Vidikovac Kamenjak. Was für ein Anblick auf den Vransko Jezero, den grössten Süsswassersee Kroatiens, das Festland mit der legendären Küstenstrasse Jadranska Magistrala in der Mitte und die Adria mit den Kornaten, den Inseln aus Sternen, Tränen und Atem!
Wieder in Dalmatien
29. Mai 2026 - 16. Juni 2026
29. Mai 2026 - 16. Juni 2026
Nachdem wir letztes Jahr dermassen begeistert von unseren Kroatienferien heimkehrten, wiederholten wir das Ganze, wenn auch mit einem etwas schlechten Gewissen, da es doch auch andere schöne Orte in Europa gibt. Aber einmal mehr empfanden wir Dalmatien als eine der schönsten Regionen, die wir je gesehen haben. Dieses Jahr kam noch die vielfältige Tierwelt dazu, die wir bei vergangenen Besuchen vernachlässigt haben.
Fahrt mit dem Auto
Wahrscheinlich haben wir das letzte Mal die Fahrt mit unserem Auto absolviert. Täglich gehen Flüge von Zürich nach Split und auch nach Prevalje könnten wir die Reise mit dem Flugzeug verkürzen. Die Mieten für ein Auto sind in Slowenien und Kroatien tief. Je nach Saison kommt man mit 20 Euro pro Tag aus.
Man sollte beim Datum der Reise auf die Feiertage und Feriendaten in Deutschland, Österreich und Kroatien achten. Es gibt viele neuralgische Punkte, die an verkehrsreichen Tagen zu fürchterlichen Staus führen können. Wie 2025 an Pfingsten, als es bei Salzburg auf der Tauernautobahn zu einem 45 Kilometer langen Stau kam.
Dieses Jahr war es für die Heimkehrer im Juni nach einem kroatischen Feiertag in Zagreb grauenhaft. Der Verkehrsrechner gab für eine 54 Kilometer Strecke vor Zagreb Richtung Norden eine Reisezeit von 5 Stunden an! Dies an einem Sonntag. In der Regel hat es von Montag bis Donnerstag am wenigsten Verkehr. Aber vielleicht gehörst Du zu denen, die keine Staus fürchten. Es soll sogar Leute geben, die extra in einen Stau fahren. Na, der Mensch ist wahrlich unterschiedlich zusammengesetzt.
Landschaft
Wir fühlen uns an der Küste von Split bis zur Insel Pag im Norden äusserst wohl. Vorgelagert sind unzählige Inseln, 150 bilden die Kornaten, 89 davon sind seit 1980 in einem strikt geschützten Nationalpark eingebettet. Für ganz Kroatien zählt man 1244 Eilande, davon nur 67 dauerhaft bewohnt. Die sanft geschwungenen Inseln in dieser Karstlandschaft sind für das Auge wohltuend und wirken beruhigend, jedenfalls auf uns. Mächtige, küstennahe Gebirgszüge wie der Velebit geben der Landschaft einen dramatischen Anstrich.
Diese Inselwelt in Dalmatien gilt als Segel- und Tauchparadies. Viele einsame und geschützte Buchten geben den Seefahrern auch bei Sturm eine hohe Sicherheit. Denn die Bora ist ein gefürchteter, trockener Fallwind, der bis zu 2 Wochen vor allem im Winter den Menschen das Leben schwer machen kann. Nicht nur die Schifffahrt ist betroffen, es müssen zum Teil auch Strassen und Brücken gesperrt werden!
Entlang der Küste sind unzählige hochmoderne Marinas entstanden, die über beste Infrastruktur und massgeschneiderte Services verfügen. Die Preise für Liegeplätze liegen zum Teil aber im unverschämten Bereich! Yacht-Chartern steht hoch im Kurs.
Wer hohe Bäume oder regenwaldartige Flora in Meeresnähe sucht, wird in Dalmatien nicht fündig. Aber die Ebenen an der Küste sind fruchtbar. Oliven, Reben, Früchte, Gemüse und die Viehzucht geniessen einen hervorragenden Ruf. Kein Wunder sind die unzähligen Stände am Strassenrand bei vielen beliebt. Auch in den Restaurants sind knackige Salate höchst bekömmlich.
