Adria und sonnten uns am ressorteigenen Kieselstrand vor unserer Haustüre. Nach einem längeren Schnorchelgang setzte ich mich auf den Gehsteig, der entlang des Strandes führt. 

Plötzlich tauchten neben mir zwei 8- oder 10-Jährige auf. Der eine versteckte seinen Frisbee-Ring unter den Kieseln. Des langen und breiten erklärte er seiner Begleitung auf Deutsch von den Vorzügen des Versteckes. Seine Art erinnerte mich an einen Ausdruck von Michael Mittermeier für unsympathische Kinder. 

Ich konnte meinen Mund nicht halten und meinte zu ihm: "ICH habe aber gesehen, wo Du ihn versteckt hast." Er würdigte mich kaum eines Blickes, meinte aber lapidar: "Halt Dich da raus, Opa!"

OPA? Ich? Ich, der im Herzen noch immer dreissig ist? Ich, der noch jede Dreissigjährige kriegen könnte? Ich, der niemals alt aussehen wird? Der meinte mich? Holy cow!

Aber der Flegel hatte nicht mit meiner Schnelligkeit gerechnet. Ich packte das AK an den Knöcheln, schleifte ihn über die scharfen Kieselsteine und warf ihn in hohem Bogen in die tiefblaue Adria. 💪

Das habe ich natürlich nicht gemacht. Trotzdem taucht dieser Wunsch in meinen Gedanken auch ein paar Wochen später noch ab und zu auf. Opa! Mein Gott, halt die Fresse, Bürschchen! 😇

Nun gut, so bin ich auf den Boden der Tatsachen geholt worden und verliess Dalmatien als Opa. Lauf der Welt. Nur das Lächeln, das Sabina seit diesem Vorfall im Gesicht trägt, weiss ich nicht so richtig zu deuten. 😏


Route und Prevalje, Slowenien
29. Mai 2026 - 1. Juni 2026

Dietikon - Prevalje (SLO) - Drage (HR) - Prevalje (SLO) - Dietikon. 2492 Kilometer hin und zurück mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 90.10 km/h. Wir sind immer am Tag gefahren. Mit dem Verkehrsaufkommen in der heutigen Zeit scheint mir dies eine kaum zu überbietende Durchschnittsgeschwindigkeit zu sein. Nur durch München mussten wir im Schritttempo fahren. Eine lange Fahrt, aber bis auf Bregenz - München recht abwechslungsreich. Trotzdem: Wieder einmal haben wir uns geschworen, dass es die letzte Fahrt mit dem Auto sein soll. Mal sehen.😏

In Prevalje legten wir eine 2-tägige Pause ein und luden unsere Verwandten zum Essen ein, assen verdammt gute Forellen und Doraden und stärkten uns für die Weiterfahrt nach Drage an der Adria. Der neu eröffnete "Centralpark" von Prevalje ist schön geworden, muss aber früh schliessen, da sich nachts nicht alle an die Regeln halten. Modern times. Und ja, früher war es auch nicht besser.😏 Bestens empfehlen können wir die beiden Restaurants Gostilna Rupar und Gostilna Pik (Öffnungszeiten beachten. Am Montagabend ist kein Restaurant in Prevalje geöffnet!)


Drage und Umgebung
1. Juni 2026 - 15. Juni 2026

Wir blicken auf die fruchtbare Ebene von Vrana mit dem Vranersee in der Bildmitte und in Richtung Pakostane. Blau und schmal glänzt die Adria und im Hintergrund die Inselketten der Kornaten.

Wir blicken Richtung Biograd und auf die riesigen Felder, auf denen Olivenbäume, Reben-, Früchte- und Gemüsekulturen für das Wohl der Menschen sorgen. In dieser Ebene kann man auch viele Bienenfresser beobachten, deren Name einige Imker verführt, sie zu dezimieren. Dabei fressen sie alle Arten von Insekten. Vielleicht sollte man den Namen ändern, schliesslich wurde der Fischreiher wegen seiner schlechten Reputation in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts von Tierschützern auch in Graureiher umgetauft. 🙈

Blick auf Drage oder "Porto Zaccano", wie das Mobile angibt. Früher war Drage einmal in italieniscdher Hand. Das Dorf wird von der Jadranska Magistrala getrennt. Im Hintergrund Murter.

