27. August 2011

Pittsburgh, Cleveland und Detroit - auf verlassenen Pfaden

Pittsburghs Flüsse: Links Allegheny River, rechts der Monongahela und in der Mitte der Wisconsin Glacial Flow (unterirdisch), die nach dem Zusammenschluss den Ohio bilden.

Pittsburgh, Pennsylvania
13. August 2011 - 17. August 2011

„Happiness is to see New Jersey in the rear view mirror!“ So schnell wie möglich verliessen wir diesen übervölkerten Staat, der innert Meilen heruntergekommene Gegenden und prächtige Villenviertel präsentiert. Fairerweise ist das nicht  nur in New Jersey sondern auf der ganzen Welt so.


Und nicht ohne Groll gegen unseren Autoverkäufer. Unsere eingeschriebene Reklamation an seine Adresse und an den Hauptsitz löste immerhin einen Anruf aus. Sabina erstritt sich, im wahrsten Sinn des Wortes, 660 USD. Good Job, thanks!


In der Dämmerung trafen wir in Pittsburgh ein. Düster, fast unheimlich präsentierte sich die hügelige Stadt. Mächtige, eiserne Brücken überspannen die Flüsse, auf kurvigen Strassen fährt man durch Tunnels und Täler. Die Hügel um die Skyline sind stark bewaldet.


In der dunkelster Nacht fuhren wir vor dem Best Western vor. Genauso dunkel wie die Gäste und Angestellten der Absteige. Seltsame Gestalten lungerten in der Lobby herum. Von Dealern und Gaunern fühlten wir uns umzingelt. Wir schlichen in unser schummriges Zimmer. Ich wusste doch nicht, dass Best Western Hotels völlig eigenständig geführt werden. Dieses führte wohl einer, der im Untergrund tätig ist. Würde unser Schauermärchen kein Ende nehmen?


Heinz Ketchup, Steelers, 4 deutsche Tageszeitungen


Am nächsten Tag strahlte die Sonne vom blauen Himmel. Downtown war fast menschenleer. Nach dem Gewusel in New York und Jersey eine Wohltat. Die Stadt der Steelers, dem mächtigen Footballteam, das 2011 in der Superbowl (Endspiel) an den Green Bay Packers gescheitert war. Die Mannschaft trägt ihre Heimspiele im Heinz Field aus, das nach dem Sponsor, der H.J. Heinz Company benannt wird. Aber Pittsburgh ist nicht nur der Sitz von Heinz Ketchup. Die Stadt ist von Kohlevorkommen umgeben und die Flüsse gut schiffbar. Viele Deutsche haben sich im 19. Jahrhundert hier niedergelassen, zeitweise seien 4 deutsche Tageszeitungen erschienen. Ende des 19. Jahrhunderts wurde in Pittsburgh weltweit am meisten Stahl produziert. 


City of Champions


Aber nicht nur harte Kerle brachte die Gegend hervor. Pittsburgh, etwa so gross wie Zürich, setzte auch auf Bildung und Kunst und wird von manchen als „City of Champions“ bezeichnet. Erfolgreich sind nicht nur die Footballer, die 6 Mal (2026) den Super Bowl gewonnen haben, auch die Baseballer und Eishockey-Spieler holten schon manche Trophäe.


Ob Zufall oder nicht, an 5 Universitäten holen Studenten ihre Meriten. Hier wurde das erste Mittel gegen Kinderlähmung erfunden. Spitze sind die Forscher aber auch in der Organverpflanzung und in der AIDS-Forschung. Seit 1994 widmet das Andy Warhol Museum seinem berühmten Sohn die grösste Ausstellung eines einzelnen Künstlers, weltweit!


Nur die Stahlkrise in den 70er Jahren, ausgelöst durch einen ruinösen Wettbewerb von nationalen Kartellen, versetzte der Stadt einen Dämpfer.


Schnee im August?


Wir stapften durch Downtown. Schnee lag allenthalben in den Gräben und wirbelte durch die Strassen. Einige waren gesperrt. Ein Helikopter lärmte über der seltsamen Szenerie und tauchte in halsbrecherischem Flug in die Schluchten der Wolkenkratzer. Ein futuristisches Gefährt raste über das Pflaster. Nur Batman zeigte sich nirgends. „Magnus Rex“, ein weiterer Film des Superhelden, wurde gedreht, der endgültig "The Dark Knight Rises" hiess.


Wenn die Crew in ein paar Tagen oder Wochen abgezogen sein wird, ist wahrscheinlich auch der weisse Styropor in die Flüsse geweht worden. Wie eine Speerspitze liegt Downtown Pittsburgh zwischen dem Allegheny  und dem Monongahela River, die sich zum Ohio vereinen, der später in den Mississippi mündet. Und wie ob des Spektakels noch nicht genug, schiesst eine Fontäne in der Mitte des „Speerspitzes“ 40 Meter hoch. Eine Fontäne, die vom sogenannten „Wisconsin Glacial Flow“ gespiesen wird, einem unterirdischen Flusslauf. „a Wohnsinn, die Stodt!“


Die Dealer, Zocker und Gauner im Hotel zeigten sich zahm. Kein Wunder, waren es doch Teilnehmer verschiedener Bibelkongresse. Da hatten wir uns wohl etwas vertan, aber wie sagt man ganz treffend?


“Going to church doesn't make you a Christian any more than standing in a garage makes you a car!”



Top Secret!


Auf dem Weg nach Cleveland besuchten wir Iron Mountain, ein riesiges Lager in einem stillgelegten, meilenweiten Kalksteinbruch, in dem Fotos, Filme und Dokumente von Dutzenden Firmen und Organisationen gelagert werden. Alles streng geheim, aber ich glaube, dass dort E.T. s Originalstreifen gelagert wird, darf ich erzählen. Der Eingang wird bewacht wie Fort Knox, trotzdem durften wir eine Firma tief im Innern des Berges besuchen. Sehr eindrücklich.



