13. Oktober 2011

New York und Vermont - oder doch lieber Kalifornien?

Mission Beach San Diego, California

Lake George (New York State) - San Diego (California)
29. September 2011 - 10. Oktober 2011

A patchy Native American Summer
Oktober 2011

Der Indian Summer im Nordosten der USA ist wahrscheinlich für jeden der gerne fotografiert ein Traum. Voller Vorfreude landeten wir am Lake George und im gleichnamigen Ort am See. Endlich wieder eine Landschaft mit Hügeln, von denen man in die Ferne blicken kann. Ich hatte langsam genug vom Flachland der Grossen Seen. Vom Lake George im Staate New York hatte ich noch nie gehört. Anderen ist die Gegend aber wohl bekannt. Noch nie haben wir eine so grosse Ansammlung von Hotels und Motels in einem Ort gesehen. Vielleicht nicht Hunderte, aber sicher Dutzende säumen die Strassen und schmiegen sich an den See. Das Wetter war mies und die Laubwälder noch sehr "patchy" (offizielle Karten, die den Stand des Indian Summers angeben sprechen von "patchy, near peak, peak und over peak").

Spötter in der Schweiz meinten zum Indian Summer: "Bei uns heisst das Herbst." Allerdings ist das nur bedingt richtig. Wie farbig die Laubwälder im Herbst sein werden, nimmt bereits im Frühling seinen Anfang (nach Regenmenge und -dauer). Im September setzen die relativ hohen Temperaturen am Tag und die kalten Nächte einen chemischen Prozess in Gang, der die Blätter viel farbiger werden lässt als zum Beispiel in Europa. So darf man diesem Spektakel schon einen speziellen Namen verleihen. Obwohl man politisch korrekt von einem "Native American Summer" sprechen müsste.

Selten reisten wir mit so wenig geschossenen Bildern weiter. Die Fahrt nach Stowe in Vermont war kurz und abwechslungsreich. Über Felder und Wiesen, vorbei an riesigen Farmen, Eselszuchten und wunderschön und einsam gelegenen Herrschaftshäusern.

Hohe Preise in Stowe, Vermont
Oktober 2011

In Stowe waren die Hotels gut gebucht und das bedeutet auch teuer. In einem der letzten verfügbaren Zimmer der Gegend durften wir für einen alten, schäbigen Raum 190 USD hinblättern. Im Herbst gehen die Grünen halt schnell dahin...

Die Wetteraussichten konkurrierten mit der Bleibe. Die nächsten vier Tage war Regen angesagt. Sicher, die Gegend ist wunderschön, aber ein paar Tage in einem Zimmer aus den 50iger Jahren und ohne Internetanschluss abhocken? Gut, ein Hotel am Platz (direkt an einer Skipiste gelegen) hätte noch Räume im Angebot gehabt. Ein Schnäppchen für 1200 USD die Nacht. Vielleicht im nächsten Leben...

Patziger Republikaner lässt uns nach San Diego ziehen
Oktober 2011

Wir hatten genug. Genug vom Nordosten der USA. Sicher hat die Geschichte mit dem Autokauf einen Einfluss gehabt, eine Geschichte, die uns die Fahrt über den Norden an die Westküste kostete. Aber während der ganzen Rundreise blieben uns Land und Leute seltsam fremd. Kurz entschlossen liessen wir den Indian Summer sausen und flogen von New York nach Kalifornien. Zwei Nächte verbrachten wir bei unseren Bekannten in San Clemente. Da ich mich als bekennender Demokrat beim republikanischen Hausherrn dieses Mal nicht gerade willkommen fühlte, zogen wir für ein paar Tage nach San Diego. Allerdings bin ich ein Verfechter der Demokratie und sicher nicht der Demokraten von Amerika, aber das soll mal jemand einem glühenden Vertreter der Republikaner klarmachen...