Die 2024 eröffnete Marina Drage mit einem sehr sauberen "Market", einem Lebensmittelladen mit Bier, Wein und Zigaretten und alles Nötige, was man auf einem Schiff brauchen kann, mit langen Öffnungszeiten von 6am bis 9pm, wenn ich mich richtig erinnere.

Sicht nordwärts auf den Kieselstrand unserer Bungalow-Anlage vom Resort Buqez. Rechts am Rand, oberhalb der Bildmitte steht unsere Villa Victorie. Die Häuser kosten zwischen Euro 60/- und 120/-. Wermutstropfen: Man kann das Land nicht kaufen und die Häuser müssen immer wieder mal renoviert werden.

Blick über einen Teil der Buqez Anlage südwärts in Drage. Die Drohne schwebt über unserem Bungalow. Gut zu sehen der "Opa-Kieselstrand". Drohnenaufnahmen sind unter strengen Auflagen in Kroatien erlaubt. Man muss aber jeden Flug vorher registrieren lassen. Was wir als gesetzestreue Schweizer selbstverständlich getan haben. 

Auch wenn die Sonne scheint, Gewitter ziehen in dieser Gegend wie aus dem Nichts auf und es kommt zu wolkenbruchartigen Regenfällen. So bei uns am zweiten Tag. Gut liebe ich Wasserfahrten. Und die Fussgänger hatten ihre helle Freude an uns. Jedenfalls haben sie wie verrückt gewunken.

Am nächsten Tag lachte aber wieder die Sonne vom Himmel. Blick auf unsere Villa. Da lässt sich nicht nur Ferien machen, da könnten wir leben! Dieses Mobile Home liegt 30 Meter vom Kieselstrand des Resorts entfernt.

Wenn man am Morgentisch sitzt und Besuch von dieser wunderschönen Blauschwarzen Holzbiene kriegt, fängt der Tag noch etwas schöner als sonst an. Sie ist etwas grösser als eine Hummel und völlig friedlich. 3 Exemplare besuchten uns ab und zu auf der Terrasse unseres Bungalows.

Sie sind harte Arbeiter, die für ihren Nachwuchs Löcher in totes Holz nagen. Die Biene ist eine Herausforderung für eine Kamera. Sie ist fast nicht zu fokussieren. Von über 100 Versuchen wurden gerade mal zwei Fotos scharf.

Viele Vögel beleben den Aleppo-Kiefernwald neben unserem Bungalow. Ein Buchfink trällert sein Liebeslied am späten Abend, wohl auf eine schöne nächtliche Begleitung hoffend.

Wo Vögel sind, sind vielfach auch Katzen. Da wir eine zeitlang die einzigen Bungalow-Bewohner ohne Hund waren, schlief sie auf unserer Sonnenliege. 

Nachdem sie von uns etwas zum Essen erhielt, brachte sie am nächsten Tag eine Verwandte mit. Das ist wohl ein Blick der Dankbarkeit, denn wir fütterten die beiden mit Sardinen aus der Büchse.

Wahrscheinlich gar nicht so selten, aber zuerst muss man sie überhaupt wahrnehmen. Eine Gespenstschrecke die genau wie ein Stück Ast aussieht. Da vermisste ich mein zu Hause gelassenes Makroobjektiv.

Nicht ganz so schlank wie eine Gespenstschrecke, trotzdem geniesst Opa seinen knackigen Kupus-Salat, dem ein wunderbares Beefsteak folgte. Das Restaurant Marko in Drage serviert vorzügliches Essen. 4.7 Sterne in Google zeigen, dass nicht nur wir so empfinden.

Sabina freut sich auf ihre ersten Tintenfische dieses Jahr. In kroatischer Sprache Lignje Na Zaru, wenn jemand Lust darauf hat.

Die Bäckereien bieten wunderbares Gebäck und Brot an. Vor allem wenn Weissbrot liebt.

Diese Verkaufsstände sind an der Küste beliebt. Dieser lieferte uns das Brot für unsere Morgenessen und steht an der Magistrala mitten in Drage.


Gleich neben dem Bäckereistand wächst dieser wunderbare Seidenbaum. Eigentlich wächst er von Iran bis China, wird in Europa aber gerne in Parks gesetzt. Er wird auch Schlafbaum genannt, weil er in der Nacht oder bei Trockenheit seine Blätter zusammenklappt.