Cleveland, Ohio

17. August 2011 - 22. August 2011


Anstatt nach Cleveland fuhren wir nordwärts nach Erie, nicht überraschend, am Lake Erie gelegen. Die Fläche des Sees misst mehr als die Hälfte der Schweiz, ist aber mit einer tiefsten Stelle von 64 Metern und durchschnittlichen 19 Metern Tiefe ein flaches, vom Gletscher geformtes Becken. In Erie waren sämtliche Hotels ausgebucht, vom Sheraton bis zum unbekannten Bed- and Breakfast Motel. Und das mitten in einer der grössten Wirtschaftskrisen des Landes! Viel zu bieten hat die Stadt nicht, ausser einer Peninsula, die fast 6 Meilen in den See ragt und ein perfektes Naherholungsgebiet für Radler, Rollerblader und andere Freizeitsportler ist.


In Cleveland, Ohio, waren freie Hotelzimmer keine Mangelware. Wir wanderten durch menschenleere Strassen. Staus oder Rush hours gibt es hier schon lange nicht mehr. 1930 war sie mit über 900’000 Einwohnern die 5. grösste Stadt der USA. Heute fühlen sich noch knapp 400’000 wohl etwas einsam. Einzig die am Seeufer gelegene “Rock’n’Roll Hall of Fame” versprüht etwas Glanz und Gloria.


Captain America


Solche Städte eignen sich aber perfekt für Filmdrehs. Schon wieder schauten wir auf eine gespenstische Szene. New York City in Schutt und Asche. Eine ganze Strasse wurde samt Autos auf Manhattan getrimmt. Gelbe NY-Cabs lagen zerbeult auf dem Dach, aus Trümmern von betonisiertem Styropor wehte Rauch, Russ und Staub. Ein Kran mit Scheinwerfern beleuchtete die Szene.  “The Avengers mit Captain America” werden uns vielleicht wieder mal ins Kino locken. (nicht passiert)


Viel weniger Spektakel bietet der Cuyahoga Valley National Park, ca. 30 Meilen südlich gelegen. Ein paar Schmetterlinge, an Seerosen saugende Karpfen und ein paar jagende Vögel inmitten einer Wald- und gelegentlichen Sumpflandschaft ziehen sonst wohl nur Einheimische an.



Detroit, Michigan

22. August 2011 - 25. August 2011


Noch viel dramatischer als in Cleveland zeigt sich eine falsche Wirtschaftspolitik in Detroit, Michigan. 1909 wurde der erste Ford vom Fliessband gelassen. Immer mehr Autofirmen siedelten sich in der kalten, flachen Stadt an. 1950 zählte Detroit fast zwei Millionen Einwohner. 2011 gerade noch knapp über 700’000! Davon 82 % Schwarze und über 100’000 Assyrer (Christen aus dem Nahen Osten) Ein stetiger Niedergang setzte in den 60er Jahren ein. 


Die Modelle der amerikanischen “Big three”, Ford, Chrysler und General Motors wurden immer weniger gefragt. Da die Stadt auf fast nichts anderes als den Automobilbau gesetzt hatte, konnte oder wollte niemand den Abstieg aufhalten. Auch hatte diese seit ihren besten Jahren keinen guten Ruf. Rassenunruhen, eine hohe Kriminalitätsrate und ein garstiges Klima setzte der “Motor City”, wie sie auch genannt wird, zu.


Wie in einem Endzeitfilm


Fast 40 % der ehemals bedeutsamen Gebäude stehen heute leer, seltsamerweise hat es nicht nur bestimmte Stadtteile getroffen, in allen Quartieren wurden Häuser verlassen und nie mehr bewohnt. Sogar mitten in Downtown stehen Wolkenkratzer einsam und verlassen da. Ganze Fabriken werden dem Verfall überlassen, wie die Packard Plants (Packard, eine ehemalige Luxus-Automarke, bekannt durch die Studebakers). 325’000 qm ungenutzt, von Pflanzen überwuchert und vom Menschen vergessen. Nur Randständige, Graffiti-Künstler und wir werden von den Ruinen angezogen.


Detroit wirkt wie eine Stadt aus einem kruden Endzeitfilm. Eine gewisse Magie kann man ihr aber nicht absprechen.


Obwohl General Motors noch immer in Detroit produziert, hier nach wie vor den Hauptsitz hat und die Stadt seit 1990 einen Turnaround anstrebt, wandern stetig viele Bewohner ab. Ob die Strategie, mit Casinos Menschen anzuziehen, eine nachhaltige Idee ist?


The Rhythm and Blues Town


Auch Motown (aus Motor und Town, 1959 in Detroit gegründet), das legendäre Plattenlabel, das vor allem R&B und Soul auf den Markt brachte, hat den Sitz mittlerweile in New York. Auffallend ist aber, dass unglaublich viele Superstars der Musikszene aus Detroit stammen. Ich kann mir das nur damit erklären, dass das rhythmische Gestampfe der Fliessbänder das Taktgefühl der Einwohner verbessert, die Kälte die Menschen zum Tanzen treibt und die Trostlosigkeit zum Dichten, Rappen und Singen… Im Ernst, um nur einige zu nennen:


Madonna, Eminem, Alice Cooper, Bob Seger, Areta Franklin, Diana Ross, Kid Rock und Suzie Quatro und unzählige weitere!


Seltsamerweise betreibt man in Detroit aber keinen Personenkult. Eminem gilt als Nestbeschmutzer, Kid Rock als Glückspilz und auch die anderen sind in der Stadt nicht zu bemerken. Naja, die meisten sind Weisse und die Rassentrennung besteht immer noch, obwohl man das hier nicht unbedingt auf den ersten Blick bemerkt, da für einmal die Schwarzen in der Überzahl sind. Das Übel mit den Rassen liegt wohl darin, dass eine riesige Mehrheit aller Gruppierungen gar keine Vermischung will und argwöhnisch den Fremden betrachtet. Ich glaube nicht, dass Weisse rassistischer als andere sind. Der Mensch ist rassistisch.


Das Wetter ist immer noch gut. Während an der Ostküste der Notstand wegen “Irene” ausgerufen wird, spazieren wir luftig gekleidet durch die warmen Strassen des mittleren Westens. Aber die Kälte in den Wintermonaten muss hier grausam sein. So schrecklich, dass die Einwohner sie nicht aus den Häusern vertreiben können… Während im Westen und Süden die Lobbys und Einkaufszentren nicht mehr ganz so stark gekühlt werden, herrscht im Osten in den Gebäuden noch immer arktische Kälte. Erstens unangenehm und zweitens eine enorme Verschwendung von Energie. Geliebtes oder gehasstes Amerika. Jeder kann sein eigenes wählen.


