28. April 2021

Küken, Biber, Flugshows und Attacken


Ein Starenfoto!

Plötzlich Vater
April 2021

Der April hat im Naturparadies Dietikon nochmal alles übertroffen, was ich bisher gesehen habe. Einige Bilder zeigen den unerbittlichen Kampf der Tiere, einige die unglaubliche Schönheit unserer einheimischen Tierwelt.

Für technisch Interessierte: Da ich mit meinem 70-200mm Objektiv f/2.8 von Canon nicht gerade für die Vogelfotografie ausgerüstet bin (eine Passantin meinte nach kurzer Diskussion: Da sind Sie aber nicht gerade gut bestückt...), habe ich mit meiner neuen Canon 5D Mark IV einen Extender Canon II 2x benutzt. Der macht es zwar zu einem 400mm, nimmt mir aber Licht und Qualität. Der Autofokus war kaum brauchbar und so musste ich manuell fokussieren, was mich gar nicht mehr auf das Bild konzentrieren liess, sondern nur noch auf die Schärfe. ISO 800: Vergiss es! Ich spreche hier von Fotografie, 21 Zoll Bildschirm, nicht von Instagrafie, 1+ Zoll Bildschirm...!😀 Daher nahm ich wieder die Canon 7D Mark II, das mein 200mm Objektiv wegen des Cropfaktors von 1.6 zu einem 320mm macht. Mein Traum ist natürlich das 600mm f/4 von Canon. Aber 13'500 CHF für Vögel ausgeben? 

Als Fotograf lernt man viele Leute kennen. Nicht nur Fotografen, wie Ronny Degiacomi, der zwar noch nicht lange fotografiert, aber ein wunderbares Auge für die Vögel hat und ein Instagram-Profi par excellence ist: Instagram Ronny Degiacomi  und der mittlerweile ein Freund geworden ist und folgendes auf Instagram gepostet hat: 


Das mit dem "könnte mein Vater sein" kostete ihn 3 der von ihm ergatterten 100 Punkte in meiner Beliebtheitsskala. Ältere unter uns wissen, was ich meine...😬

Mit vielen Passanten kommt man ins Gespräch, auch wenn nicht jede bemerkt, dass ich nicht gerade gut bestückt bin, weil mein 70-200mm doch ein stattliches Teil ist! Viele erzählen mir von ihren Sichtungen, manchmal gefragt, aber vielfach leider ungefragt. 😑

Ein Tipp für Fotografen: Wer seine alte Kamera oder sein Objektiv verkaufen will: Bei mpb.com hat alles bestens geklappt, da wir als Schweiz nicht in der EU sind, allerdings minus 19 % MWSt. Im Internet etwas zu verkaufen, ist immer mit Risiko behaftet. mpb hat den abgemachten Preis bezahlt, was jetzt mir (fast) ein schlechtes Gewissen bereitet...😬


Eisvogel
April 2021


Auch ein Star, an des Eisvogels Schönheit kann ich mich nicht satt sehen. 

Manchmal schimmert er türkis, einfach wunderschön. Der Farbwechsel hat mit der Wellenlänge des Sonnenlichts zu tun.

Der Eisvogel mit gutem Fang.

Aber schon fliegt er wieder davon. Vogelfotografie braucht Geduld.


Mittelmeermöwe gegen Krähe
20. April 2021

Krähen mögen wohl keine Mittelmeermöwen. Ruhig und majestätisch segelte die Möwe über die Limmat.

Kurz darauf hörte ich einen markerschütternden Schrei.

Die Möwe war wohl in die Nähe des Nestes gekommen.

Streite nicht mit Krähen. 

Die Möwe floh nach einem U-Turn in die Gegenrichtung.

Die Krähe ist halb so gross wie die Mittelmeermöwe, aber stolze Gewinnerin des Luftkampfes.


Die Limmat voller Küken
April 2021


Zuckersüss wie vom Sprüngli.

In der Gruppe ist am Sichersten.

Das bin ich, scheint sich das Küken sein Spiegelbild zu fragen. Sich selber erkennen? Das ist in der Tierwelt umstritten. Wir die Tiere aber nicht stören.