Wir haben in vielen Restaurants gegessen. Bis auf eines, in dem wir wohl Pech hatten, waren alle gut bis vorzüglich. Die Gastronomie hat sich bestens entwickelt. Nicht nur die Qualität, auch für das Auge sahen die Teller schön angerichtet aus. 

Gleich gegenüber des Restaurants Marko (das auch Zimmer vermietet) ist die neue Marina von Drage. Mögen sie dem Inhaber viel Umsatz bescheren. Er ist wirklich ein netter Mensch.


An der Beach
fast täglich

Unser Lieblingsplatz unter den Aleppo-Kiefern am Strand des Resorts. Keine 40 Meter von unserer Villa entfernt. So lässt sich leben, nicht?

Der Kieselstrand ist nie stark besucht. Für ruhige Ferien traumhaft. Das mit den Quöllfrisch-Hüten... die haben wir nicht wirklich getragen...😏

Eine Riesengrundel beäugt mich etwas ängstlich. Die meisten Badenden an diesem Strand wissen wohl kaum, wie viele Fische unter ihren Füssen leben. Die Grundel ist ein Allesfresser und relativ scheu. Sie wird bis zu 27 cm lang.

Ein Schriftbarsch. Ein spezieller Raubfisch. Er ist ein echter Zwitter und kann sich bei fehlendem Partner selber befruchten. Er ist ein Einzelgänger und ziemlich aggressiv. Sein Name wurde ihm gegeben, da seine Kopfzeichnung an arabische Schriftzeichen erinnert.

Kaum ein Schwimmer ist sich bewusst, wie viele Fische sich unter ihm tummeln. Riesenschwärme von jungen Fischen, wahrscheinlich Meeräschen, sind den ganzen Tag in der Nähe des Strandes. Da sie keine Windeln tragen, frage ich mich, wie sauber das Wasser da eigentlich ist.☝

Die Adria ist bekannt für ihren Fischreichtum. Das weiss diese Krähenscharbe selbstverständlich. Eine zeitlang tauchte sie in nächster Nähe zu mir nach Fischen. Leider erfolglos. Sie gehört zur Gattung der Kormorane, kommt aber nur in Meeres- und Küstennähe vor. Ich war mit einer Kodak Pixpro unter Wasser.

Opa macht den Nurejew. Ich muss gestehen, dass es nicht ganz einfach zu erkennen ist, dass ich in jungen Jahren ein ganz guter Turmspringer war. C'est la vie!

Blick auf einen Teil des Campgrounds "Kamp Roko", der an unser Resort anschliesst. Auch hier folgt Hund auf Hund. Es gibt noch eine ganze Reihe von diesen "Kamps" an dieser Bucht.

Die Campgrounds sind von Lavendel und mit Olivenbäumen durchzogen. 

Auch Sträucher der Mittelmeer-Brombeere wachsen in den Camps, deren Früchte als Delikatesse gelten. Das zieht auch einen Distelfalter an. Der Edelfalter kommt auf fast allen Teilen der Welt vor.

In der Nacht prangen die Sterne über der Adria. iPhone im Nachtmodus. Danke Sabina.


Vidikovac Kamenjak
8. Juni 2026

Bevor wir die Aussicht von Kamenjak bewundern konnten, mussten wir noch diese Schildkröte retten. Das Problem ist nur, hat man sie wirklich auf die Seite getragen, auf die sie auch wollten?

Die Fahrt auf den Vidikovac Kamenjak wurde uns im Vogelinfo-Center empfohlen. Nach 25 Kilometer durch die Felder von Vrana erreicht man auf einer Bergstrasse diesen Punkt. Man kann vorher nicht ahnen, was man zu sehen bekommt. Daher ist die Überraschung dieses Aussichtspunktes (Vidikovac) äusserst angenehm. Wir blicken auf den südlichen Teil des Vransko Jezeros. Der See ist 14 Kilometer lang und 3 breit. Seine tiefste Stelle misst 5 Meter, ist aber für seinen Fischreichtum bekannt. 

Blick auf die Halbinsel Murter mit der gleichnamigen Ortschaft. Die Spitze des Hügels hinter Murter wird Vidikovac Raduc genannt, auf dem wir einige Tage später stehen würden, was wir an diesem Tag noch nicht wussten.

Das Hinterland von Pirovac. Auch hier reihen sich Felder an Felder.

Für "Likes" tun sie alles.