Unsere nächste Station ist Chicago. Hätten wir Jahre in Detroit gewohnt, wir würden sicher viele Wiedersehen feiern.😏



Pittsburgh, Pennsylvania
13. August 2011 - 16. August 2011

Pittsburgh ist eine hügelige Stadt mit 3 Flüssen, die sich im Zentrum zum Ohio River vereinen.

Blick vom Three Rivers Heritage Trail über den Monongahela River auf Downtown Pittsburgh mit seinem 194 Meter hohen Wahrzeichen, dem PPG Building linker Hand. Ein Office Building.

Auf dem Fluss verkehren viele Touristen- und Party-Boote, man kann auch selber Boote mieten. Blick von der Smithfield Street Bridge. Eine der sage und schreibe 446 Brücken dieser Stadt. Weltrekord.

Die 1883 fertig gestellte Smithfield Street Bridge ist eine der ältesten Stahlbrücken der USA und die erste so genannte Linsenträger-Brücke. Man kann von Downtown zu Fuss auf die andere Flussseite vom Monongahela River gelangen.

Die Brücke überquert auch die Eisenbahnschienen. Per Zug kann man New York oder Chicago erreichen.

Der "Fountain at Bessemer Court" am Station Square erfreut jung und alt und passt bestens zur Stadt.

Sieht aus wie aus einem Batman-Film.


The Dark Knight Rises - die Batman-Show mitten in Pittsburghs Downtown
13. August 2011

Wir platzten in den Drehort von Batman's neuem Film: The Dark Knight Rises! 

Plötzlich flog in den Strassenschluchten und über unseren Köpfen ein Helikopter. Entweder von der Filmcrew oder selber Teil des Filmes. Wir wissen es nicht. 

Das war unglaublich.

Grosses Kino. Viel Platz hatte der in der Strassenschlucht nicht!

Ob Statistinnen oder Groupies, die waren ganz aus dem Häuschen. 

Auch Schnee wurde simuliert. Mit Styropor-Kugeln. Ob die später im Fluss gelandet sind oder ob sie entsorgt wurden, wissen wir nicht. Ich tippe auf ersteres.


Downtown Pittsburgh

In Downtown Pittsburgh auf dem Market Square. Zum Wolkenkratzer von PPG gehören noch 5 andere Gebäude im gläsernen Stil. Alles Läden oder Büros.

Union National Bank in der "Fourth Avenue" ist Vergangenheit. Das Gebäude gehört der Stadt und ist denkmalgeschützt. 

Alt und neu geben sich in Downtown die Hand.

Market Square. Vor Charme sprüht Pittsburgh wirklich nicht. Die Stadt wurde gross durch Kohlevorkommen. Solche Städte sind selten pittoreske Schönheiten.

Dann muss man halt innovativ werden. Der PPG Place.

Sie wird uns wohl als stählerne Stadt in Erinnerung bleiben. Und im 2026 kann ich sagen: Genau so ist es!


Mount Washington, Pittsburgh
13. August 2011

Vom Mount Washington hat man einen wunderbaren Blick über Pittsburgh. Es ist auch eine sehr begehrte Wohngegend. Hier vereinen sich der Monongahela River und der Allegheny River zum Ohio River, der in den Mississippi mündet. In der Mitte sehen wir die Brunot Island, die im Ohio River liegt. Im Vordergrund die "West End Bridge", die erste Brücke des Ohio Rivers.


Das Football-Stadion der Steelers ist vom Mount Washington bestens zu sehen. 

Downtown Pittsburgh mit seinen Wolkenkratzern. Das höchste Gebäude ist der U.S. Steel Tower, 256 Meter hoch. Rechts der Monongahela River und links der Allegheny River, die sich zum Ohio River vereinen. Gut zu sehen unter der Mitte links, der "Glacier Fountain" im "Point State Park", der von einem unterirdischen Fluss gespeist wird! Ich denke, das gibt es in keiner Stadt der Welt ein zweites Mal.

Wir harrten aus und wurden mit diesem Blick belohnt. 


Downtown Pittsburgh - City of Champions

George Washington mit seinem Freund und späteren Gegner "Guyasuta", einem bekannten Native American Leader. "Point of View" heisst das Kunstwerk von James A. West. Im Hintergrund Downtown Pittsburgh. 


Top Secret
16. August 2011

In Iron Mountain durften wir ein riesiges, unterirdisches Lager von Originalfotos einer Bildagentur besuchen. Der Eingang ist extrem gut gesichert. Es ist ein ehemaliger Kalksteinbruch, in dem immer die gleichen klimatischen Verhältnisse herrschen. Alles war "top secret", aber dass hier das Original von E.T. lagert, darf ich sagen. Wir konnten Originalfotos von Martin Luther King, Diana und Charles und Fotos von Astronauten auf dem Mond ansehen, die wir aber nicht fotografieren durften. 


Edinboro und Erie, Pennsylvania
16. August 2011 - 17. August 2011

Nach dem "Top Secret" - Erlebnis erlebten wir den Sonnenuntergang am Edinboro Lake, ein natürlich entstandener, aber kleiner See. Wir assen im Sunset Grill, ein Restaurant, das nur im Sommer geöffnet ist.

Unzählige Kanadagänse bevölkern den Norden der USA. Hier sind sie Zugvögel, die eingeführten Kanadagänse in Europa dagegen standorttreu. 

Sicht aus dem Hotelzimmer des Comfort Suites Edinboro. So sieht es meilenweit aus.

Die Queen Suite des Comfort Suites. Ein typisch amerikanisches Hotelzimmern.

Blick auf Erie vom Presque Isle State Park, einer Halbinsel vor Erie, ein Naherholungsgebiet. Erie liegt etwa 30 Kilometer von Edinboro entfernt und gehört zum schmalen Uferstreifen des Lake Erie, den sich Pennsylvania gesichert hat.


