12. Oktober 2016

Im Tessin - Brusino-Arsizio - Bogno - Roncapiano

In der Santa Croce, einer Kirche von Riva San Vitale (Ticino, Switzerland).

Mit der Mutter Guggenbühl im Tessin
6. Oktober 2016 - 9. Oktober 2016


Darum heisst es Nord-Süd-Achse.

  Der Gotthardpass. Da bin ich schon mit dem Sturmgewehr umhergeirrt (Rekrutenschule 1982).

  2091m hoch. Mutter freut sich auf die 2 Tage im Tessin.

Blick auf Airolo, im unteren Rand des Bilds, der Truppenübungsplatz meiner RS 1982 (in weiter Ferne Locarno und Lugano, zuerst muss man durch das Valle Leventina).


Ristorante San Giorgio in Brusino-Arsizio
6. Oktober 2016 - 9. Oktober 2016

Morcote, vor kurzem wieder einmal zum schönsten Dorf der Schweiz gekürt, vom Hotelzimmer des Chalet San Giorgio Brusino-Arsizio aus gesehen.

Am nächsten Morgen sahen wir als Erstes einen Haubentaucher mit seinem Jungen.

Sabina hätte eigentlich eine Canon 7D. Im Sommer legen hier die Boote an, deren Insassen sich dann im Ristorante San Giorgio verwöhnen lassen..

Mutter geniesst das Morgenessen.
 
Bekannt für Wildspezialitäten, war Donnerstag-, Freitag- und Samstagabend ausgebucht, ich aber genoss die besten grillierten Riesencrevetten meines Lebens.

Vorne rechts, das Zelt des Speisesaales.

Meine Mutter und "Il  nostro caro amico Martino Trinca", ein fürsorglicher Gastgeber, neuer Facebook-Freund und von frappanter Ähnlichkeit mit Simon (Bill Paxton) aus "True Lies". Noch mehr gleicht er dem Omar Sharif, sagen sie im Dorf! 2026 ist Martino schon länger pensioniert.

  Das nebenan gelegene Chalet bietet 3 Gästezimmer.

Mutter (86) und Sabina strahlen voller Vorfreude.

   Ein Haubentaucher bringt dem Nachwuchs das Morgenessen.

  Zufrieden geht das Junge nun den Tag an, genau wie wir.

Unsere Route an diesem Wochenende.


Villa Luganese, ein Ortsteil von Lugano
7. Oktober 2016

Unser erster Halt auf dem Weg nach Bogno, im Val Colla... die Kirche Santa Maria Assunta in Villa Luganese für Tessiner Verhältnisse fast bescheiden...
  
   Wohl eine Panettone-Schachtel oder was auch immer das sein mag...?!

Wir machten einen kurzen Streifzug durch Villa Luganese. Das Licht des Südens war auch in den engen Gassen präsent.

  "Dieses Licht!" Die Repeat-Taste im Kopf meiner Mutter.

Wandmalerei vom Licht verzaubert. Das mit dem südlichen Licht stimmt. Es ist weicher als auf der Nordseite. 


Bogno im Val Colla
7. Oktober 2016

 Blick über Bogno, das zuhinterst im Val Colla liegt.

Meine Mutter verbrachte hier 10 Jahre lang ihre Ferien, ohne Mann aber mit Vecchio (was für ein Name für einen Hund), und träumt heute noch davon. Es war ihr Rückzugsort.

Meine Mutter und Sabina in Bogno, weit vom Schuss, dafür perfekter Startpunkt für eine Wanderung auf den Monte Bar, von dem man sagt, dass man an klaren Tagen bis nach Mailand sieht oder mindestens die Smog-Kuppel.

  Sie sind doch nicht so ganz sicher, ob die Bestellung auf italienisch richtig angekommen ist...?!

Die Kirche von Bogno, schon fast protestantisch bescheiden.

Die Heuschrecke sonnt sich in den letzten warmen Sonnenstrahlen.

  Der Kirchturm der Chiesa da Scatian in Valcolla.

Der Turm der Oratorio Santa Maria in Bidogno.

La Via Crucis (14 Kapellen), von der Strasse aus nicht zu sehen.

Wo man überall Kirchen hin baute. Schönste Aussicht inklusive.
  
Der Monte Bré, beliebte Wohngegend mit Hanglage. 

Die Lebenden und die Toten. Der Friedhof von Lugano und nicht gerade einladende Wohnblöcke.

  Schiffsanlegestation mitten in Lugano.

Die Sicht vom Parkplatz des Ristorante Capo San Martino, ein Postkartenblick oder ein Photopoint, diese unsägliche Mode von heutigen Tourismusverantwortlichen. Soll der Tourist doch die besten Orte selber finden.