Tatsächlich stand der deutsche Tourist auf wackeligem Geländer. Wir blicken im Vordergrund auf den nördlichen Teil des Vrana-Sees. In der Mitte das Festland bei Drage mit der legendären Küstenstrasse "Jadranska Magistrala". In der Nacht sollte man sie nicht nur wegen den Wildtieren vorsichtig befahren. Einige der vorgelagerten Inseln gehören zu den Kornaten.

Der Aussichtspunkt beherbergt auch eine Konoba, die relativ früh am Abend schliesst und kleinere kalte Platten mit regionalen Produkten anbietet. Die "Chapel of all Saints" wurde erst 1995 gebaut. Der Eintritt kostet 6 Euro. Also nicht der in die Kirche, der ist heutzutage wohl gratis, aber der Eintritt in den Park mit den Aussichtsplattformen.

Wir trafen auf Kristina Ugrinic, eine junge, talentierte Fotografin, die für ein Fotoshooting am nächsten Tag hier rekognoszierte. Wer in Kroatien heiratet und sich bildlich verewigen will, ist bei Kristina richtig. Sie wohnt in Tkon auf der Insel Pasman. Eine echte kroatische Insulanerin. Cool.

Sabina geniesst diesen wunderschönen Moment. Ich auch.😏

Viel schönere Aussichtspunkte kenne ich nicht.

Der Sonnenuntergang war unglaublich schön.

Der nördlichen Teil des Vrana-Sees.

Kirche und Konoba im Abendlicht. Auf diesen Karststeinen sollte man nicht in der Dunkelheit zurückkehren, auch wenn es nur 200 Meter vom besten Aussichtspunkt bis zu den Parkplätzen sind.

Eigentlich lieben wir unseren Renault Talisman heiss und innig. Leider funktioniert die Klimaanlage mehr schlecht als recht. Für gute Angebote wären wir offen. 90'000km, 2019, 225 PS, Benziner, Automat. Dein Angebot gerne auf gguggenbuehl@hotmail.com.💪


Vidikovac Raduc, Murter
13. Juni 2026

Blick vom Vidikovac Raduc auf Murter.

Obwohl es kein Fahrverbot gibt, ist es nicht die beste Idee, auf den Aussichtspunkt Raduc mit dem Auto zu fahren. Es gibt erstens keine Parkplätze und die letzten 300 Meter sind nur mit einem Allrad oder Squad zu meistern. Ein kurzer Spaziergang tat uns sowieso gut.

Sabina blickt mir beim vorherigen Foto über die Schulter und wird mit diesem Ausblick auf die Cigrada Beach belohnt. Die Farben waren unglaublich. Die Adria ist für das blaue Wasser berühmt. Für einmal ist es von Vorteil, wenn man in den Poollight-Hours (11am - 3pm) fotografiert. Die vertikale Sonneneinstrahlung vertieft das Blau massiv.

Auch noch im Aufstieg. Blick auf das Dorf Murter linker Hand und das Nachbardorf Betina. Mindestens drei Marinas zählt man auf der Halbinsel Murter.

Blick auf einen Teil von Murter. Im Hintergrund links liegt Pakostane, rechts davon Drage. Einen schmalen Teil von Vransko Jezero ist auch noch zu sehen.

Oben angekommen steht man zuerst im Old Building der Wehranlage von Raduc aus dem 2. Weltkrieg.

Sabina blickt aus der ehemaligen Mannschaftsunterkunft.

Wer hier sein Zimmer hatte. Mindestens über die Aussicht konnte sich da keiner beklagen.

In der ehemaligen Unterkunft hängen zum skurrile Bilder. Und ich wusste: Sabina bringt man kaum mehr von "Lost Places" weg.

Eines der Bilder fehlte. Wir fanden es später an den Bunker gelehnt. Der Name des Schiffes ist "Proleterka". Ich nehme an, der Künstler hat Bezug auf das Proletariat genommen und nicht auf den gleichnamigen Roman der Schweizer Schriftstellerin Fleur Jaeggy.

Auf dem flachen Hügel hat man in alle Richtungen die Übersicht.

Ein Seglerparadies, das sieht auch ein Laie. Blickrichtung Norden.

In der Ferne sehen wir einen Teil der Insel Kornat, die dem Nationalpark den Namen gab.

Das Meer, der weite Himmel, die wunderbare Aussicht. Wir genossen die Stunden hier oben in vollen Zügen.