Cleveland, Ohio
17. August 2011 - 22. August 2011

Cleveland liegt am Lake Erie, mit einer Maximaltiefe von nur 64 Metern und einer durchschnittlichen Wassertiefe von 19 Metern! Ein äusserst flacher See, trotzdem mit einem Wasservolumen von 480 km3. Im Vergleich Bodensee 48 km3 und Genfersee 89 km3! Aber der Erie-See ist selber ein Zwerg gegen den Lake Superior, der 12'100 km3 Wasservolumen vorweisen kann! Die Seen liegen auf einer Meereshöhe von 183 Meter Oberer See, 176 Meter Huron- und Michigansee, 174 Eriesee und 75 Meter Ontariosee.

Ich staune immer wieder, wie alt die Brücken in den USA zum Teil sind. Die "Veterans Memorial Bridge" wurde 1918 dem Verkehr freigegeben. Sie liegt mitten in der Stadt und überquert den Cuyahoga River.

Spektakulär. Riesige Schiffe durchqueren Cleveland auf dem Cuyahoga River, der in den Erie-See mündet! Cleveland ist in etwa so gross wie Zürich. Mit einer vergleichbaren Metropol-Region. Cleveland war bis 1932 ein bedeutendes Zentrum der Automobilproduktion (Chandler, Jordan, Peerless). Nachher übernahm das nahegelegene Detroit die Führung.

Blick aus unserem Hotelzimmer des DoubleTree by Hilton Hotel Cleveland Downtown - Lakeside durch die nicht gerade saubere Scheibe. In der Lobby trafen wir junge Schweden, die extra nach Cleveland geflogen waren, um sich hier von den absoluten Stars der Tätowierungsszene Tattoos verpassen zu lassen. Ich werde ihre schmerzverzerrten Gesichter nie vergessen. Es muss höllisch geschmerzt haben. Links der ehemalige Militärflughafen, der im 2026 den Geschäftsjets der Reichen dient.

Werbung für das weltberühmte Hard Rock Café von Cleveland. Trotzdem wurde es 2016 dauerhaft geschlossen.

Rock and Roll Hall of Fame! Das Gebäude, 1995 erbaut, ist zu einem Wahrzeichen von Cleveland geworden. Die Hall of Fame ist aber umstritten. Fast zum Zerwürfnis kam es, als Madonna aufgenommen wurde. Die ist jetzt wirklich keine Rock 'n' Rollerin. Die Sex Pistols lehnten eine Aufnahme ab. 

Lakeside - Cleveland - in der Nähe der Hall of Fame. 

Neben der City Hall findet man heute den weltgrössten Gummistempel von unglaublichen Ausmassen (8.5 m hoch, 7.9 m breit, 14.9 m lang). Von Oldenburg und van Bruggen 1982 ursprünglich für Standard Oil Company geschaffen, wurde sie von der neuen Besitzerin (BP America) abgelehnt. Heute steht sie im Willard Park und gilt als ikonisches Wahrzeichen der Stadt, das künstlerische Freiheit und öffentliche Meinungsäusserung symbolisiert.

"I've found Jesus - he was behind the sofa - the whole time" steht auf dem Kleber an der Rückscheibe. Das Auto knarzte unter dem Gewicht der beiden Zombie-Lovers. Was für Typen in dieser Stadt.

Die Stadt hat schon bessere Zeiten gesehen. Erstaunlich, es sind nicht immer ganze Quartiere, die unter der wirtschaftlichen Situation leiden, es sind, wie hier im Bild, mitten in der Stadt Häuser, die komplett heruntergewirtschaftet sind. Wobei Cleveland sich im 2025 wieder etwas erholt hat und sich einen Namen im Biotech-Bereich gemacht hat. Die Stadt hatte 1930 900'000 Einwohner. Im 2020 waren es noch 380'000! 2010 waren in der 51 % Schwarze und 41.5 % Weisse. 

Ein Spieler von den Cleveland Cavaliers? Im zweiten Bild ein etwas seltsamer Zeitgenosse. Er war nicht der einzige Seltsame, der durch Cleveland lief. Street Photography par excellence von Sabina Guggenbühl.

Der Kriegdenkmalbrunnen auch "Fountain of Eternal Life" mitten in Cleveland. Denkmal heisst "denk Mal"! Aber auch im 2026 schicken irre Führer dieser Welt ihre Bürger in den Krieg und in den Tod. Dann wird ihnen bei einer Zeremonie ein neues Denkmal gewidmet, mit anschliessender Party der Politiker und sonstigen Kriegsgewinner. Was für eine Schande für die Menschheit!

Und noch mehr tote Helden! Cleveland ist voll von Denkmälern!

"Galleria at Erieview "- ein Shoppingcenter, das im 2026 nur noch YMCA beherbergt und auf neue Mieter wartet. 2011 war es noch in Betrieb. In der Blütezeit waren 60 Geschäfte in diesem Komplex. 2026 hat das Volk ihm den Namen "Dead Mall" gegeben.

Im Gegensatz zur "Galleria at Erieview" ist "The Arcade" auch im 2026 immer noch ein beliebtes Shoppingcenter mit einem fast 100 Meter langem Glasdach. Wir "Nicht-Shopper" verpassten natürlich die einmalige Einrichtung zu bestaunen.

Progressive Field - der Cleveland Guardians Ballpark - Das Baseball-Stadion von Cleveland. Eindrücklich für 43'000 Zuschauer konzipiert. Bis 2021 hiessen sie Cleveland Indians!

"Have a seat!" wir schlichen uns in das menschenleere Stadion. Das Bild erinnert mich sehr an San Diegos "Fort Rosecrans National Cemetery"!

Hier liegen sie auf dem Soldatenfriedhof. Die, die einst Football, Baseball und Basketball gespielt haben und leben wollten. Da liegen die Männer, die von grössenwahnsinnigen Politikern in den Tod geschickt wurden. Wie kann da nur einer stolz darauf sein?



Cleveland in Schutt und Asche? Es war zum verrückt werden. Aber ist das nicht eine New Yorker Strassenszene? Wir waren kurz ratlos.

Das sieht echt aus. Kurz nach einer riesigen Explosion lagen Trümmerteile und beschädigte Autos in der Strasse, die auf New York getrimmt war.

