Wir werden alle überwacht!
Balllenberg, Züri-Fäscht, Quinten am Walensee und Züri-Zoo
Juli 2013
Eigentlich hätte ein Sturm der Entrüstung über die Welt brechen sollen! Die Enthüllungen von Snowden, die uns vor Augen geführt haben, dass wir alle in allen Lebenslagen überwacht werden, waren doch ganz schön deftig. Willkommen im Orwellschen 1984, 1948 geschrieben, was für ein Visionär! Naja, ganz so schlimm kann es ja nicht sein, schliesslich begeben sich Freiwillige ins "Big Brother-Haus". Und einige sehen sich das auch noch an! Was für eine Welt?!
Diese Frage stellen sich nicht nur Verschwörungstheoretiker, sondern mittlerweile auch gut ausgebildete und ebenso gut situierte Menschen. Ich kenne mittlerweile kaum noch Leute, die nicht der Meinung sind, dass irgendetwas auf unserer Kugel falsch läuft. Es brodelt und jeder hat seine eigene Theorie dazu. Aber was auch immer passieren wird, die Erde dreht sich weiter, Menschen werden geboren und andere gehen einen anderen Weg als die Zeit. Manchmal gewollt und manchmal ungewollt.
Und...! Wir erlebten wieder einmal einen Juli mit Temperaturen, der (fast) alle Rekorde brach. Eigentlich ein verdienter Ausgleich zu sechs Monaten Kälte und Niederschlag.
Das Züri-Fäscht zu Beginn des Monates konnte sich über das Wetter nicht beschweren und auch der Rest des Julis war Sommer.
Aber der langen Rede kurzer Sinn. Auch im Juli fotografierten Sabina und ich was das Zeug hielt. Ob am Freitagnachmittag am Züri-Fäscht, bei meiner Mutters 83. Geburtstag oder die Spatzen auf unserem Balkon und auch Tiere im Zürcher Zoo und mit meinen Schwiegereltern im Freilichtmuseum Ballenberg. Aber wie heisst es in vielen deutschen Reiseblogs? "Seht selbst!"
Freilichtmuseum Ballenberg in Hofstetten bei Brienz, Switzerland
25. Juli 2013
Das Freilichtmuseum ist aus der ganzen Schweiz gut erreichbar.
Ballenberg lebt, die Besucher sind entzückt. Durch 24 Tonnen Schilf und Stroh wird das Hochstudhaus aus Oberentfelden im Kanton Aargau geschützt. 2026 sind es 40 Jahre her, seit das Haus im Ballenberg eingeweiht wurde.
Eine alte Bauernstube entrückt die Besucher in eine andere Zeit im Madiswiler Bauernhaus.
Handwerken im Freilichtmuseum
Das Handwerk lebt. Im Freilichtmuseum wird nicht nur aus- sondern auch hergestellt. Hier im Schlauch der Seilerei im 52 Meter langen Schopf, wo Seile aus Hanf und Flachs gefertigt werden. Sie stehen im Museum zum Verkauf.
Ursprünglich war der Schopf der Originalschreinerei Iten 104 Meter lang.
Wohl eine Rolle Garn, die dem ganzen einen farbigen Tupfen verleiht.
Die Ballenberg-Schmiede lockt viele Interessenten an. Man kann den Schmieden bei der Arbeit zusehen.
Das Freilichtmuseum bietet sogar Kurse im Schmieden an.
"Des eigenen Glückes Schmied" und frieren wird man in der Schmiede selten. Bis zu 1200 Grad Celsius muss das Metall erhitzt werden, um es formbar zu machen.
Die Töpferei wird von Gross und Klein gern besucht.
Das scheint gar nicht so einfach zu sein, denken sich die beiden Knaben wohl. Um dies herauszufinden, gibt es Töpferkurse.
Im Bauernhaus aus Wila, ZH. Ab und zu zeigt eine Schuhmacherin wie in früheren Zeiten Lederschuhe angefertigt werden. Lederschuhe waren früher eine besondere Kostbarkeit.
Drogisten, Apotheker und Giftmischer gibt es schon seit Jahrhunderten. Da darf eine Drogerie im Ballenberg auch nicht fehlen.