Ein letztes noch, sonst wird's mir sogar zu viel. Auch die Fotos von Sabinas Handy kann man auf einem 27 Zoll Bildschirm mit guter Qualität geniessen.

Der Bunker Raduc aus dem 2. Weltkrieg verfügt nicht nur über eine schöne Aussicht, sondern auch über weit verzweigte unterirdische Anlagen.

Ein bisschen Segelluft in der Marina von Murter schnuppern. Wir assen in der Konoba Jadran im Hafen von der Stadt. Filet vom Feinsten mit einer Beilage von Kartoffelstock mit Trüffeln. 5 Sterne von mir und Sabina, die ihren Fisch ebenfalls erstklassig fand, 4.7 Sterne von Google-Rezensenten. 

Die Stadt wird wohl nie zur schönsten an der Küste Kroatiens gewählt, dafür besticht sie mit ihrer Lage. Bevor wir zurück fuhren, gönnte sich Sabina ein Lavendel-Glace. Ich durfte davon kosten. Ich schwöre: Es war das beste Eis, das ich je hatte. Das ist ein Grund, um nochmals nach Murter zu fahren.


Pakostane
ein paar Mal

Ein "Glasbodenboot", wobei, da schnorchle ich lieber. Die Kapelle des heiligen Justins auf der winzigen Insel ist ein beliebtes Fotoobjekt.

Auch ein Fotosujet: Ältere Fischerboote mit Ausblickplattform. 

Auch ein schönes Fotosujet: Sabina und das kleine Inselchen.


Primosten
13. Juni 2026

Blick auf Primosten mit der Altstadt auf der ovalen Halbinsel, die man in fast jedem Kroatienprospekt zu sehen bekommt.

Ich habe mir diese Eiland viel grösser vorgestellt. Dafür war ich von der Batterie Liegestühle und Sonnenschirme überrascht. Erinnerte mich an Bilder von Rimini.

In weiter Ferne sieht man Siebenik, eine spektakuläre Stadt mit einer schönen Altstadt und für Segler das Tor, wenn sie in den Nationalpark Krka wollen.

Sibenik vom Aussichtspunkt bei der hohen Sibenik-Brücke aus gesehen. Ein gern besuchter Photospot.

Dieser Aussichtspunkt in 175 Meter m.ü.m. bietet eine schöne Sicht auf Primosten und Richtung Süden.

Kip Goste di Loreta. Die 17.3 Meter hohe Statue der "Jungfrau Maria von Loreto" steht seit 2017 auf dem Hügel. Die Gründe warum Maria ein schwarzes Gesicht sind vielfältig. Maria gilt auch als Schutzpatronin für Fliegende (Piloten, Passagiere und auch für Air Force Angehörige) und für das Bauwesen. Sie muss in den letzten Jahren sehr beschäftigt gewesen sein, nicht nur dass Flugreisende neue Mengenrekorde aufstellen, nein, an der Küste Kroatiens wird und wurde gebaut, was das Land hergibt.

Oh Wunder? Ich dachte, Sabina befinde sich alleine auf dem Platz rund um die Statue. Da stand plötzlich ein Kind neben ihr. Maria? Bitte nicht!

Blick Richtung Süden. Links, nicht sichtbar, aber wunderbar geschützt, befindet sich die Marina Kremik. Die Preise für einen Liegeplatz beginnen für ein kitzekleines Boot bei 55 Euro! Eine 20 Meter Yacht liegt bei 179 Euro (2026). 

Im Vordergrund eine Fisch- und/oder Austernzucht. Im Hintergrund erblicken wir den Küstenort Rogoznica, in dessen Hafen wir 2023 auf der Neo 350 übernachtet haben.

Blick auf die blaue Adria. Die Weite des Meeres fasziniert mich immer wieder. Man wird sich bewusst, dass 71 % unserer Erde von Wasser bedeckt ist!

Dar Leuchtturm Hrid Mulo. 6.4 Kilometer von der Statue entfernt. Sabina und ich könnten uns einen Job
als Leuchtturmwärter gut vorstellen. "Schatz? Hast an das Bier gedacht?..."


