Erdkröten bei der Paarung in Ravne na Koroskem, Slowenien
Dietikon, Limmattal
April / Mai 2022
Auf meinen Fototouren entlang der Limmat treffe ich immer wieder auf Spaziergänger, Jogger, Radler, Fotografen, Polizisten, Hündeler und manchmal auch auf Idioten. Wobei sich einige Schnittmengen ergeben. Kein Idiot war der alte Mann, der sich an der Nötzliwiese wie aus dem Nichts neben mich setzte. "Kennen Sie die traurige Geschichte des Hamsters?" Die Welt ist voller Geschichten über Hamsterer, aber von einer Geschichte des oder eines Hamsters habe ich noch nie gehört.
Die Geschichte des Hamsters
undatiert
Wie jedes Frühjahr stand die grosse Dschungelparty an, begann der alte Mann. Der kleine Hamster wollte unbedingt wieder dabei sein. Aber letztes Jahr hatte er zu viel getrunken und dann randaliert. Deshalb hatte man ihm für dieses Jahr Hausverbot erteilt. Und die Löwen führten die Oberaufsicht. Der Hamster suchte Hilfe beim Elefanten:
"Elefant, letztes Jahr war nicht so toll, ich hab' über die Stränge gehauen. Aber dieses Jahr werde ich mich vorbildlich verhalten. Versprochen. Kannst Du mich unter dem Ohr hineinschmuggeln? Merkt doch keiner."
"Reinschmuggeln? Nicht wenn die Löwen die Aufsicht haben."
Der Hamster ging zum Giraffen.
"Liebe Giraffe, ich weiss, letztes Jahr hab' ich etwas übertrieben. Wenn Du mich reinschmuggelst, so zwischen Deinen Ohren, das merkt doch niemand und ich werde mich ganz sicher sittlich benehmen."
"Schmuggeln? Nicht wenn die Löwen Aufsicht haben."
Der Hamster ging zum Bären.
"Du Bär, kannst Du mich in die Party schmuggeln? Ich versprech' Dir, ich rühr' keinen Tropfen an. Ich möcht' so gern dabei sein!"
"Warum sollte ich das machen?"
"Hast Du etwa Angst vor den Löwen?"
"Ich und Angst? Natürlich helfe ich Dir."
Der Bär steckte den Hamster in seine Tasche und ging Richtung Eingang. Da kamen schon die Löwen auf ihn zu. "Du Bär, es geht das Gerücht um, dass Du den Hamster reinschmuggeln möchtest."
"Den Hamster? Das würde ich nie tun!"
"Dann hast Du auch nichts dagegen, wenn Du Deine Tasche leerst, oder?"
Der Bär griff in seinen Sack. "Hier mein Handy, hier mein Geldbeutel..." Dann haute sich der Bär mit voller Wucht auf die Brust: "Und hier ein Foto vom Hamster!"
Verschmitzt sah der Alte mich an und beobachtete zuerst mein Grinsen und als mir die Konsequenzen für den Hamster bewusst wurden, meine betrübte Miene. Die Geschichte sei noch nicht zu Ende, meinte er. Das Schicksal des kleinen Hamsters habe niemanden kalt gelassen. Das Fest wurde abgesagt, es wurden Projektgruppen organisiert, die verhindern sollten, dass so etwas nochmals vorkommt. Schliesslich einigte man sich auf eine Gedenkfeier für den kleinen Hamster, die leider komplett aus dem Ruder gelaufen sei. Daraufhin verbannten die Schweine alle anderen Tiere von jeglichen Partys.
Das sei in "Animal Farm" nachzulesen. Ich mag mich allerdings an keinen Hamster in Animal Farm erinnern. Uebrigens ein Roman, der eine Parabel der russischen Revolution bzw. der Geschichte der Sowjetunion ist. Und: Es hat sich nicht viel verändert! Die Schweine sind immer noch an der Macht!
Dann erhob sich der Greis, wünschte mir "gut Licht" und als er nochmals zurückschaute, ich könnte schwören, ich sah in das Gesicht eines Hamsters.
Noch mehr Geschichten
Aber es gibt einfachere Geschichten, die mir manchmal erzählt werden. So hätte sich ein älteres Pärchen mit einer Bekannten an der Limmat getroffen. Worauf die Bekannte den Mann darauf hinwies, dass der Reissverschluss seiner Hose offen sei. Da meinte die Frau: "Wenn der Vogel tot ist, musst Du den Käfig nicht mehr schliessen..."
Mit den wärmeren Temperaturen werden die Freizeitsportler an der Limmat zahlreicher. Auch wenn die meisten Rücksicht auf Mensch und Tier nehmen, einige, vor allem Radfahrer, verwechseln den Limmatweg mit einer Rennbahn. Noch grössere Idioten sind die, die den Fluss als Müllkippe missbrauchen. Unglaublich was man alles im Wasser sieht. Ich meine, ist es denn so schwierig, den Müll fachgerecht zu entsorgen? Naja, die Hoffnung stirbt zuletzt.
Nochmals Winter im Limmattal
2. April 2022
Idyllisches Winterparadies Dietikon am 2. April 2022, die Nötzliwiesen-Schwänin beim Nestbau.