Die Drogerie im Haus aus Herzogenbuchsee zieht viele Besucher an. Manch kann auch allerlei kaufen, wie das Chörblichrutwasser. Die Pflanzen dafür wachsten rund ums Haus.
Über 100 Häuser stehen im Freilichtmuseum Ballenberg. Das Bauernhaus aus Madiswil, Bern ist ein besonders schönes Exemplar.
Das Bauernhaus Madiswil, Bern, von 1709 mit seinem mächtigen Schindeldach (160'000 Stück). Das Dach wurde zeitweise aber auch mit Stroh gedeckt. Es ist ein Mehrzweckbau und von Anfang an für zwei Familien gebaut worden.
In der Küche des Bauernhauses werden Würste und Speck geräuchert. Das ganze Haus ist voller Rauch. Die Würste werden erfolgreich im Freilichtmuseum verkauft.
Sehr pittoresk ist eines der Wohn-/Esszimmer eingerichtet. Es täuscht darüber hinweg, dass in diesem Haus in harten Zeiten gelebt wurde.
Natürlich wurde in den rauchigen Zimmern auch geliebt und für Nachwuchs gesorgt.
Auch das zweite Ess-/Wohnzimmer sieht wunderschön aus.
Wie wenn die Familie gleich von der Arbeit kommt.
"Froh erwache jeden Tag, freue Dich am Leben, was er auch noch bringen mag, Gott hat ihn gegeben."
Karl Enslin (1819 - 1875)
Karl Enslin (1819 - 1875)
"Müde bin ich, geh zur Ruh... hab ich Unrecht heut getan?"
Ob sich die beiden Gründer des Freilichtmuseums das je gefragt haben? 1963 wurde die Idee geboren und die Herren Ritschard und Gschwend waren die treibenden Kräfte. Allerdings ist das Ganze ein Gemeinschaftswerk von Dutzenden von Politikern, Gönnern, Machern und Helfern. Aber bei der Eröffnung 1978 waren sich die beiden Herren derart spinnefeind geworden, dass sie sich erst nach langem Zureden einem gemeinsamen Foto stellten.
Die Ruhe trügt. Auch mein Vater, Heinrich Guggenbühl (1920 - 2009), war stark in dieses Projekt involviert. Als Gründer der Ostschweizer Fördergesellschaft, zusammen mit Ruedi Stückelberger, unterstützte er den Aufbau des Freilichtmuseums. Urs Ritschard schilderte ihn in seinem Buch "Ballenberg ob Brienz, Chronik" so: "... und wird zum wirkungsvollen Kommunikator und Werber für ein schweizerisches Freilichtmuseum auf dem Ballenberg." So manchen hitzigen Wort- und Briefwechsel hat sich auch mein Vater mit den verschiedenen Protagonisten geliefert.
Jahr für Jahr nagelte meine Mutter den Ballenberg-Jahres-Kalender an die innere WC-Türe in unserem Haus. Dank meinem Vater erhielten wir den gratis. Er war fürchterlich langweilig. Viele Jahre später wollte ich meinen Teil zum Gelingen des Freilichtmuseums beitragen und liess einen Kalender mit Fotos, die wir hier sehen, anfertigen und sandte ihn dem Freilichtmuseum zu, um vielleicht einmal einen anders gearteten Jahreskalender zusammen mit dem Freilichtmuseum zu gestalten. Er war sicher nicht 0815 und eher auf das Innenleben der Häuser als auf Kühe mit altem Haus ausgerichtet.
Voller Freude nahm ich ein paar Tage später die Berner Nummer ab. Der damalige Marketingleiter überzog mich mit einer Tirade unflätiger Wörter und bezichtigte mich des diebischen Geldverdienens auf Kosten des Freilichtmuseums. Er würde die rechtliche Situation abklären, ich müsse mit einer Anzeige rechnen. "Der spinnt doch" war alles, was ich denken konnte. Ich habe mich natürlich schriftlich beschwert, eine wirkliche Entschuldigung habe ich nie erhalten, nur eine E-Mail in dem er mir mitteilte, dass sie sicher mit einem anderen Partner einen Kalender realisieren würden. "Ihr mich auch!😏"
Stand 2025: Auch in den letzten Jahren hat es immer wieder Streitigkeiten gegeben. Die einen wollen ein Disneyland und die anderen ein Handy-Verbot und so weiter und so fort... Trotz allem ist der Ballenberg ein Vorzeige-Objekt für Freilichtmuseen geworden und erfreut fast jeden Besucher, wie diese zwei Jungen, die im Wald beim Picknick-Platz am Weissensee spielen dürfen.