Vrana, die Stadt der Kronjuwelen
5. Juni 2026

Sabina liebt verlassene Orte. Wir stehen in der Tempelritterburg von Vrana. Der Ort war im Mittelalter äusserst wichtig und beherbergte eine zeitlang sogar die Kronjuwelen des Königs von Kroatien. Als Benediktinerkloster im 9. Jahrhundert konzipiert, wurde das Kloster im 11. Jahrhundert zur Residenz des Papstes. Die Tempelritter bauten das Kloster zur Burg aus, mussten sich aber viele Jahre später den Osmanen beugen. Noch später übernahmen die Veneter die Macht und zerstörten die Burg. Heute ist sie eine Ruine. Ganz in der Nähe steht aber das Gebäude Maskovic Han, das einem kroatischen Kriegsherrn gehören sollte. Er wurde aber von seinem Sultan hingerichtet, da er sich zu milde gegenüber gefangen genommenen Soldaten zeigte. Mittlerweile wird in den Gemäuern ein wunderschönes Hotel mit Restaurant betrieben. Beim nächsten Besuch werden wir dort hoffentlich einmal Essen gehen.

Mich kann man mit alten Gemäuern nicht so begeistern wie Sabina. Aber wenn ein Wiedehopf die Burg als Landeplatz nutzt, kann auch ich stundenlang verweilen.

Vor allem wenn nach dem Abflug des Wiedehopfs eine Turteltaube denselben Stein nutzt. Die Turteltauben sind wunderschön, gehören aber leider zu den gefährdeten Arten. Sie ist die einzige Taube, die südlich der Sahara überwintert. Sehr selten sind sie aber auch wegen der Jagd im Mittelmeerraum geworden. Einen Grund muss es ja geben, dass fast alle Vögel in Kroatien extrem scheu sind.

Als wir nach Pakostane zurückfuhren, machten wir an einer schmalen Brücke mit einem Wasserlauf halt. Die weidenden Kühe beäugten uns misstrauisch, in Kroatien sind Tiere recht vorsichtig.

Wohl ein Simmentaler Rind. Ursprünglich aus der Schweiz, werden sie auf der ganzen Welt gehalten. Kein Wunder. Sie geben gute Milch und hervorragendes Fleisch her.

Plötzlich sahen wir Reiher zwischen den Rindern durchlaufen.

Diese Art habe ich noch nie gesehen. Sie färben sich allerdings nur in der Paarungszeit leicht altrosa. Sonst sind sie fast weiss und wohl schwer von anderen weissen Reihern zu unterscheiden.

Kein Witz. Die nennt man Kuhreiher. Weil sie gerne die vom Rindvieh aufgescheuchten Insekten fressen. Sie sind im Gegensatz zu den meisten Reihern nicht an Wasser gebunden. Sie können auch in trockenen Gegenden überleben. Stark profitieren sie von den weltweit immer grösseren Weideflächen.

Ich finde sie wunderschön, aber irgendwie auch sehr eingebildet. Nicht?

Als wir in einen Schacht schauten, erwischten wir Wasserfrösche beim Gruppensex. Die meisten flüchteten und ich wurde das Gefühl nicht los, dass sie sich ertappt fühlten. Nur diese zwei harren der Dinge die da kommen, wie um uns zu zeigen, wie sittsam sie sind.

In meinem Rücken nahmen zwei Stieglitze ihr Abendbad. Sauber geht der Vogel schlafen.

Auch Blumen können das Auge entzücken. Links oben der "Bittersüsse Nachtschatten", hoch giftig, rechts der "Zwerg-Holunder", recht giftig, links unten "Wildhafer", sehr gesund und rechts unten die "Wilde Malve", sehr gesund. Aber alle wunderschön.

Ich kann mich auch an ganz kleinen Tieren erfreuen. Denn wie singt Zac Brown im Lied "Chicken Fried" so schön? 

"It's funny how it's the little things in life that mean the most,
not where you live, what you drive or the price tag on your clothes,
there's no dollar sign on a piece of mind, this I've come to know,
so if you agree, have a drink with me, raise your glasses for a toast."

Da sind wir doch voll einverstanden und haben am Abend das Glas vielleicht ein zwei Mal zu viel erhoben. Denn ich dachte, diese Fotos würden das fotografische Highlight unserer Ferien werden. Und wir hatten auch viel Glück. Nach ca. 30 Minuten flog der Vogelschwarm der Kuhreiher weiter und obwohl wir noch viele Male an dieser Stelle vorbeikamen, sahen wir sie nie mehr.