Düstere Aussichten für die USA
Oktober 2011 (da wussten wir noch nichts von Trump)

Der zweite Aufenthalt in den USA wird mir zwiespältig in Erinnerung bleiben. Verallgemeinerungen sind gefährlich (auch diese). Zwar gibt es "den" Amerikaner nicht. Die Menschen sind so unterschiedlich wie überall oder vielleicht noch ein bisschen mehr.  Wir erfuhren grosse Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft im Südwesten und Süden des Landes. Trotzdem trifft eine Verallgemeinerung wohl zu: Wenn man sich kritisch gegenüber den USA äusserst, ist das Interesse an einem Weiterführen des Gesprächs dahin. Schade, denn ohne Selbstkritik wird sich das heutige Amerika nicht gewaltig verändern. Und wenn die Welt Pech hat, werden die konservativen Kräfte der Amerikaner diese Änderung mit allen Mitteln verhindern wollen und wir werden wohl noch manche politische und militärische Torheit dieser bigotten Grossmacht erleiden müssen.

San Diego for ever!

Nichts desto trotz wären wir am liebsten für immer in San Diego geblieben. Nicht nur, weil wir in letzter Zeit unsere Reiselust manchmal suchen mussten. Nein, in dieser Stadt ist das Leben noch etwas lebenswerter. Gut, ich könnte eigentlich überall in Kalifornien leben.

Schattenseiten auf langen Reisen, ich frage gelegentlich einen Zigeuner
2010 - 2012

Aber langsam machen wir uns auf den Heimweg. Die nächsten paar Tage werden wir in Hawaii verbringen, spätestens Anfangs November nach Australien fliegen und Ende Januar in die Schweiz zurückkehren. Reisen ist ja ganz schön. Die Schattenseiten werden aber Monat für Monat ein bisschen grösser und so hätten wir ohne Aussicht auf ein Ende unserer Reise in diesen Tagen abgebrochen. Das tönt jetzt niedergeschlagen. Aber das sind wir bei Weitem nicht. Wir haben vieles erlebt und wundervolles Gesehen. Vielleicht liegt es ganz einfach daran, dass der moderne Mensch zu sesshaft geworden ist und als Nomade durch die Welt der Sesshaften zu ziehen nicht immer eitel Freude macht. Ich werde bei Gelegenheit mal einen Zigeuner fragen...


Lake George, NY - Stowe, Vermont
29. September 2011 - 2. Oktober 2011

Blick auf den Lake George, NY.

 Ein wirklich trüber Tag folgte, aufgehellt durch meine Frau!

Von New York nach Vermont

Vermont, Kirche und Schulbusse

Eine Farm in Vermont.

Die Wurzel hält sich krampfhaft am Fels, wir uns aber nicht in Vermont.

Bergstrasse bei Stowe, ein Skiort in Vermont... da zogen wir es vor, über New York nach Kalifornien zu fliegen und liessen den Indian Summer, Indian Summer sein.


New York City
3. Oktober 2011 - 4. Oktober 2011

In New York buchten wir ein Hotel in der Nähe des JFK Airports. Das erste Hotel verliessen wir fluchtartig und bezahlt, das Zimmer war schrecklich, genauso wie die Gäste des Hotels. Das Wetter und die Aussicht aus dem zweiten Hotel heiterten unsere Stimmung nicht gerade auf. Wir wollten nur noch diese verfluchte Ostküste verlassen.


San Clemente, California
6. Oktober 2011

San Clemente Pier, ein Treffpunkt für jung und alt.

Andino Kolohe, zeigt sein Talent, mit 14 gewann er einen Profi-Wettbewerb! Hier war er 17.

Ein schönes Bild für die weiblichen Fans😏.

Andino Kolohe in voller Action, für Red Bull fahrend! Der Fotograf von Red Bull stand neben mir.

Sein Kollege war genau so gut, allerdings habe ich seinen Namen nie herausfinden können.

"I guess it's a pro", meinte einer auf dem Pier.

In Perfektion dreht er ab.

Vom Pier aus kann man die Surfer beobachten. Das Fisherman's Restaurant ist immer gut besucht.