Kurz bevor wir in dieses Desaster stolperten, muss es noch heftige Detonationen gegeben haben. Die ganze Strasse war auf New York getrimmt. Die zwei unten waren Besucher wie wir (also fast wie wir😏).

Dann tauchte Captain America auf und wir wussten, wir waren gerettet. Chris Evans als Steve Rogers alias Captain America: The First Avenger.

Das waren noch Zeiten als Cleveland beliebt war. Ob die je wieder kommen?


Cuyahoga-Valley-Nationalpark, 20 Meilen südlich von Cleveland, Ohio
20. August 2011

Ein wunderschöner Wasserfall am Rande des Parks, die "Brandywine Falls".

Ein Graureiher auf der Jagd.

Ein Schwalbenschwank tankt Nektar. 

Dauernd hörten wir schmatzende Geräusche, aber wir waren ganz alleine im Nationalpark. Es dauerte eine Weile bis wir diese Karpfen entdeckten, die irgendwelche Insekten von der Wasseroberfläche naschten.

Einen wunderschönen Monarchfalter haben wir auch noch gesehen.


Detroit, Michigan
22. August 2011 - 25. August 2011

Detroit ist eine Grenzstadt zu Kanada und liegt 450 Kilometer östlich von Chicago.

Die Lobby des General Motors Headquarters war öffentlich zugänglich. Eine Machtdemonstration mit wunderbarem Blick auf Kanada.


Am Riverwalk mit Blick auf das Hotel Caesars am Riverside (Detroit River) von Windsor, Canada. Für schöne Fotos ist Detroit nicht berühmt. 2026 ist das Hotel und sein Casino immer noch in Betrieb.


Einer der Eingänge des GM Headquarters liegt am Riverwalk von Detroit. 


Blick in die andere Richtung, auf die weltberühmte Ambassador Bridge, die die USA und Canada verbindet. Die Hängebrücke über den Detroit River ist knapp 2.3 Kilometer lang.

Geld war und ist vorhanden. Aber nur für wenige. Dieser Brunnen von Isamu Noguchi, der 1981 fertiggestellt wurde, ist für USD 6.7 Mio. im 2024 restauriert und wieder in Betrieb genommen worden.


People Mover, Detroit
22. August 2011

Im People Mover drehten wir eine Runde durch Detroit. 4.7 km in 10 Meter Höhe lassen eine gute erste Übersicht der Stadt zu.

Dieser Passagier ist bis 2026 nie eingestiegen. Die Bronzeskulptur stammt von J. Seward Johnson Jr. in der Haltestelle "Grand Circus Park" des People Movers. Er liest die originalgetreue Nachbildung der Ausgabe der "The Detroit News" vom 21. Mai 1987. An diesem Tag wurde der People Mover eröffnet.


Immer wieder sieht man die Verwahrlosung von Detroit. Das Haus steht mitten im Stadtzentrum. Als speziell empfand ich, dass nicht ganz Quartiere völlig im Elend waren, es hatte neben solchen Gebäuden auch Häuser, die bestens in Stand gehalten wurden.

Zum Beispiel war das Greektown Casino-Hotel sehr gut in Schuss. Heute heisst es Greektown Casino Hotel und hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Detroit zählte 1950 1.85 Mio. Einwohner (16 % Schwarze) und war wohl eine der reichsten Städte der USA. Der Niedergang wurde durch die Deindustrialisierung, die Verlagerung von Fabriken in andere Städte und die "White Flight", die Abwanderung von weissen Familien ausgelöst und fortgeführt. 2010 waren 84 % der Bewohner Schwarze. Bis 2020 sank die Einwohnerzahl auf ca. 640'000. 2023 hat der Trend gestoppt und man geht 2026 von einer Bevölkerung von 650'000 aus. 

Der Blick aus dem Cockpit des führerlosen People Movers. Sieht richtig idyllisch aus.

Für 50 Cents drehten wir 4 Runden und wurden mit wunderbaren Aussichten belohnt.

Zeitweise vergassen wir, dass wir in einer Stadt mit hoher Kriminalität wandelten.

Das Transit Center, bzw. der Busbahnhof, von wo die Greyhounds und FlixBusse starten (USD 29 mit Flixbus nach Toronto 2026), war der wohl belebteste Platz in der Stadt. Bekannt auch aus dem Videospiel "Detroit: Become Human".  


Rushhour am Busbahnhof.

Einer der Eingänge zum GM Headquarter am Riverwalk.

Um 6 Uhr Abends an einem Montag! Welche Grossstadt auf der Welt hat um diese Zeit keinen Verkehr?


Dieses Ehepaar und wir waren die einzigen Fahrgäste an diesem frühen Abend.

96 Jahre lang kleidete das Herrengeschäft Serman's nicht nur fast alle Bürgermeister der Stadt ein. Auch viele Berühmtheiten kauften hier ihre Anzüge. 2013 wurde das Geschäft geschlossen. 2026 ist die Revitalisierung des Gebäudes immer noch im Gange.

"Three Strutting Men". Die drei Herren waren das Wahrzeichen des Einzelhändlers.


Stadt der Graffiti-Künstler

Den Künstler konnte ich nicht definitiv verifizieren. Wahrscheinlich ist es von Patch Whiskey. Das Mural liegt im "Dequindre Cut", einem ehemaligen Eisenbahngraben, der heute als Fahrradweg dient. Es gibt ein Verzeichnis der Graffiti-Kunst von Detroit.


Dieses wunderbare Werk wird dem Sprayer phers zugeordnet. Mir gefällt es gut.


I love that "malt". Dieses Werk hat Rick Malt kreiert. Auch im Eisenbahngraben zu finden.

Unbekannter Künstler. Aber gut gemacht.

Graffiti-Art in Detroit. Es hat noch Platz (mindestens damals). Es gibt noch viel mehr Künstler, die sich in der ganzen Stadt verewigen wollten. Vielfach wurde diese Kunst aber nicht geschätzt und die Wände gesäubert.

Ob diese Wand im 2026 noch steht? Sieht aus, wie ein sehr früher Bansky.

Dieses Graffiti sei von Elicser Elliott gestaltet worden und zeige den Rapper Christopher Wallace "Biggie Smalls", ein legendärer Rapper des "East-Coast-Hip-Hop". Er prägte die Szene obwohl er 1997 im Alter von 24 Jahren ermordet wurde. The Notorious B.I.G.