Vogelparadies Vransko Jezero, Info Center Crkvine
11. Juni 2026

Wir waren schon ein paar Mal über den Holzsteg beim Info Centre Crkvine gelaufen. Selten war ein Vogel näher wie die Distanz für menschliche Kontaktverbote. Meistens habe ich ohne Foto die Anlage verlassen. Daher schoss ich vorsichtshalber ein Foto einer Pusteblume, auch Löwenzahn genannt.

Das Ufer des Vrana-Sees ist bekannt für seine Myriaden von Mücken. Hier Zuckmücken, die wohl nicht nur eine Spinne satt machen werden.

Mit so einem Foto wäre ich komplett zufrieden gewesen. Junge Rauchschwalben werden von den Alten gefüttert.

Auch dieses Bild hätte mich befriedigt. Was es natürlich auch tut.

Aber das Schicksal meinte es gut mit uns. Plötzlich sah ich ein paar junge Rauchschwalben auf einem Ast sitzen. Keine 3 Meter von einer überdachten Beobachtungsplattform entfernt. Ich fürchtete, dass sie sofort wieder wegfliegen würden. Die Besucher wechselten im Minutentakt und Kleinkinder schrien ihre Freude aus dem Leibe. Vielleicht schrien sie wegen Blähungen, aber sicher nicht wegen den jungen Schwalben. Und die zeigten keinerlei Interesse an uns Menschen.

So sieht's aus. 1. Teil in Normal-Geschwindigkeit. 2. und 3. Teil in Slow Motion.


Kill your babies

1. Akt

Ich habe dermassen viele wundervolle Fotos schiessen können, dass ich kaum einen Bruchteil davon hier posten kann. Im wahrsten Sinne muss ich "Kill your babies" anwenden.

Zuerst wurde mir gar nicht bewusst, dass diese Jungen gefüttert wurden. Immer wieder sahen wir kurz Gelbes aufblitzen. 

Plötzlich begriff ich, dass erwachsene Schwalben vorbeiflogen. Allerdings sah ich auf diesem Ast keine Fütterung. Da ich mehrere Stunden das Geschehen verfolgte, wurde mir später bewusst, dass ich einen Nachmittag mit Erziehungsmethoden von Schwalben miterleben durfte. Mit dem Vorbeifliegen signalisierten die Erwachsenen den Jungen, dass sie selber auch Flugversuche starten müssten. Erst dann würde es wieder etwas zu essen geben. 

Die Jungen konzentrieren sich auf den Anflug der Alten. Dann schlagen sie wild mit den Flügeln und sperren ihre Münder auf. Aber auf diesem Ast gab es selten eine Fütterung.


2. Akt

Wohl ein kleiner Familienzwist. Wie gesagt, ich war stundenlang dort. Da habe ich viele solcher Szenen beobachten können. Die Kleinen sind mir richtig ans Herz gewachsen.

Nur wenn die erwachsene Verwandschaft anflog, gab es nur ein Ziel für jeden einzelnen: Gefüttert werden.

Einzelnen wurde der im Wind schwankende Ast wohl zu mühsam. Sie setzten sich auf den viel stabileren Holzsteg. Und hatten Erfolg.

Wenn die Kleinen beim Füttern ausgelassen wurden, sahen sie richtig frustriert aus.

So ganz alle konnte ich doch nicht töten...

Das Schilf im Hintergrund gab ein hübsches Bokeh ab.


3. Akt

Als am Nachmittag die Sonne schien, fuhr ich nochmals hin. Der Wind war mittlerweile dermassen stark, dass sich die meisten Kleinen auf den Holzsteg setzten. Wir haben sie nur an diesem Tag gesehen. Was für ein Glück wir doch hatten.

Nach etwa 3 Wochen nach der Geburt, fliegen sie erstmals aus. Dann beginnt ein 1-2 wöchige Trainingsphase. Dann müssen sie das Fliegen beherrschen lernen, werden aber von den Alten noch gefüttert.

Man kann die Jungen und Alten beim Fliegen sehr gut unterscheiden. Die Jungen wirken noch sehr unbeholfen und sind schnell müde. Dann werden sie zur Belohnung gefüttert.

An diesem Tag wurden sie ausschliesslich mit Libellen gefüttert. Die wurden ziemlich dezimiert.

Im Flug erreichen sie Spitzengeschwindigkeiten bis zu 80 km/h! Sie sind von März bis Oktober in Europa. Wenn sie zum Überwintern in das südliche Afrika fliegen, legen sie bis zu 300 Kilometer am Tag zurück.