Surfer auf dem Heimweg, über die Gleise des Pacific Surfliners!

Der Bahnhof von San Clemente.

Mutig, wie da gebaut wurde.

Der Pacific Surfliner. Von San Luis Obispo bis nach San Diego. Ueber 9 Stunden braucht der Zug für die gut 300 Meilen. Mit dem Auto ist man in gut 5 Stunden in San Diego. Von San Diego bis Los Angeles LAX, dem internationalen Flughafen sind es aber nur gute 3 1/2 Stunden.

Die Surfer, die Eisenbahn und Ferienhäuser teilen sich den schmalen Strandabschnitt.

Avenida Salvador in San Clemente. An dieser Strasse hüteten wir im 2010 das Haus von Freunden.

"Patio door open, patio door closed!" Jedesmal wenn man die Terrasse vom Haus betrat, ertönte die Vorfahrin von Siri mit diesem Spruch.

Sicht auf die Interstate 5 . Die I-5 geht ab in San Diego und endet in Blaine, Washington, an der kanadischen Grenze. 2223 Kilometer. Und ist ein Teil der Panamericana, die 25'750 Kilometer lang ist. 

John und Svetka, unsere Freunde in Kalifornien.

Good Bye San Clemente. Bis ins 2025 waren wir nie mehr dort.


San Diego, California (1.4 Mio. Einwohner)
9. Oktober 2011

Wer San Diego und seine Strände besucht, wird fast zwangsläufig dieses Bild vor Augen haben. Zufahrt zum Mission Beach und Belmont Park Rollercoaster.

In San Diego ist man entweder an der Arbeit oder an den Stränden. An einem Sonntag um 6 Uhr abends ist kein Mensch zu sehen!

Oder sind alle in der gegenüber liegenden katholischen Kirche St. Joseph Cathedral?

Oder sie sind am Angeln oder am Geniessen von einem der vielen Aussichtspunkte, die San Diego bietet. Hier sind wir auf der "Harbour Island" beim Hotel Sheraton und sehr nahe des Internationalen Flughafens von San Diego. Sicht auf San Diego Downtown und die Coronado Bridge.

Das ehrwürdige Schiff war einmal ein Restaurant, aber im 2011 schon dauerhaft geschlossen. Im 2025 ist es einem wirklich schicken, mexikanischen Restaurant, dem "Coasterra", gewichen, mit herrlicher Sicht auf San Diego Downtwon. Am Abend reservieren!

Dine with style. San Diego hat vor allem im Gaslamp Quarter gute Restaurants und Clubs zu bieten.

Das Hooters in Downtown San Diego wurde 2017 geschlossen. Früher bei Studenten recht beliebt.

Mit dem konnte man schon in den 70er Jahren im Quartett nicht gewinnen. Ob der wirklich noch im Einsatz steht? Nein, ist ein "historical vehicle!" Cooles Design.

El Cortez, 1927 eröffnet ist und war ein Wahrzeichen der Stadt und ist ein Wohnhaus.


Sunset Cliffs, San Diego, California
9. Oktober 2011

Begehrte Wohnlage an den Sunset Cliffs. Die Erosion der Cliffs ist aber über Jahrzehnte nicht zu unterschätzen. Auch die Wellen sind bei einheimischen Surfern sehr beliebt. Wenn man weiterfährt gelangt man zum Militärfriedhof "Fort Rosecrans".

Die Sunset Cliffs und im Hintergrund das Pier vom Ocean Beach, ein sehr beliebter Surf Spot.


Point Loma mit dem Fort Rosecrans National Cemetery, San Diego, California
9. Oktober 2011

Eine Strasse führt durch den Friedhof "Fort Rosecrans National Cemetery" auf der Halbinsel "Point Loma", zu beiden Seiten liegen die Gräber.