Der Erpel kann's kaum glauben. Nochmals Winter.
Er war allerliebst, vollführte einen kleinen Tanz und sprach dann längere Zeit mit mir.
Ich verstand ihn leider nicht genau, vielleicht was mit "ab in den Süden?"
Ein paar Tage später war es nimmer noch frisch, aber der Schnee Vergangenheit
175 Jahre Holzkoperation feiert mit Künstlern im Guggenbühl- und Honeretwald. Hier das Kunstwerk von
Carla Homeister.
Spektakulär auch die Figuren von
Daniel Glaser, unter anderen bis im Oktober zu bestaunen.
Sloweniens Frösche im Liebesrausch, Frühlingsbesuch
14. April 2022 - 18. April 2022
Meine Schwiegereltern Damir und Tereza und meine Frau Sabina erfreuen sich am herrlichen Frühlingstag.
Beträchtliche Grössenunterschiede bei den Erdkröten, hinten ein Männchen.
Erdkröten (Bufo bufo) leben eigentlich nicht im Wasser und sind nur in der Laichzeit tagaktiv.
Der wollte doch tatsächlich eine Schildkröte besteigen. Kröte ist Kröte, hat er sich wohl gesagt.
Sie tauchte aber ab und schien etwas pikiert zu sein.
Der Beweis, Aliens sind unter uns!
Sieht nach einem Hilfeschrei aus .
Wer hat da wen gepackt? Ich bin nicht sicher, ob es die Kröten selber wissen.
Wenn die Laichzeit vorbei ist, sind sie wieder dämmerungsaktiv und im Wald und auf Wiesen unterwegs.
Liebesgeflüster ins Ohr des prächtigen Bocks?
Der Ackerschachtelhalm - Tausende wachsen den Bahngleisen entlang, von (fast) niemandem beachtet
Die weissen Narzissen blühen immer um die Osterzeit.
Ton sur ton mit der Narzisse - ein Aurora-Falter.
Zurück in der Schweiz, Frühling im Limmattal
20. April 2022
Schon ein paar Tage alt - Osterkinder wahrscheinlich.
Ein Sperlingweibchen mit Futter für die Jungen. Ja, es ist Frühling.
Auch der Haubentaucher ist für seinen Nachwuchs unterwegs.
Selten gibt einem der Zwergtaucher die Gelegenheit, ihn so zu fotografieren, sie tauchen jeweils blitzschnell ab.
Jedes Jahr staune ich über die farbigen Jungs des Blässhuhns.
Das Limmattal ist landschaftlich nicht gerade spektakulär, aber von unserer Terrasse aus sieht man bei guter Sicht den Säntis und die Flieger, die innert Kürze auf dem Flughafen Zürich-Kloten landen, hier eine Thai-Maschine aus Bangkok.
Jeder hat so seine eigene Technik bei der Landung - ein Gänsesäger.
Dem hau ich jetzt die Hucke voll. Blässhühner besprechen das Revier.
Bei den Besprechungen gibt es immer wieder spektakuläre Szenen.
Eine Feder als Trophäe?
Scheint so, als gäben die aggressiven Blässhühner dem ruhigen Graureiher zu denken.
Eigentlich wollte ich ihr nur sagen, dass es keine gute Idee ist, auf Schwemmholz das Nest zu bauen - ich meinte, ich hätte so was wie "kümmer' Dich um Deinen eigenen Scheiss" gehört. Tage später war das Nest Geschichte.
Der stolze, neue Mr. Nötzli vor einem Hintergrund mit Schilf.
Touristik-Destination Dietikon: Funfahrten mit dem
Sebni - gar nicht mal so alt (1969).
Den Passagieren gefällt's.
Action an der Limmat, ein Helikopter bei der Wasseraufnahme um Brände zu löschen, im Bild ein 800 Liter Sack.
Erinnerte mich an meine Wiederholungskurse im Militär. Vier Helikopter waren an der Übung beteiligt und üben einen Formationsflug über die Katholische Kirche von Dietikon.
Zorro, der Rüde einer Freundin sieht den Helikoptern gebannt zu.
Die Krähe nimmt ein Blütenbad.
Durch diese hohle Gasse muss er kommen. Der Graureiher benützt die Fischtreppe als Futterkrippe.
Leider für Fotografen und zum Glück für die Fische ziehen die Kormorane im Frühling wieder nordwärts.
Nachdem ich dieses Bild entwickelt hatte, verspürte ich den leichten Drang, an meinem linken Ohr rum zu schnippeln.
Dass Krähen Fische fangen, habe ich nicht gewusst.
Sie meldet zu Recht Besitzansprüche an.
Dann wurde die Barbe fachmännisch seziert.
Dä Chaugummi wo schprützt? Die Schwimmblase muss raus, sie verströmt sonst einen bitteren Geschmack. Mindestens für uns Menschen wird der Fisch dann nicht mehr geniessbar.
Am Klingnauer Stausee
11. Mai 2022
Von Jägern unbehelligt - Karpfen beim Laichritual am Klingnauer Stausee.