Tiere im Ballenberg
Natürlich fehlen auch Tiere nicht. Das Brahma-Huhn gilt als sanftmütig und leicht zu handhabender Vogel.
Natürlich ist das Freilichtmuseum kein Zoo. Wer wegen Tieren anreisst, wird enttäuscht sein. Ob es den Ziegenbock im 2026 noch gibt? Jedenfalls stank er im 2013 einen Kilometer gegen den Wind. Vor lauter Nase zu halten, habe ich nicht einmal ein Bild gemacht.
Auch ein Blickfang: Das Wohnhaus aus Sachseln, Obwalten, um 1600 gebaut.
1797 brannte das Haus von Bendicht Gosteli nieder. Als gut betuchter Offizier gab er diesen stattlichen Bau in Auftrag. Das mit Grau bemalte Holz sollte einen Steinbau vortäuschen und die Fenster im Giebel sind aufgemalt. Das Haus stand im bernerischen Ostermundigen. Protzig, kann man da nur sagen.
Eine mächtige Trotte (Traubenpresse) mit 2 1/2 Tonnen Gewicht aus dem Jahre 1695 in einem Schaffhauser Kloster. Sie wird bis heute immer wieder in Betrieb genommen.
Die Küchen waren in den alten Häusern Feuerstellen. Daher hatte es in den Häusern viel Russ und Rauch.
Mit etwas Phantasie kann man sich ganz gut vorstellen, wie die Menschen früher gelebt haben. Ich bin froh, bin ich nicht im Mittelalter geboren worden.
Sticken kommt sogar bei den ganz Jungen gut an!
Für fast jeden Besucher findet man eine Attraktion. Meine Schwiegereltern und der Betreiber des Karussells rechts unten im Bild.
Ein letzter Blick auf die Idylle des Ballenbergs und das Bauernhaus aus Therwil, Baselland. Bis ins 2026 haben wir leider keinen Besuch mehr geschafft.
Auf Wiedersehen! Auch Sabina hat den Besuch
Züri-Fäscht 2013
5. Juli 2013
5. Juli 2013
am Utoquai!
Action by Fallschirmspringer
geordnet! Zürich halt!
schön sind Freaks nicht ausgestorben!
Ausflug an Mutters Geburtstag nach Quinten am Walensee
21. Juli 2013
21. Juli 2013
Quinten
die Leute stauten sich, um die Ringelnatter zu bestaunen!
Im Zürcher Zoo
26. Juli 2013
26. Juli 2013
Der Schneeleopard beobachtet die Umgebung. Es war schliesslich seine Beute.
Ein Elefant sorgt für Aufruhr im beschaulichen Gehege der Dickhäuter.
Es will doch nur spielen. Die Feuerwache der Steppe. Das Spitzmaulnashorn. Sie sind vom Aussterben bedroht.
Der Marabu sieht aus, wie wenn er sich für sein Aussehen schämt. Aber die Schönheit liegt doch im Auge des Betrachters. Schliesslich zählen sich 80 % der Menschen zu den 20 % Schönsten...
Meine Frau, die gerne mit Tieren spricht, meinte zu ihm: "Du bist ein ganz Herziger!" Na also, Kopf hoch! Ich meinte zu meiner Frau: "Als Aasfresser hat er sicher auch einen angenehmen Atem." Von ihrem Ellbogenstoss schmerzte meine Rippe noch ein paar Tage lang...😏!
Der Kappengibbon studiert die Besucher. Ich fühlte mich gescannt.

Tereza, Damir und Sabina!
lost, not found!
Turm in der Masoala-Halle
so long guys!
















































































































2 Kommentare:
Ganz tolle Bilder zeigst du hier! da bekommt man doch Lust auch gleich dort hin zu fahren!!
Danke Dir!
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