Der eine Teil hat freie Sicht auf San Diego, der andere auf den Pazifik. Bildmitte die "Naval Air Station North Island" an der San Diego Bay gelegen. Hier wurden Filmaufnahmen für den Blockbuster "Top Gun" gedreht. Ebenfalls gut zu sehen in der Bildmitte mit den Hochhäusern von "Downtown San Diego". Das höchste Gebäude rechts mittig ist das Hotel Hilton San Diego Bayfront, in dem wir unsere Weltreise starteten.

Sicht auf den Pazifik. Man kann schlechter liegen. Die Toten haben allerdings nichts davon. Viele sind in sinnlosen Kriegen viel zu früh gefallen. Wenigstens haben die Angehörigen einen schönen Platz um den Verstorbenen zu gedenken.

Mittlerweile ist er geschlossen. Nur noch Familienmitglieder werden hier noch eine Beerdigung erhalten.

Über 120'000 Menschen liegen hier begraben.

1882 gegründet, wird er heute noch gehegt und gepflegt. Ein ruhiger und schöner Ort.

Die Rednertribüne des Friedhofs. Fort Rosecrans ist benannt nach einem General der Union im amerikanischen Bürgerkrieg.
 

Pralles Leben am Mission Beach und Pacific Beach, San Diego, California
10. Oktober 2011

Blick auf Pacific Beach mit dem Crystal Pier im Vordergrund, das ein "Cottage-Hotel" beherbergt und nicht wirklich beliebt ist. In der Bild Mitte die "Mission Bay", eine künstlich angelegte Meerwasser-Bucht mit vielen Wassersport- und Freizeitmöglichkeiten. Grösstenteils aus Marschland gewonnen. Auch wir mieteten einmal ein Motorboot, um ein paar Runden in der Mission Bay zu drehen. Den nichtnatürlichen Ursprung kann die Bay aber nicht verstecken und ist nicht sehr beliebt. Im Hintergrund Downtown San Diego mit seinen Hochhäusern und dem Gaslamp Quarter.

Die Parkplätze beim Restaurant World Famous an der Pacific Beach sind sehr begehrt.

Pacific and Mission Beach: An der Frage, wo die Grenzen sind, scheiden sich die Geister. Hier aber sicher am Pacific Beach, Blickrichtung Norden.

Wohl am Mission Beach. 1995 fuhr ich mit den Rollerblades den 4-Meilen "Boardwalk", auch "Ocean Front Walk" gennant, während 2 Monaten fast täglich rauf und runter. Es waren herrlich unbeschwerte Tage. Blickrichtung Süden.

Am südlichen Ende des Mission Beachs. "South Mission Beach" beim "Point Medano".

"For Sale"... vielleicht ist der Boardwalk nicht so angenehm zum entspannend Wohnen oder Ferien machen. Schliesslich flanieren Tausende jeden Tag vor diesen Häusern hin und her.

Mich nimmt wunder was solche Häuser im 2025 kosten! Schön gestaltet, aber zum Wohnen wohl eher nicht sehr praktisch.

Dieses Haus würde mir sehr gut gefallen. Schlichte Architektur aber praktisch!

Viele konnten sich architektonisch am Boardwalk vom Mission Beach ausleben!

CMilton111, Fotograf, Schriftsteller und früher Architekt, mit ihm hatte ich noch länger Kontakt, er hat meine Fotos vielfach mit konstruktiver Kritik kommentiert!

Die Katze hört ihm jedenfalls aufmerksam zu.

In den Gassen hinter dem Boardwalk sieht man Häuschen mit ländlichem Charme.

Bei der Ueberarbeitung im 2025 habe ich erst gesehen, dass dieses Haus am Mission Beach Boardwalk zum Verkauf steht. Das hätte ich sofort gekauft (wenn der Preis denn annehmbar gewesen wäre)!

in San Diego habe ich immer eine herrliche Zeit verbracht.

Auch wenn ich nie auf dem Karussell im Belmont Park war, so löst dieses Bild in mir doch melancholische Gefühle aus.

Belmont Park mit dem legendären hölzernen Rollercoaster!