Herzig und wie leicht die sind. Jahre später hatten wir ein Entennest auf unserem Balkon. Die Geschichte endete nicht gut. Am Besten wäre es gewesen, die Ente gar nicht brüten zu lassen.

Frisch geschlüpfte Küken erkunden die Welt. (keinen Tag alt)

Während einige Enten nur 3 auf die Welt brachten, hatten andere 10, 11 oder sogar 14 Küken.

Allerdings sind von den 14 Küken nur noch 5 am Leben, auch eines auf diesem Bild verlor sein Leben. Sie fallen Raubfischen wie dem Hecht, Reihern, Greifvögeln, Möwen und auch Krankheiten zum Opfer.

Während die Küken der Stockenten das Herz erfreuen, könnten andere in Alpträumen erscheinen. Es gibt doch einen Film mit einem Scherenmann...

Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Sie sind einfach anders.

Obwohl, Satan lässt grüssen!😏

Nun gut, das lassen wir das als "oh-wie-süss" durchgehen, oder?

Und als Teenager sehen sie so aus... kein Wunder werden die im Alter böse😬!

Selten sieht man auch die zärtliche Seite der Erwachsenen. Nur kurz vor der Paarung.

Vielfach sind sie wie auf einer Mission unterwegs, immer Streit suchend.

Von weit her kommen sie angerauscht, um einen Kollegen zur Rede zu stellen.

Der Graureiher sieht dem Streit der Blässhühner gelassen zu.


Ein hinterhältiger Angriff
25. April 2021

Gar nicht gelassen reagierte der Haubentaucher auf eine hinterhältige, von zwei Seiten geführte Attacke der Blässhühner auf sein Nest. Schon beim ersten Bild dachte ich, das kommt nicht gut...

Das Blässhuhn sah gierig auf die Eier im Nest.

Was sich der Haubentaucher verständlicherweise nicht bieten liess.

Mutig nahm er den Kampf an, was das Blässhuhn mit seiner typischen Kampftaktik parierte.

Als sich das Blässhuhn doch kurz zurückzog, griff das zweite Blässhuhn in den Kampf ein.

Der Haubentaucher verteidigte sich gegen das zweite Huhn, worauf er vom ersten wieder angegriffen wurde.

Einen Zweifrontenkrieg könne man nicht gewinnen, dieses Mal wehrte der Haubentaucher den Angriff ab.

Was mich am Ganzen so faszinierte: Das war ein Plan! Die warteten, bis nur einer der Haubentaucher das Nest bewachte und planten dann ihren Angriff. Etwas später wurde der eine Haubentaucher vom anderen abgelöst. Ende gut, alles gut, meinte ich...

Am nächsten Tag bot sich mir aber folgendes Bild, Haubentaucher und Eier weg, das Blässhuhn als Gewinner auf dem Nest der Beiden...

Ich glaube, dem Reiher erging es wie mir, hm, was ist denn da anders?

Auch er musste genau hinschauen.

Das gibt es doch nicht. Wo gestern noch die Haubentaucher waren, herrschten nun die Blässhühner.

Jetzt sind die Blässhühner das ramponierte Nest am neu bauen.

Aber auch die Haubentaucher sind keine Engel... die machen hier kein Fangis.


Gefährlicher Efeu
20. April 2021

Viel friedlicher ging es im Efeu zu und her, eine Amseldame mit einer Efeu-Beere, aber Achtung!

Die Beeren enthalten Triterpensaponine.

Hochgiftig. Schon 3 Beeren können beim Menschen im schlimmsten Fall zum Tod führen! Vor allem bei Kleinkindern. Die Grasmücke stört das herzlich wenig...

Auch der Star bedient sich gerne.

Wer Efeu im Garten hat und keine Beeren will (sie wachsen erst nach 10 Jahren, wenn der Efeu seine Altersform erreicht hat), soll den Efeu nach der ersten Blüte stutzen (im Herbst).

Auch Finken lieben die Beeren, wie hier der Stieglitz.