Verlassene Orte, Detroit die Hauptstadt
24. August 2011

Auf dem Weg zu verlassenen Fabriken von Detroit.

Ein Hauptgebäude der riesigen, legendären Packard Motor Car Company. Der "Studebaker Starliner" wurde hier gebaut. 1956 wurde die Fertigung nach South Bend, Indiana, verlegt.

Wir können nicht behaupten, dass wir vor dem Betreten der Fabrikareale nicht gewarnt worden wären. Aber: Wer hält sich in dieser Stadt schon an Regeln?

Wir waren mit dem Fahrrad unterwegs. Keiner Gefahr bewusst. 

Wir wagten uns in die verlassenen Fabriken von Detroit.


Satire pur.

Das ist, was manchmal von einer Hochzeit bleibt.

In dieser Halle wurde wahrscheinlich der "Studebaker Stareliner" gefertigt. 

Nicht einmal "Homeless-People" nutzten die Hallen.

Ein paar Künstler werden hier noch geübt haben. Aber auch die haben die Stätten verlassen.

TEAM MALT? Vielleicht versuchte der Sprayer-Künstler hier zu performen. Aber auch dies scheint gescheitert zu sein. 

Das alles stimmt den Besucher nachdenklich. Einst das Beste vom Besten und ein paar Jahrzehnte später komplett verlassen. Nicht einmal Pflanzen oder Kakerlaken wollen sich hier niederlassen. Deprimierend.


Michigan Central Station, Main Station of Detroit
24. August 2011

1910 - 1913 wurde der Hauptbahnhof von Detroit errichtet. Grosse Zeiten kannte der Bahnhof fast nie. Nach 1988 wechselte das Gebäude mehrmals den Besitzer. Einmal für 80'000 USD! Die Railway Station wurde bewusst 3.7 Kilometer vom Stadtzentrum weg errichtet. Man wollte ein schon damals heruntergekommenes Stadtviertel aufwerten.

Von Anfang an: Eine Missgeburt. Nicht einmal ich konnte dem Bahnhof neues Leben einhauchen.

Nach vielen Sanierungen haben 2024 neue Mieter das Gebäude bezogen, das jetzt "Michigan Central" genannt wird. SAVE THE DEPOT scheint wahr geworden zu sein. Auch wenn ich beim durchsehen der Homepage im 2026 nicht optimistisch bin: "A first-of-its-kind ecosystem combining Detroit’s rich history and its commitment to shaping the future of transportation worldwide to form a global hub for mobility innovation." 

Auf unserer Tour lag plötzlich ein Flusskrebs auf der Strasse. Ob er gesungen hat, weiss ich nicht, erst Jahre später habe ich das Buch von Delia Owens "Der Gesang der Flusskrebse", der 2018 erschien, gelesen. Ein unglaublich schönes Buch, weit oben in meiner Bestsellerliste. Aber ich meinte, dass er mich flehend ansah. Also habe ich ihn auf meine Detroit-Karte geschoben und in einen nahen Weiher gebracht. Obwohl solche Aktionen immer ein bisschen risikovoll sind. Vielleicht wollte er ja vom Weiher weg und ich habe ihn wieder auf Platz 1 gesetzt. Diese Flusskrebse, oder Verwandte von diesen, sind in Europa nicht gern gesehen. Die bringen die Krebspest mit und die Einheimischen haben keine Abwehr gegen diese Krankheit und verenden zu Tausenden. 


Heidelberg Project Detroit
24. August 2011

Das "Heidelberg Project", ein Bürger hatte 1987 genug von Dealern und Mördern, die das Quartier unsicher machten. Mit Kunst wollte er Besucher anziehen. 

Eine verrückte Idee, aber fast gelungen. Das Viertel gilt trotzdem immer noch als eines der ärmsten der ganzen USA, nachts würde ich dort nicht spazieren gehen. "Heidelberg Project" wurde nach der  Strasse des Quartiers "Heidelberg Street" benannt,  es hat nichts mit Deutschland zu tun. 2017 kam Heidelberg 3.0 auf, eine Idee, über "Digital Transformation" das Quartier in eine "Virtual reality experience" zu transformieren. 2026 gibt es keine Informationen mehr. 

Menschen in Detroit. Links oben ist das Denkmal, das an die "Underground Railroad" erinnert, ein Netzwerk, das Sklaven bei der Flucht in die Freiheit half. 


Downtown Detroit
23. August 2011


Wir zogen von den "Outskirts" zurück in die Innenstadt.

Wir entdeckten einen Chevrolet Monte Carlo. 5,0-Liter V8 Motor, wohl Baujahr 1980. Sehr gepflegt.

Selten sahen wir gepflegte Autos. Dies ist ein Dodge Dynasty. Vielleicht hatte die Feuerwehr mit ihm geübt. Obwohl ich nicht sicher bin, ob das Department noch in Betrieb war.

Der Beweis, dass Schusslöcher nicht gut für ein Auto sind: Sie rosten. Ein Cadillac Fleetwood Brougham, der von 1977 - 1986 produziert wurde. 2026 werden gut erhaltene Broughams zu Euro 20'000 gehandelt.

Wir waren die einzigen Fahrradfahrer in der ganzen Stadt.

Ich, Sabinas Bodyguard, genoss die Fahrrad-Tour.

Den Markt hatten wir verpasst.

Famer's Restaurant (which filled the bellies of many Eastern Market visitors) hat 2019 für immer geschlossen. Aber den Markt gibt es im 2026 immer noch. More than a Market! Immerhin ist nicht alles verloren gegangen.


Marilyn Monroe hat 1949 ihren Film "Love Happy" in Detroit beworben. Mehr nicht. Trotzdem hat jemand sie hier verewigt. Es gibt Menschen, die bleiben den meisten für immer.

Man sagt, Marilyn Monroe hätte in der Baltimore Bar heftig gefeiert.

Andere haben uns erzählt, dass sie im 1224 den Hintereingang genommen habe.

Fast gespenstisch, man muss in den Strassen fast auf Autos warten. Und das in der Autostadt schlechthin.