Die Plitvicer Seen und der Nationalpark Krka bieten eine unglaublich schöne Seen- oder Flusslandschaft mit spektakulären Wasserfällen. Krka liegt praktisch vor der Haustüre. Wer allerdings seine Zeit an einem grossen Sandstrand verbringen will, wird Dalmatien enttäuscht verlassen. Die Küste ist felsig mit vielen kleinen Kieselstränden.
Viele der Küstenorte bieten eine pittoreske Altstadt mit unzähligen Verpflegungsstätten. Einwohner von Split bezeichnen ihre Stadt sogar als Schönste der Welt. Vielleicht ist das dann doch etwas übertrieben.
Unterkunft, Verpflegung und Kontakt zu Einheimischen
Gross in Mode ist das Campieren in Kroatien. Wir haben wunderschöne Plätze gesehen. Allerdings war der Campground in Drage schon anfangs Juni ausgebucht! Viele Hotels haben einen hohen europäischen Standard erreicht. So war unser Hotel Riva Palace 2023 in Split ein Bijou. Allerdings sind die Preise ebenfalls in europäische Höhen gestiegen.
Wir bevorzugen die an vielen Orten wie aus dem Boden geschossenen Bungalows oder Mobile Homes. Meistens sind sie in einer ruhigen Community gelegen und für grössere Gruppen oder Familien mit vielen Kindern nicht geeignet. Sie sind klimatisiert und praktisch eingerichtet.
Im Gegensatz zu früher hat sich die Gastronomie bestens entwickelt. Wir haben nur in einem Restaurant nicht gut gegessen, alle anderen waren hervorragend. Man sieht auch keine Plastikstühle und Neonröhren mehr. Die Einrichtungen der Gaststätten sind innovativ und modern und alt werden gerne gemischt. Die Preise für das Essen sind im 2026 noch angenehm. 30 - 35 Euro zahlt man für ein Rindsfilet mit Beilagen. Über 100 Euro (ohne Wein) haben wir zu zweit nie bezahlt. Trinkgeld wird gern gesehen, aber ohne Zwang. Auch im Hotel freuen sich die Putzequipen über eine tägliche Gabe (2-5 Euro).
Wer selber kochen möchte, findet alle gängigen Artikel in den Supermärkten wie Konzum, Lidl, Plodine, Kaufland und Spar, in denen man meistens auch Fleisch und Fisch kaufen kann. Allerdings würde ich mich mit solchen Produkte bei lokalen Metzgereien und Märkten eindecken. Die Strassenstände bieten knackige Salate, feines Gemüse, saftige Früchte, Knoblauch und Olivenöl in Hülle und Fülle.
Gefallen habe ich vor allem an den Bäckereien gefunden. Weissbrot vom Feinsten und alle erdenklichen Süssigkeiten. Da sind auch die Verkäuferinnen nett. Die aufgestellte Dame in Drage steckte an unserem letzten Tag klammheimlich eine süsse Schnecke in den Sack. Vielen Dank!
Schwer zu sagen, welchen Supermarkt man bevorzugen sollte, da die Filialen unterschiedlich geführt werden. So wirkt der Plodine in Pakostane schmutzig, ungeordnet und eng, hingegen ist der Plodine in Biograd sauber und wohl geordnet. Nur die MitarbeiterInnen sind in beiden Filialen mehr mit sich beschäftigt und nehmen den Kunden als mühsame Begleiterscheinung wahr. Im Intersport deckten wir uns mit Schuhen und Kleidung ein. Auch hier fühlte ich mich nicht willkommen. Ich nehme an, das hängt mit langen Arbeitszeiten und tiefen Löhnen zusammen.
Ein Google-Rezensent meinte: "Ich bevorzuge den Plodine in Pakostane. Denn dort arbeitet eine kleine, sexy Verkäuferin mit drallen Titten. Da nehme ich die engen Gänge gerne in Kauf." So hat jeder seine Vorlieben und Ansichten.😏
In den Restaurants sind die Kellner (es gibt fast keine Kellnerinnen) und Inhaber aufgestellt, humorvoll und auskunftsfreudig. Wer aber asiatische Unterwürfigkeit erwartet, zieht enttäuscht von dannen. Man begegnet sich in Kroatien auf Augenhöhe. Trotzdem wird Gastfreundschaft gross geschrieben. So mancher Sliwowitz wird dem Kunden mit der Rechnung gratis eingeschenkt.