Der Gänsesäger-Express
30. April 2021

Auch eher friedlich geben sich die Gänsesäger, deren Gefechte meistens nur in Drohungen bestehen, allerdings sollte man ihnen trotzdem nicht zu nahe kommen, denn sie sind mit den Jungen unterwegs, bzw. die Jungen mit der Mutter.

Die Gänsesäger-Mutter versucht einem Bienenschwarm zu entkommen.

Schneller Mutter, schneller!

Der erste Landgang der Küken.

Die Küken sind fast so schnell wie die Mutter wenn sie erschreckt werden.

Ich finde, sie wirken wie schlecht gelaunt.

Sogar auf Mutters Rücken.


Wie eine Strassengang
April 2021

Die Jungen der Stockente (ehemals 14) sind schon fast erwachsen und schreiten stolz durch den Park. Sie strahlten Selbstsicherheit aus und wirkten wie eine Strassengang. Don't mess with them!

Eigentlich ist das ihr Platz.

Eben!😅

Eine Kolbenente inmitten von Frühlingsblumen.

Eine spezielle Farbkombination. Die Frisur erinnert manchmal an Trump.

Das Fliegen wird noch etwas warten müssen.

Wohl weil sie so zahlreich sind, wird die Schönheit der Stockente gerne übersehen.

Die Männchen im Prachtkleid sind mit satten Farben ausgestattet.

Der sonst stoische Schwan ist kurz vor der Geburt seiner Jungen ziemlich aggressiv.

Was sogar Stockenten zu spüren bekommen.

Warum die Schwäne allerdings das Blässhuhn auf ihr Nest lassen, ist mir ein Rätsel.


Schönes Licht, schöne Fotos
April 2021

Manchmal gehe ich vor Sonnenuntergang los, dann bieten sich wunderbare Bilder in den ersten Strahlen der Sonne (mit dem fliegenden Eisvogel).

Der Werdbach, der vor dem Zufluss in die Limmat etwas breiter ist, bietet manchmal schöne Bilder.

Etwas Pech für die Fotografen, Vögel wählen gerne die schattigen Plätze, wie hier, der Mäusebussard, Bildmitte. Nun ja, alles kann man nicht verlangen.

Aber der Kormoran geniesst die ersten Strahlen in seinem Revier.

Überhaupt bietet der Kormoran manchmal fantastische Momente. Ich liebe diese Farbenspiegelungen in der frühen Morgensonne.

Im Hochwasser wirkt der Bach wie ein Sumpf in Louisiana, Amerika.

Die Meise bewegt sich leider gern im Schatten.

Während die Bachstelze auf ihrer Privatinsel die Sonne geniesst und den Himmel checkt.

Manchmal ziehe ich auch abends los.

Und wenn dann der Biber erscheint, ist die Welt einfach nur noch wundervoll.


Fast wie Vampire
April 2021

Die Biber scheuen die Sonne fast wie die Vampire.

Er baut sein Nest aus.

Dann gibt es einen kleinen Imbiss. Sie fressen im Winter hauptsächlich Rinden von Bäumen. Im Sommer wird der Menüplan vielfältiger.

Seine Pfoten sehen aus wie wenn er Lederhandschuhe tragen würde.

Eher selten sieht man die Ringeltaube, auch Waldtaube genannt.

Die Krähe sucht Baumaterial für ihr Nest zusammen.

Im Frühling sieht man solche Bilder öfters.

Der Graureiher liebt schattige Landeplätze.

Alet in der Limmt.

Eine Nase, voller Laich.

In einem Teich in Urdorf leben Hunderte von Fröschen.

Sieht ganz zufrieden aus, man sieht an der Limmat nicht sehr viele Frösche.

Elstern sind ruhelos, für einmal war diese ein paar Sekunden am gleichen Ort.

Das war der kräftige West-Wind, der manchmal das Limmattal heimsucht.

Mäusebussarde lassen sich nicht gerne fotografieren. 


Die Königsdisziplin der Vogelfotografie
April 2021

Die Königsdisziplin der Vogelfotografie ist und bleibt die Vogel-im-Flug-Fotografie.