   Sabina wirkt ein bisschen müde vom vielen Kurvenfahren. Tja, der Tessin, der gebirgigste aller Kantone.

Campione, eine italienische Enklave mit dem von Mario Botta erbauten Casino.


Bergstation Serpiano
7. Oktober 2016

Auf der Bergstation von Serpiano mit dem Auto über Riva San Vitale zu erreichen oder mit der Gondelbahn von Brusino-Arsizio.

Von Links: Carona, dann der "Zuckerhut" Monte San Salvatore, im Vordergrund Melide (Swiss Miniature) mit dem Damm nach Bissone, im Mittelteil Lugano, im Hintergrund der Monte Bar und rechts der bis hoch hinaus verbaute Monte Bré und dahinter der Monte Boglia.
 
Blick auf Morcote, das schönste Dorf der Schweiz. 

  Auch in Schwarz-Weiss eine schöne Landschaft. Das Schiff kam wie gerufen.

Das ganze Massiv des Monte San Salvatore, eindrücklich.


 Brusino-Arsizio
7. Oktober 2016

  "Dieses Licht!" (Ja, Mutter!😏)
 
Das ehemalige Fischerdorf hat seinen eigenen Charme.

Unsere Kirchenbesuche waren meiner Mutter etwas suspekt, sie hatte wohl Angst wir würden als Frömmeler enden, muss sie aber nicht, denn wie heisst es so schön auf Englisch: "Going to church doesn't make you a christ, like standing in a garage doesn't make you a car." 

"Dieses Licht!": Der Lieblingsausdruck meiner Mutter während diesen 3 Tagen. Ja, dem Nordländer gefällt das Licht, das im Süden herrscht.

Fischerboote im Abendlicht.
  
Auch Kerker-Fenster können schön sein.

Zwei alte Tessinerinnen geniessen den Altweibersommer. 

Oh, pardon!😅 

Wunderschöne Fotomotive boten sich uns an der "Lungolago", der Uferpromenade des Dorfes.
  
Was für eine schöne Katze. 

  Osteria della Posta. 

Was sieht Sabina, was ich nicht sehe?

Das schönste Dorf der Schweiz: Morcote.

Wir bleiben noch eine Nacht.


Riva San Vitale
8. Oktober 2016

  In Riva San Vitale, die Chiesa Santa Croce, was für eine Pracht!

  Close-Up der Decke.

Die Kirche liegt am Dorfrand Richtung Brusino in Riva San Vitale.


Mendrisio im Mendrisiotto
8. Oktober 2016

In Mendrisio: Keine Angst Mutter, die nächste Kirche folgt sogleich.

Die Kirche der heiligen Kosmus und Damian in Mendrisio.

Ein stattliches Gotteshaus an bester Lage. Warum liegen die Kirchen immer an den besten Lagen? Man soll ja in sich kehren, wenn man aus religiösen Gründen eine Kirche betritt und nicht die Aussicht geniessen. Ich werde Religion nie verstehen.
  
Verwandte?😏

Palazzo Pollini, der Innenhof. Eine der Türen ist nur gemalt.

"Trompe-l'oeil-Malereien", wer hätte das erkannt?
  
Mit meiner Mutter vor den aufgemalten Täuschungen.
  
Sabina gefiel es immer besser im Tessin. Sie war fasziniert vom unteren Teil des Kantons. 

Ein typischer lombardischer Innenhof mitten in Mendrisio (gemäss dem Antiquitätenhändler wurde der  Hof schon mehrfach ausgezeichnet).

Gertrud "Trudi" Guggenbühl-Menz (1930 - 2022) ist nicht mehr weit von ihrem geliebten Castel San Pietro entfernt, aus dem die Maggis, Verwandte von uns stammten. Ob die Geschichte stimmt? 

Alessio di Tomini, Philosoph, Sammler und Geschichtenerzähler (von ihm hab ich das mit dem prämierten Innenhof), aber ein echtes Schlitzohr, erst nachdem ich mit meinem radebrechten Italienisch am Ende war, sprach er uns auf Schwiizerdütsch an, sehr witzig. 😝 Natürlich der Inhaber des Ladens. Und wieder einmal verhielt sich meine Mutter seltsam. Sie wollte kein Wort mit ihm wechseln.
 
 Mein Gott, was für Schätze (ich werde in diesem Kanton noch religiös).
  
Stundenlang hätten wir stöbern können, aber meine Mutter wollte weiter.


Im Valle Muggio
8. Oktober 2016

  Wir fuhren weiter nach Muggio, einem authentischen Dörfchen im Valle Muggio.

Der beste erhaltene Waschbrunnen vom Tessin (sagt man). 

Zu diesem Zeitpunkt glaubte ich, man könne diese Dörfer nur mit dem Maulpferd erreichen. 