Das letzte Bild aus Kalifornien. Am Mission Beach/Belmont Park. In der griechischen Essensbar hatte ich schon 1995, 2008, 2010 und auch in diesem Jahr die besten Hamburger meines Lebens gegessen. Die Erinnerungen an San Diego sind wunderbar. Bis ins 2026 haben wir es nicht mehr nach San Diego geschafft. But we have our memories.

so long guys

27. September 2011

Upper Peninsula to Toronto - Land und Stadt

Eisenerz Verladungsstation in Marquette, Michigan.

The Fisherman!
11. September 2011

Wer in Munising geboren wurde, muss nicht zwangsweise glücklich sein. Die 20jährige Kellnerin vom Navigator, einem Restaurant in der kleinen Stadt, hadert mit ihrem Schicksal. Unglücklicherweise sei sie hier geboren worden. Und wer sie anschaut, mit ihrem hübschen Gesicht, dem fast noch kindlichen Körper und den krass-grün geschminkten Augen, kann sich gut vorstellen, dass sie sich nichts sehnlicher als eine Grossstadt wünscht, Chicago, New York oder LA. Aber auf die Frage „wo sie denn lieber wäre“, meinte sie inbrünstig: „In Minnesota, the Land oft the Thousand Lakes. I’m a fisherman!“

Wirklich bedenklich. Natürlich nicht, dass eine junge Frau nicht in die Stadt will, nein. Da lebt jemand an einem der grössten Süsswasservorkommen der Welt und wünscht sich ins Land der tausend Seen! Ich bin immer noch schockiert, dass dieses Paradies über weite Teile vergiftet ist. Und fast niemand kümmert’s. Nur per Radio sorgen sich ein paar Wissenschafter. Wenn man nicht sofort Aktionen ergreife, werde das Wasser für immer verloren sein. Wer ist „man“?

Ein Rentner-Paradies
14. September 2011

Die Katastrophe sieht man der Gegend in keiner Weise an. Auch nicht auf der Fahrt nach Marquette, laut einer Umfrage der Ort mit der besten Preis-/Leistungs-/Lebensqualität für Rentner. Ob sie da die kalten Winter eingerechnet haben? Doch die Sandstrände rund um den Ort sind wunderschön und Surfer und Kiter nutzen die Wellen und Winde zu ihrem Vergnügen.

Bärenjagd in Newberry
17. September 2011

Zurück in Munising versicherte uns eine Verkäuferin, dass überall Bären zu sehen seien. Unsere Jagd war trotzdem erfolglos. Gefunden haben wir sie aber in Oswalds Bärenpark, der den grossen Braunen natürliche Gehege bietet. Der alte Besitzer liebt seine trotteligen Wesen über alles und ist überzeugt, dass er als Bär wieder geboren wird.

Indian Summer will nicht kommen

Es ist sehr einsam hier oben. Das Holiday Inn ist an bester Lage und man sieht von erhöhter Lage auf den Lake Superior, die Grand Island und die Pictured Rocks, aber nicht mal in Marquette war etwas los. Eigentlich wollten wir hier auf den Indian Summer warten. Aber das kann noch ein paar Wochen gehen. Daher haben wir beschlossen über Toronto nach Vermont zu fahren. Dort soll es den schönsten Indian Summer im Nordosten der USA geben. 

Notfall in Mackinaw City
20. September 2011

Als ich mich ins Bett legte, begann in meinem linken Knie ein Schmerz im Rhythmus meines Pulses zu pochen. Irgendwann wurde es unerträglich. Morgens um 4 Uhr fuhr mich Sabina notfallmässig ins Spital. Sie setzten mich in einen Rollstuhl, aber bevor ich behandelt wurde, musste ich unzählige Formulare ausfüllen. Ich drehte vor Schmerzen fast durch. Irgendwann tauchte ein Arzt auf und gab mir eine Spritze. Die Schmerzen verschwanden nach kurzer Zeit und kamen bis in 2025 nie mehr wieder. Seltsam!