Das noble Marriott gibt es auch 2026 noch. Die Mariner's Church of Detroit wurde 1849 fertig gestellt, als Mission für Seeleute. Berühmt wurde sie durch Gordon Lightfoots Song "The Wreck of the Edmund Fitzgerald". 1955 wurde das gesamte Gebäude an die jetzige Position um 260 Meter verschoben, damit das neue Civic Center gebaut werden konnte.

Eine Möwe posiert vor dem Eingang von General Motors, die Firma hat auch 2026 ihren Hauptsitz in Detroit, Michigan.


Korrektes Befahren der Wege, für Schweizer selbstverständlich... und wir in der Stadt der Autos mit dem Fahrrad unterwegs, hat doch was, nicht?

Am Schluss bezahlten wir die Zeche an der Theke des Atheneum HotelsUnser Hotel war ein ziemlicher Kontrast zur Aussenwelt. Die Lobby des Hotels erstrahlte in auf's Höchste poliert. Die Zimmerpreise variieren gewaltig. 2026 von USD 107 bis 399 für das gleiche Zimmer, je nach Datum.

so long guys

15. August 2011

Maine und ein dubioser Autokauf in New Jersey


 Anschleichen und durch's Gebüsch schiessen! Weisskopfseeadler im Arcadia National Park. 30. Juli 2011


Ellsworth, Maine
29. Juli 2011 - 6. August 2011

Von Cape Cod führte unsere Route über Boston, wenige Meilen durch New Hampshire, an Portland, der grössten Stadt von Maine vorbei, nach Ellsworth, nahe des Acadia National Parks. Lieber hätten wir in Bar Harbor, dem Ausgangspunkt für den Park genächtigt. Zu dieser Jahreszeit ist Maine jedoch ein beliebtes Ziel von Amerikanern und ausländischen Touristen. 

Die Hotels im National Park waren ausgebucht. Wie in Massachusetts ist auch hier die Saison kurz. Der Höhepunkt wird im Indian Summer erreicht, der bald beginnen wird. Dann färben sich die Laubwälder der nördlichen Staaten und Horden von Fotografen stellen kurze Zeit später ihre wunderschönen Bilder ins Netz.

In Ellsworth wählten wir das Hampton Inn. Modern, sauber und langweilig. Wenn die Saison vorbei sein wird, fällt die Gegend wohl in einen Dornröschenschlaf. Zwar sind die Winter wegen dem Meeresklima recht mild, das Wetter ist aber garstig und stürmisch und feucht.

Der höchste Berg bis Rio de Janeiro

Wir fuhren bei angenehmen Temperaturen und blauem Himmel die Sehenswürdigkeiten des Parks an. Eine wunderschöne, raue Küste wechselt sich mit kleinen Häfen und dichten Wäldern ab. Die Hügel erheben sich sanft in der Landschaft. Trotzdem ist der Cadillac Mountain mit seinen 1530 feet die höchste Erhebung der amerikanischen Atlantikküste, manche sagen bis Rio de Janeiro.

Seeadler schiessen

Die Strassenschilder warnen vor Moose (Elche), doch wir haben keinen einzigen gesehen. Und ein Seeadler, der entlang der Küste nach Opfern suchte, wurde für die Bannung auf Zellulid selber ein Opfer einer falschen Kameraeinstellung. Aber der zweite, der am Rande einer Strasse auf der Spitze einer Kiefer oder Tanne hockte, sollte mir nicht entgehen. Ein kleines Grüppchen Fotografen, einer mit einem riesigen Objektiv bewaffnet, starrte von der Strasse aus in Richtung Adler. 

Ich schlich mich ins Gebüsch, hinter jeder Hecke Deckung suchend, leider mit einer fast vollen CF-Karte in der Kamera. Hektisch löschte ich ein paar Aufnahmen aus dem Speicher und ebenso hektisch schlug ich nach den angreifenden Mücken. Dann hielt ich drauf. 

Ich habe mittlerweile schon ein paar Vögel fotografiert und weiss, dass man keine Regung deuten kann, um den Abflug zu erwischen. Nicht ein Flügelbauschen, keine Kopfdrehung, weder ein Ruf noch eine Änderung der Mimik lassen den Zeitpunkt erahnen. Die meisten Vögel fallen scheinbar zufällig nach vorne, um einen Augenblick später die Flügel zu öffnen und weg sind sie. Wenn man die Linse draufhält, beginnen bald einmal die Arme zu schmerzen, der Schweiss läuft ins Auge, die Mücken saugen ihr Mahl. 

Und Vögel fliegen nicht nur, sie ruhen auch gerne und lange, sehr lange. Und wenn sie dann fliegen, dann bestimmt in die entgegengesetzte Richtung. Diesen habe ich aber erwischt. Alle anderen Anwesenden erwischten den Abflug des Königs der Lüfte nicht. Man kann dann einfach nicht anders, als innerlich zu frohlocken...

Die Asiaten kommen

Das Wetterbedingungen waren wunderbar, die Touristen bei guter Laune und parkten die Strassen nahe den Stränden, wie dem bekannten Sand Beach, zu. Neben den vielen amerikanischen Touristen waren nicht wenige Chinesen unterwegs. Aber, das sind gar keine Touristen, das sind Asiaten, die sehen wollen, wo sie in 10-20 Jahren leben...!

Einen Vorgeschmack der Zukunft erhielten wir bei unserem Abendessen, beim ... Chinesen in Bar Harbour. Links von uns eine asiatische Mutter mit ihren drei erwachsenen Kindern, rechts von uns ein junges Ehepaar aus dem fernen Osten. Tief über die Teller gebeugt, schmatzten sie das Fleisch und geräuschvoll schlürften sie den süsslichen Hummer aus seinen Schalen. 

Endlich durfte auch ich wieder mal in der Öffentlichkeit die Sau rauslassen. Aber die geschwätzige Serviertochter, die mein Trinkgeld zu tief fand und lächelnd, aber mit eiskalten Augen und zusätzliche 5 USD forderte und sich wie ein Adler krallte, liess mich erahnen, dass eine chinesische Weltherrschaft nicht nur Vorteile mit sich bringen würde.