Rauchschwalben kommen überall auf der Welt vor, ausser an den Polen. In Australien erreichen sie höchstens den Norden. In Neuseeland lebt eine sehr ähnliche Art. Man schätzt ihre Zahl weltweit auf über 1 Milliarde.

Was hatte ich für ein Glück, meine Kamera hätte auch den Flügel scharf stellen können. Es war ein wirklich fantastisches Erlebnis. In all diesen Stunden habe ich 886 Photos geschossen. Und an all den folgenden Tagen sahen wir sie nur hoch in der Luft.


4. Akt

Aber nicht nur Schwalben gab es zu bestaunen, auch eine Menge Karpfen konnte man im flachen Wasser sehen.

Libellen, die Lieblingsspeise der Schwalben. Diesen zwei gelang es aber, sich noch zu paaren. Wesen wie aus einer anderen Welt.

Die dalmatinische Mauereidechse lässt einem recht nahe kommen.


Auf den Feldern bei Biograd
fast täglich

Plötzlich zog eine Ziegenherde an uns vorbei.

Harte Burschen, diese Hirten. Es war gefühlt 40 Grad am Schatten. Dieser hatte lediglich seine Windjacke ausgezogen. 

Wir waren aber nicht wegen den Ziegen in diesen Feldern unterwegs. Sondern wegen dem Bienenfresser. Wir wussten, dass es ein scheuer Vogel ist. Aber das ist so in etwa die Distanz, die er Menschen nahe kommen lässt.

Nur extrem vergrössert kann man erkennen wie schön der Vogel ist. Ein paar Mal war er in der Nähe von uns in einem Baum. Man sieht ihn kaum und seine Farben schillern nicht wie beispielsweise beim Eisvogel.

Da ich in all den Tagen es nicht geschafft habe, einen Bienenfresser aus der Nähe zu fotografieren, nahm ich halt den Stempel im Lightroom zur Hilfe. Jedenfalls erkennt man sie in weiter Ferne auch an ihrer charakteristisch einmaligen Haltung.

Auf diesen Ästen sass bei unserem ersten Besuch ein Bienenfresser. Wär das ein Bild geworden. So musste ich mit Staren vorlieb nehmen.

Diese Streiterei der Rauchschwalben passierte auf dem selben Ast.

Eine Familie von Wiedehopfen bewohnte die Allee-Bäume. Aber auch die waren extrem scheu.

Dieser seltene Rotkopfwürger blieb wenigstens lange auf seinem Ausblick sitzen.

Den habe ich auch noch nie live gesehen. Ein Baumfalke zieht über unsere Köpfe hinweg. So wurden wir für unsere Geduld doch einigermassen belohnt. Das Guidebook des Info-Zentrums am Varner See hatte tatsächlich recht. Es herrscht eine Riesenvielfalt in diesem Gebiet. Natürlich sind nicht alle Arten zur selben Zeit vor Ort. Wir sahen auch jede Menge von Rohr- und Wiesenweihen, Kormorane, Stockenten, Girlitze, Felsentauben, Schwäne und viele haben wir wohl nicht wahrnehmen können, wie die Rohrsänger, die man zwar hörte, die sich aber nur für Sekundenbruchteile zeigten.

Schön anzusehen, aber leider ein Schädling. Das Gerstenfeld war übersäht mit Getreidekäfern.

Auch Distelfalter sind in den riesigen Feldern bei Biograd zu finden.

Gibt es auch. Wobei motorisierter Fahrspass meistens nur den Ausführenden gefällt.

Fast so schön wie ein richtiger Vogel. "Fire Boss" ist wohl ein Wasserflugzeug, das Wasser auf einem See oder auf dem Meer aufnehmen kann und damit versucht, Waldbrände zu löschen. In Kroatien gibt es immer wieder verheerende Feuer. Im Juni 2026 war aber alles in bester Ordnung.

Immer wieder flogen ganze Vogelschwärme über unsere Köpfe. Ob wir wirklich jemals nach Kroatien fliegen, anstatt mit dem Auto fahren werden? Ich weiss es nicht. Es ist wie bei meinen früheren Überseeflügen. Jedesmal schwor ich mir, dass ich mir das nie mehr antun würde. Und doch tat ich es immer wieder.


so long guys