Bedächtiges Toronto
23. September 2011 - 27. September 2011

Was für ein Gegensatz: Von einem Holzhaus-ähnlichen Holiday Inn in einem verschlafenen Kaff ins Thompson Toronto, einem mondänen Hotel der 2.7 Mio. Metropole am Lake Ontario. Eine überaus sympathische Stadt, ruhig und bedächtig gehen die Einwohner ihrem Treiben nach. Keine Hektik wie in den amerikanischen Megacities, trotz einem Vielvölkergemisch und 120 gesprochenen Sprachen. Die Zukunft hat auch hier begonnen und so sind die Asiaten gefühlsmässig in der Überzahl. Ausser dem CN Towers, dem 3. höchsten Gebäude der Welt, bietet die Stadt wenig Spektakel. Wir können uns aber gut vorstellen, dass sie punkto Lebensqualität weit vorne in der Rangliste steht.

Niagara Falls
27. September 2011

Wir aber wollten so schnell wie möglich weiter nach Vermont. Der Indian Summer dort soll die schönste Farbenpracht von allen Staaten bieten. Da die Strecke über die Niagara-Fälle führt, blieben wir 2 Nächte an diesen mächtigen Stromschnellen. Sie sind zwar wirklich riesig. Die Vergnügungsstätten rund um die Fälle wirken aber eher abstossend. Riesige Hotelburgen, Casinos, Wachsfigurenkabinett, Riesenrad, Aussichtstower und Aquarien mit Walen und Delphinen, gepaart mit teuren Preisen und schlechtem Essen, lassen uns auf das ländliche Vermont freuen.


Marquette, Michigan
14. September 2011

Wunderschöne Küste nahe Marquette, ich hoffe, der Surfer hat nur sein Brett liegen gelassen und befindet sich irgendwo in der Nähe.

Mitte September war es doch schon recht kühl. Nichts mit Badeferien. Und dieses riesige Süsswassermeer, der Lake Superior: Nach Wasservolumen ist er 136 Mal grösser als der Genfersee! 

Kitesurfer in Action bei 10 Grad Celsius.

In Marquette angekommen: Im Hintergrund das noch benützte Iron Ore Dock. Auch im 2025 noch aktiv.

Front und Main Street in Downtown Marquette, menschenleer. Schön haben wir die Gegend einmal gesehen.


Oswald's Bear Ranch in Newberry, Michigan
17. September 2011

Von Marquette bis Mackinaw City. 170 Meilen.

Im Blick des Bären. Dieser amerikanische Schwarzbär war riesig. Sie können bis zu zwei Meter gross und 400 Kilogramm schwer werden. Im Schnitt sind sie bei 250 Kilogramm.

Oswald's Bear Ranch in Newberry, Michigan, ist landesweit berühmt. In riesigen Gehegen leben die Bären. Manchmal ist nicht ganz klar, wer jetzt hinter Gittern ist.

Bei der Essensausgabe ging es sehr gesittet zu und her.

Die Gruppe machte sich über's Fleisch her.

Dieser Baribal, wie sie auch genannt werden, war ein Mobbingopfer. Wirklich. Die anderen vier liessen ihm nur das tiefgefrorene Gemüse. Kein Wunder schaut er nicht ganz glücklich aus der Wäsche.

Eintopf nennt man das wohl. Sie sind ja Allesfresser.

Nach dem Essen möchte der eine ein bisschen kämpfen, während andere ihre Ruhe suchen.

Er will doch nur spielen. Im Allgemeinen sind sie nicht gefährlich und weichen dem Menschen lieber aus. Trotzdem sollte man sich über die Verteidigungsmöglichkeiten informieren.

Viele Häuser stehen wohl seit längerem leer. Das gibt zum Teil pittoreske Ansichten.

Eine typische Strassenszene in der Gegend. Hier Newberry, Michigan.


Mackinaw City, Michigan
19. September 2011 - 22. September 2011

Blick auf die Mackinac Bridge. Es war fürchterlich schlechtes Wetter.