Da ich kein Kroatisch verstehe, kann ich wenig über die Leute sagen. Die meisten sprechen zwar Deutsch oder Englisch, aber die Diskussionen halten sich selbstredend in Grenzen. Wenn Sabina Kroatisch spricht, ist mir schon aufgefallen, dass der Umgang mit uns ein kleines bisschen herzlicher wurde. Das ist wohl in allen Tourismus-Orten so.
Von Vögeln und Fischen
Aber der Flegel hatte nicht mit meiner Schnelligkeit gerechnet. Ich packte das AK an den Knöcheln, schleifte ihn über die scharfen Kieselsteine und warf ihn in hohem Bogen in die tiefblaue Adria. 💪
Das habe ich natürlich nicht gemacht. Trotzdem taucht dieser Wunsch in meinen Gedanken auch ein paar Wochen später noch ab und zu auf. Opa! Mein Gott, halt die Fresse, Bürschchen! 😇
Gleich hinter dem Hügel von Drage liegt der Vransko Jezero, der grösste Süsswassersee von Kroatien. Er ist 14 Kilometer lang und 3 in der Breite. Seine tiefste Stelle misst nur 5 Meter! Der ganze See und sein Ufer bilden ein Naturschutzgebiet und gelten als Vogelparadies von europäischer Bedeutung. Bei Pakostane haben Ornithologen einen Holzsteg mit einem Info-Center gebaut.
Wir waren schon einige Male über den Steg gelaufen und haben nur in der Ferne ein paar Wasservögel ausmachen können. Dies sollte sich am 11. Juni ändern. Stundenlang fütterten erwachsene Rauchschwalben ihre Brut direkt vor den Augen der Besucher. Gewaltig eindrücklich, vor allem wie schnell die Libellen den Jungen in den Mund gedrückt werden. Mit dem Auge kann man es kaum wahrnehmen.
Da ich längere Zeit blieb, erkannte ich auch eine soziale Ordnung. Die Jungen müssen ab und zu aufsteigen und Flugübungen absolvieren. Dabei sieht man gewaltige Unterschiede zu den Erwachsenen. Im heftigen Wind wirkten sie unbeholfen und vorsichtig. Erst nach den Flugminuten werden sie dann wieder gefüttert. Ebenfalls achten die Alten auf das gerechte Verteilen der Beute. Hier kriegt der grösste Schreihals genau so viel, wie der sittsame Flugschüler.
Sabina schnappte sich einen Vogelführer des Parks (ein Buch natürlich). Eine unglaubliche Artenvielfalt herrscht in diesem Gebiet. Und zu meiner Freude waren auch Bienenfresser aufgeführt, die von Mai bis September in Europa brüten und dann wieder nach Afrika zurückkehren. Ich habe noch nie einen mit eigenen Augen gesehen.
So schön sie auch sind, sie sind noch viel scheuer. Auf den Feldern von Biograd haben wir einige erkennen können. Sie fliegen sofort davon, wenn sie einen Menschen wahrnehmen. Ich konnte mich kaum einmal auf 100 Meter nähern. Ihre Brutstätten suchten wir nicht, da wir sie nicht stören wollten. Und es gibt genug gewaltig schöne Aufnahmen von anderen Fotografen. Die Bee-Eater in Natura zu sehen, hat uns genug gegeben.
Da ich letztes Jahr mit der Tauchbrille eine Vielzahl von Fischen am Strand des Ressorts gesehen habe, wollte ich diese auch mal fotografieren. Ein paar gute Fotos sind mir gelungen, auch wenn die Kodak Pixpro für 150 Euro nicht gerade ein Profigerät ist und man auf dem Display unter Wasser nicht erkennen kann.
Das definitive Ende meiner Jugend, definitiv...
Sabina und ich badeten fast jeden Tag im frischen Wasser der Adria und sonnten uns am ressorteigenen Kieselstrand vor unserer Haustüre. Nach einem längeren Schnorchelgang setzte ich mich auf den Gehsteig, der entlang des Strandes führt.
Plötzlich tauchten zwei 8- oder 10-Jährige neben mir auf. Der eine versteckte seinen Frisbee-Ring unter den Kieseln. Des langen und breiten erklärte er seinem Gspänli auf Deutsch von den Vorzügen seines Versteckes. Seine Art erinnerte mich an einen Ausdruck von Michael Mittermeier für unsympathische Kinder.