Liebestanz.
Mehrere Männchen versuchen der Erste zu sein - das Ritual hat seinen Preis, die Männchen stupsen das Weibchen immer wieder in die Seite, was zu Verletzungen der Schleimhaut führt und nicht selten endet das Ganze für sie mit einer tödlichen Pilzinfektion.
Am ganzen See waren Spritz- und Klatschgeräusche zu hören - wie bei einem Kinderbad, einfach ohne Geschrei!
Tanz der Libellen.
Ausgetanzt. Bachstelze mit edlem Fang.
Plattbauchlibelle im Gegenlicht - was für ein Bokeh.
Plattbauch (genetisch bevorteilt - ich kämpfe mit meiner Genetik) - Libelle.
Zwei Nilgänse geniessen den Nachmittag zusammen mit einem Höckerschwan am Klingnauer Stausee - obwohl, sie sehen etwas ratlos aus.
Der blühende Mohn gibt immer wieder schöne Bilder her.
Farbiges Limmattal, Frühling in der Schweiz
Mai 2022
Die ersten Erpel haben ihre Pflicht getan und verlieren ihr Prachtkleid - bald sehen sie aus wie die Entenfrauen, nur noch am (gelben) Schnabel sind sie zu erkennen.
Der fühlt sich sichtlich wohl.
Bachstelze - immer eine Herausforderung die scharf zu kriegen.
Kolbenenten balzen immer noch um Weibchen (vorne).
Die Zähne des Gänsesägers - ziemlich furchteinflössend.
Haubentaucher im Abendrot.
In Wahrheit leider nur die Spiegelung eines Sonnenstorens.
Der sieht ziemlich geschafft aus.
"Ich sing ein Lied für Dich" - das Weibchen der Kolbenente hat wohl einen Tagtraum.
Zielgerichtet.
Ich wusste nicht, dass Graureiher ihre Augen dermassen bewegen können.
Die Plattbauchlibelle erinnert mich immer an frühere Zeiten, als ich noch ein Sixpack hatte.
Zum Glück sind die nicht 2 Meter gross - eine Vierflecklibelle - die erfolgreichsten Raubtiere der Tierwelt. 95 % ihrer Angriffe sind von Erfolg gekrönt.
3 von 9 Jungen haben überlebt - während sie den Kleinen das Revier an der Limmat zeigt...
...geht Vater surfen.
Eine Barbe weniger.
Dem Tod in den Schlund geschaut.
Die Mittelmeermöwe ist für diesen Tag wohl satt.
Vater Nötzli gibt sich einem Bad hin.
Diese Libelle ist dieselbe, die ich zwei Tage vorher vor der Linse hatte, ich wusste gar nicht, dass man die erkennen kann (Zeichnung des Plattbauches!).
Sich in Szene setzen.
Die Eisvögel sind zurück in Glanzenberg, allerdings extrem scheu.
Noch sind sie nicht "über den Berg". Es sind nur noch drei Jungtiere. 2023: Zwei haben das erste Jahr geschafft.
Die Eltern gewöhnen die Kleinen so schnell wie möglich an die Boote auf der Limmat.
Majestätisch schwebt der Graureiher in den Tümpel bei Glanzenberg.
Punktlandung.
Herrliche Vögel - ruhig und doch blitzschnell.
Landauf - landab.... viele Küken überleben aber die ersten Wochen nicht.
Die A3-Autobahnbrücke, die den Tümpel bei Glanzenberg überdacht, wird saniert, ein Höllenlärm, davon lassen sich aber weder der Eisvogel, noch die Haubentaucher und auch nicht der Biber beeindrucken.
Beeindruckende Balzrituale der Haubentaucher.
Was für schön farbige Beine des Blässhuhns.
Die Geschichte vom hässlichen grauen Entlein, das später ein weisser Schwan wird, ist definitiv unpassend.
Viel herziger kann man als Küken nicht aussehen, oder?
Hoffentlich überleben wenigstens die drei.
Gras geschnupft?
Nicht gut: Die Zunge hängt dem Gänsesäger aus dem Schnabel, er hat's wohl nicht überlebt.
Die Plattbäuchler verfolgen mich noch im Schlaf.
Ein Weibchen der Prachtlibelle sonnt sich in der Frühlingssonne. Sie leben nur 30-40 Tage.
Wenige Bienen und Hummeln sind dieses Jahr unterwegs - wenn das so weitergeht, hat die Menschheit ein Ernährungs-Problem.
Plastik tötet - womit wir bei den Idioten sind.
Libellen zu bestimmen ist schon nicht einfach, aber eine Blume... Ich nehme an, dass dies eine Edelweiss-Rose ist. Aber der Blume wird ihr Name herzlich egal sein.
Flügzüg. Schwebebiene.
Gänseblümchen, dank meinem Blumenexperten Tobias, weiss ich jetzt, dass diese Blume ein Berufskraut ist und die einheimischen Gänseblümchen verdrängt... so genannte
Neophyten.
Feuerlilie.
Garden hose strawberries.
Weltberühmt, die sogenannte Seeigel-Blume.
so long guys