Die starken Winde sorgten aber für einen Wetterwechsel und kurze Zeit später war der Himmel fast wolkenlos.

Seit 1957 überquert man auf der Interstate 75 die "Mighty Mac". 8 Kilometer lang und 168 Meter hoch ist sie ein Gigant. Bis zu 10 Meter Schwingung sind einkalkuliert. Die Stürme hier müssen extrem stark sein.

Sabina im Sonnenuntergang von Mackinaw City. 

Auch hier keine Menschen. Die Möwen geniessen den Platz.


Toronto, Canada
24. September 2011 - 27. September 2011

Weit vor Toronto fuhren wir in einen Stau. Zum Glück konnten wir nach ein paar Minuten noch durchschlüpfen. Nachher hörten wir, dass der Unfall einen 40 Kilometer Stau ausgelöst habe!

Das darf doch nicht wahr sein. Wir sind das erste Mal in Toronto und die sind den CN Tower
           am Abbauen?

DIE Touristenattraktion auf dem CN Tower, "Edge-Walk": Angekettet rund um den Turm laufen!

Aussicht Richtung Westen. Mit einer Gesamthöhe von 553 Metern war er jahrelang der höchste Fernsehturm der Welt. Wir blicken aus 446 Metern Höhe aus dem sogenannten Sky Pod.

Hier der Blick aus dem Drehrestaurant in 356 Metern. Es gibt auch Glasböden, durch die man auf die Strasse sieht. Ein schönes, schlankes Bauwerk.

Er überragt alle anderen Gebäude bei weitem. 

Mitten in der Stadt...!

Was der sich schon alles anhören musste! Und dies als berühmter Pianist. Glenn Gould von Ruth Abernethy verewigt.

"Our Game" von der kanadischen Künstlerin Edie Parker.

Schnappschuss von "the Bay", dem ältesten Warenhaus der Stadt (1670)!

Puppies" (junge Hunde) heben Rassenschranken auf. Obwohl das kein Problem in Toronto sein sollte.
 
Ein Künstler namens Naki soll dieses Kunstwerk geschaffen haben.


Auch mitten in Toronto. Richtig idyllisch.

Immerhin einige Kormorane auf der Hafenmole. Wo Kormorane sind hat es auch Fisch.

Ein Teil der 15 goldfarbenen Figuren von Baseballfans in verschiedenen Stadien der Begeisterung. "The Audience" von Michael Snow. So nehmen wir etwas kulturelles Wissen mit aus Toronto.

  
Niagara Falls, Ontario, Canada (New York, USA)
27. September 2011

Sabina scheint beeindruckt. Im Hintergrund die Horseshoe Falls. Die Grenze Kanada - USA verläuft durch die Fälle. Links ist ein kleiner Teil noch USA. 1.8 Meter beträgt die jährliche Erosion. Seit ihrer Entstehung haben sie sich schon 11 Kilometer zurückgebildet. 57 Meter sind sie hoch und verbinden den Erie- mit dem Ontariosee.

Bei Tage der Blick auf die amerikanische Seite mit den American und Bridal Falls. Beide Städte heissen Niagara Falls. Beim Besuch mit dem Boot oder wenn man nahe an die Fälle herangeht: Regenschutz nicht vergessen, auch wenn die Sonne vom Himmel brennt.

American and Bridal Falls auf US-Gebiet. 21 bis 34 Meter sind sie hoch.

Light Show. Rechts der Skylon Tower mit Restaurant.

Farbenprächtig, die Horseshoe Fälle fast ganz auf kanadischer Seite.

Das Fallsview Casino Resorts. Kanadas grösstes Casino mit 20 Restaurants, 130 Spieltischen, 3000 Spielautomaten und 2 Theater, die fast jeden Tag eine Show bieten. Zutritt ab 19 Jahren erlaubt. Das Resort wurde 1996 eröffnet und 2001 massiv umgebaut. Seit 1925 gibt es das Farben-Licht-Spektakel. Wir ziehen weiter Richtung farbiges Vermont.


So long guys