Ich konnte meinen Mund nicht halten und meinte zu ihm: "ICH habe aber gesehen, wo Du ihn versteckt hast." Er würdigte mich kaum eines Blickes, meinte aber lapidar: "Halt Dich da raus, Opa!"
OPA??? Ich? Ich, der im Herzen noch immer dreissig ist? Ich, der noch jede Dreissigjährige kriegen könnte? Ich, der niemals alt aussehen wird? Der meinte mich? Holy cow!
Aber der Flegel hatte nicht mit meiner Schnelligkeit gerechnet. Ich packte das AK an den Knöcheln, schleifte ihn über die scharfen Kieselsteine und warf ihn in hohem Bogen in die tiefblaue Adria. 💪
Das habe ich natürlich nicht gemacht. Trotzdem taucht dieser Wunsch in meinen Gedanken auch ein paar Wochen später noch ab und zu auf. Opa! Mein Gott, halt die Fresse, Bürschchen! 😇
Nun gut, so bin ich auf den Boden der Tatsachen geholt worden und verliess Dalmatien als Opa. Lauf der Welt. Nur das Lächeln, das Sabina seit diesem Vorfall im Gesicht trägt, weiss ich nicht richtig zu deuten. 😏
In Bearbeitung Juni 2026
Dietikon - Prevalje (SLO) - Drage (HR) - Prevalje (SLO) - Dietikon. 2492 Kilometer hin und zurück mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 90.10 km/h. Wir sind immer am Tag gefahren. Mit dem Verkehrsaufkommen in der heutigen Zeit scheint mir dies eine kaum zu überbietende Durchschnittsgeschwindigkeit zu sein. Nur durch München mussten wir im Schritttempo fahren. Eine lange Fahrt, aber bis auf Bregenz - München recht abwechslungsreich. Trotzdem: Wieder einmal haben wir uns geschworen, dass es die letzte Fahrt mit dem Auto sein soll. Mal sehen.😏
In Prevalje legten wir eine 2-tägige Pause ein und luden unsere Verwandten zum Essen ein, assen verdammt gute Forellen und Doraden und stärkten uns für die Weiterfahrt nach Drage an der Adria. Der neu eröffnete Centralpark von Prevalje ist schön geworden, muss aber früh schliessen, da sich nachts nicht alle an die Regeln halten. Modern times. Und ja, früher war es auch nicht besser.😏
Drage und Umgebung
1. Juni 2026 - 15. Juni 2026
1. Juni 2026 - 15. Juni 2026
Wir blicken auf die fruchtbare Ebene von Vrana mit dem Vranersee in der Bildmitte und in Richtung Pakostane. Blau und schmal glänzt die Adria und im Hintergrund die Inselketten der Kornaten.
Wir blicken Richtung Biograd und auf die riesigen Felder, auf denen Olivenbäume, Reben-, Früchte- und Gemüsekulturen für das Wohl der Menschen sorgen. In dieser Ebene kann man auch viele Bienenfresser beobachten, deren Name einige Imker verführt, sie zu dezimieren. Dabei fressen sie alle Arten von Insekten. Vielleicht sollte man den Namen ändern, schliesslich wurde der Fischreiher wegen seiner schlechten Reputation in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts von Tierschützern auch in Graureiher umgetauft. Manchmal sehen auch Experten nicht über den Tellerrand hinaus. 🙈
Blick vom Vidikovac Raduc auf Murter.
Spektakuläre Rauchschwalbenfütterung am Vraner See.
Pusteblume oder Löwenzahn. Was für ein schönes Stück Natur.
Wunderschön: Die Grosse oder Blauschwarze Holzbiene. Noch etwas grösser als eine Hummel und völlig friedlich. 3 Exemplare besuchten uns ab und zu auf der Terrasse unseres Bungalows.
Sie sind harte Arbeiter, die für ihren Nachwuchs Löcher in totes Holz nagen. Die Biene ist eine Herausforderung für eine Kamera. Sie ist fast nicht zu fokussieren. Von über 100 Versuchen wurden gerade mal zwei Fotos scharf.
Die Adria ist bekannt für ihren Fischreichtum. Das weiss auch diese Krähenscharbe, die eine zeitlang in nächster Nähe zu mir nach Fischen tauchte. Sie gehört zur Gattung der Kormorane, kommt aber nur in Meeres- und Küstennähe vor. Ich war mit einer Kodak Pixpro unter Wasser.