Ich betete für einen Sonnenstrahl durch die Wolken auf die grüne Wiese (Mist, so langsam wirken die Kirchenbesuche nach...!) und tatsächlich! Ein typisches Bild im Tessin: Von einem Hang sieht man an den Gegenhang. 

Malerisches Muggio.

 Chiesa San Lorenzo di Muggio.

Was diese Malerei damals wohl gekostet hat. Vielleicht gar nicht so viel. Die Kirche hat Maler vielfach mit Gutscheinen für die Ewigkeit bezahlt. Sagt man.

Meine Mutter mühte sich durch die schmalen Gassen von Muggio, aber in die Kirche wollte sie partout nicht. Sie war (2022-†) nicht gerade gläubig, aber auch nicht ungläubig und protestantisch erzogen. Die katholischen Kirchen im Tessin scheute sie wie der Teufel das Weihwasser. Seltsam.
  
Habe ich es schon erwähnt? Am schönsten Platz des Dorfes gelegen? Das muss eine Kirche sein.

 Muggios Gassen, eine alte Tessinerin geht heimwärts.

Was für eine Geschichte wohl dahinter steckt? 

Sabina gefällt's.
  
Mutter meinte, wir sollten auf der anderen Talseite zurückfahren. Jetzt weiss ich, dass die Dörfer zwar auch per Auto zu erreichen sind, die Strassen zwar geteert, aber wie Saumpfade in den Hang gebaut sind.

Auf dem Dorfplatz von Roncapiano. Mit dem Auto heisst dies: Umkehren, nachher geht einem die Strasse aus! Ich bin heute noch nicht sicher, ob sie wirklich nicht gewusst hat, dass es hier nicht mehr weitergeht... schliesslich liebt sie das Autofahren!
  
Roncapiano ist ein guter Startpunkt für die 2-stündige Wanderung auf den Monte Generoso, der Berg im Hintergrund liegt schon in Italien.
  
"Chef, ich hab' den Bus verpasst." 😅


Castel San Pietro
8. Oktober 2016

Blick über Castel San Pietro auf Balerna, das schon lange mit Chiasso zusammengewachsen ist. Das etwas schwer zu sehende Autobahnstück (Viadukt) liegt schon in Italien und hinter dem linken Hügel liegt Como.

Die einzige in Europa vorkommende Edel-Kastanie ist im Tessin zu Hause.
 
  Die Kirche von Castel San Pietro. Meine Mutter blieb wieder einmal vor der Türe.

St. Eusebius liebte wohl Verspieltheit und Prunk und Protz und Kitsch, jedenfalls ist die Kirche diesem Sohn Gottes gewidmet...

Arm wie eine Kirchenmaus waren zu Bauzeiten die Leute, aber für eine pompöse Kirche hatte man genug Geld. Ich begreife die Menschen nie.

Meine Mutter ist am Ziel Ihrer Träume, von diesem Hof in Castel San Pietro stammt eine ihrer Urgrossmütter, eine geborene Maggi, eine leider schon lange verarmte Adels-Familie. Legenden renken sich um diesen Clan. Und Mutter stolzierte auch in das eigentlich fremde Gärtchen, wie wenn ihr noch immer alles gehören würde. Gut sind wir nicht in Amerika, da hätte ich sie aus der Schussdistanz gezerrt! Seltsamerweise wollte sie aber nicht mit den Leuten im Haus sprechen. Manchmal verstehe ich diese Frau nicht. Vielleicht ist das mit den Maggis ja auch ein Ammenmärchen und ich bin gar nicht zu 1/16 Tessiner.😎

Chiesa Rossa, hier hätten sich anno domini die verfeindeten Sippen einander die Köpfe eingeschlagen! Oh, Du schönes Tessin. Nicht ganz einfach zu finden, frag den Metzger im Dorf, er wird den Weg weisen.

 Mutter ist selig vor Glück, wieder einmal in "ihrem" Castel San Pietro.
  
Und wir können's nicht lassen, die "normale" Kirche im Dorf von Riva San Vitale.

Glücklich in "ihrem" Tessin (hat aber viele Kirchen Mutter😏)


Der letzte Abend
9. Oktober 2016

  Eisenbahnablage-System in Porto Ceresio, Italien, links der Mitte: Morcote.

Ebenfalls schön herausgeputzt (zur grossen Überraschung meiner Mutter): Porto Ceresio. Die Ticino, ist heute das Lord Nelson Pub.

   Morcote, die Farben ändern sich im Minutentakt.

Das war ein schönes Spiel des Lichts.

Wir mussten Abschied nehmen von wunderschönen Tagen mit Trudi in "ihrem" Tessin.

Das Wetter im Norden? Genau wie im Klischee: Süden schön, Norden bewölkt und Regen.

Unsere Route für die Heimfahrt.

so long guys!