Der Stockentenerpfel, ein eleganter Flieger.

Mittelmeermöwe über der Limmat.

Mäusebussard, wenn auch leicht unscharf, ist eben schwierig, die Flugfotografie.😏

Stockente im Anflug.

Das wird ein Riesennest für junge Graureiher.

Kormorane sind nicht gerade elegante Flieger.

Aber Kolbenenten sind dynamische und elegante Flieger.

Bis auf 6400 Meter Flughöhe schaffen es die Stockenten.

Rauchschwalben sind brutal schnell und äusserst wendig.

Eleganz der Stockente.

Bald schlüpfen die jungen Schwäne, der Vater geniesst noch seine Freiheit. 100 Meter Startpiste brauchen sie.

Sie brütet die meiste Zeit, wird aber manchmal durch ihn abgelöst (2021 10 Eier).

Dafür macht er sich für die Geburt schon mal schön.

Sieht wohlig aus.

War das nicht ein schöner Rückblick?

Na gut, alles hab' ich nicht gezeigt, bei Glanzenberg.

Wer's bis hierhin geschafft hat, mag vielleicht noch mehr?



Gänsesäger-(Junge) (lohnt sich😀)










so long guys

11 Kommentare:

Chile1962 hat gesagt…

Wow! So schön kann Natur in Bildern sein. Man hat fast das Gefühl sogar die Geräusche zu hören. Bravo Guggi.

Kari hat gesagt…

Grosses Kino, Guggi. I like your pics.
Liebe Grüsse aus Jona

Unknown hat gesagt…

Bravo, magnifique!!!
"Your old chinese lady"

Gerold Guggenbuehl hat gesagt…

Vielen Dank Frank!
Vielen Dank Miss Ping!
Vielen Kai Steibock!

Anonym hat gesagt…

Gratulation, da hast Du wieder ganz tolle Aufnahmen realisiert!

Wünsche dir einen entspannten Sonntag!
LG Klaus

Anonym hat gesagt…

Hoi Guggi

Ich will mir gar nicht vorstellen, wie viele Stunden Du auf der Pirsch verbringst, um solche Fotos hinzukriegen. Man spürt die Passion für mehr als einfach Bilder zu machen - und tolle Legenden, wie der Herr der Ringe oder das Starenfoto!

Du scheinst Ornithologie als tollen Zusatz zu Deinem Kamera-Steckenpferd entdeckt zu haben, und das sozusagen vor der Haustüre. Die Ergebnisse sind ebenso überraschend (Limmat bei Dietikon an der Grenze zum Aargau!!!) wie gut gelungen und stark im Ausdruck.

Herzliche Gratulation und en guete Start i die noi Wuche!

edi

Anonym hat gesagt…

Soooo schön! Congratulation!!!


Mit freundlichen Grüssen

Michaela

Anonym hat gesagt…

Hoi Guggi

Wirklich extrem schöne Bilder! Ein Riesenkompliment.
Einzigartige Sammlung.

Auch die Texte sind genial.

Beim Alptraum war ich mir nicht ganz sicher; aber Alptraum ist tatsächlich ein Synonym von Albtraum J.

Herzlichen Dank. Sehr bereichernd und – für alle die schon mal mit Guggi vor Ort waren J - noch cooler.

Liebe Grüsse
I.

Anonym hat gesagt…

Hallo Guggi

Man merkt Deine Freude und Leidenschaft zur Vogelwelt und Natur. Gratuliere Guggi. You are my favorite Photographer.
LG Harry

Anonym hat gesagt…

Lieber Gerold,
Uns geht es ganz gut, danke. Dasselbe hoffen wir von Euch!
Haben mit grossem Genuss Deine hervorragenden Aufnahmen betrachtet! Gratulation.
Wünschen weiterhin eine gute Zeit und viel Freude in der Natur. Hebed Sorg
Herzliche Grüsse M. und H.

Anonym hat gesagt…

Bin beeindruckt von Bild und Geschichte. Gut gemacht ...wie immer aber immer wieder frisch von neuem. Merci! Christian