Tagtraum Schriftsteller

Wie schnell liebliches Wetter in Maine umschlagen kann, erlebten wir am letzten Tag auf einer Fahrt der Küste entlang. Plötzlich wehte heftiger Wind dichte Nebelfetzen über die Strassen und Brücken. Auf geteerten Wegen fuhren wir durch wenig besiedelte Gegenden, vorbei an Häusern, vor denen sich wie überall an der Küste, die Reusen für den Hummerfang stapelten. 

Als wir an der Küste neben einem stattlichen Holzhaus eine Pause machten, beobachtete ich, wie ein älterer Mann in eine Wollstrickjacke gehüllt, die Post aus dem Briefkasten holte und langsam, die Briefe sortierend, ins Haus zurück schlurfte. Ich stellte mir vor, wie er diese auf den kleinen Tisch im Eingang legte, die steile Holztreppe hinaufstieg und über knarrende Dielen in sein Arbeitszimmer ging, sich ans Pult mit Sicht auf den in der Ebbe brachliegenden Sound setzte, verträumt in den Nebel starrte, die Schreibmaschine zurecht rückte und die nächsten Seiten eines neuen Romans hackte. 

Ja. In Maine lassen sich Schriftsteller gerne nieder, um in der Einsamkeit und der rauen Natur ungestört schreiben zu können.

John Irving, der Fahrlehrer

Auch John Irving wählte Maine oft als Schauplatz. Er, der wohl Tausenden das Leben gerettet hat. In einem seiner Bücher beschreibt er, was passieren kann, wenn man beim Linksabbiegen die Räder schon beim Warten einlenkt.  „Sie wurden am Heck von einem Auto gerammt, schossen über die Strasse, direkt vor einen Schneepflug. Dort wo vor Sekunden noch ihre Kinder sassen...“ Ja, das bleibt...

Die Klimaanlage steigt aus

Gerne wären wir in der herrlichen Landschaft von Maine noch länger verweilt (und einen Bestseller geschrieben...). Aber endlich war der „Title“ (Fahrzeugausweis) bei unserem Freund in New Jersey eingetroffen. Ganze 12 (anstatt 3 Tage wie versprochen) hatte sich der Ford-Händler Zeit gelassen.

Die 500 Meilen zurück, zuerst in heftigem Gewitter und dann bei immer schöner werdendem Wetter, verliefen für einmal ohne Staus. Eine Seltenheit auf den Highways der Ostküste. Bis kurz vor der George Washington Bridge in New York. Im Schritttempo legten wir die paar  letzten Meilen auf den aufgerissenen Strassen und unter den rostigen Autobahnbrücken der Zubringer zurück. Draussen die klamme Hitze und der Lärm der amerikanischen Trucks.  Ich wischte mir eine Schweissperle von der Stirne und stellte die Lüftung auf mich. Noch wärmere Luft liess mich noch mehr schwitzen, aber auch die Erkenntnis, dass die Klimaanlage ausgestiegen war. Eine erste Schwäche unseres alten Tahoes.

Steuerbetrug?

Den Kompressor ersetzte Richard in einer der zahllosen schmutzigen Autoflickhütten, die die Strassen von Amerika säumen, für 550 USD plus 38 USD Taxes. Ob der Staat die 38 Bucks je sehen wird? Denn Richard, ein Asiate, den ich beim Beten in seinem Büro gestört hatte, wollte den Betrag „cash“ und setzte sich auf die Lückbank, um uns zum nächsten ATM (Geldautomaten) zu lotsen. „Make a light“ verstand ich nicht auf’s erste Mal, aber Richard folgte nur einer gewissen Logik, schliesslich sagt man ja auch nicht „make a reft“. Wie Richard aber seinen Namen bei den Behörden buchstabiert, wird mir ein Rätsel bleiben.

Wiedersehen in Manhattan

In East Rutherford, New Jersey, hatten wir das Sheraton Newark gebucht. Zweimal noch fuhren wir nach Manhattan um Thomas zu treffen, einmal mit Leuten aus seiner Crew und Urs, dem Surfer aus der Schweiz, und einmal mit einem Kollegen, der 2 Jahre in New Jersey gewohnt hat. Mit dem Path (Zug) ist man unglaublich schnell mitten in Manhattan, man könnte aber auch die Ferry (Fähre) nehmen, allemal schneller als mit dem Auto durch die Tunnels.

Eigentlich wollten wir schon lange Richtung Westen unterwegs sein. Massachusetts und Maine waren nicht geplant gewesen. So verglich uns Thomas mit Tom Hanks aus dem Film "Terminal", der den gestrandeten Typen am Flughafen von New York spielte. „Ihr kommt hier einfach nicht weg...“ Ja, ein ganz Lustiger, unser Tom.J

Antrag auf Erteilung eines Antragsformulars... amerikanische Bürokratie

Den Title holten wir bei Tom und Lizzie ab und fuhren ins DMV (Strassenverkehrsamt) von Lodi, NJ, um unseren Wagen zu registrieren. Da wussten wir noch nicht, wie nah Thomas der Wahrheit mit seinem Spruch kam. Nach gut einer Stunde warten, erklärte uns eine Beamtin, dass wir das Auto mit einem B2 Visa nicht registrieren könnten. Nur wer ein Jahr in New Jersey bleiben kann, dürfe registrieren.  Ich glaube schon lange nicht mehr den Auskünften einer einzelnen Person und so fuhren wir 20 Meilen südwärts in ein kleineres Office des DMV, um die selbe  Auskunft zu erhalten.

Im Internet kamen wir zu wenig mehr Informationen und glaubten, dass man mit einer „permanent address“ in New York den Wagen registrieren kann. In New York (nach 2 Stunden warten) erfüllten wir aber die 6 Punkte Regelung zur Identifikation auch nicht (CH-Pass mit I94 Form, bzw. B2 Visa = 3 Punkte, Bankkonto = 1 Punkt, die fehlenden zwei Punkte müssten mit einem amerikanischen Dokument erreicht werden). Langsam ahnte ich, dass wir in eine unangenehme Geschichte schlitterten.

Das Gegenteil von "gut"? Gut gemeint!

Wir hatten noch gut eine Woche bis unsere „temporary registration“ ablaufen würde. Wir versuchten uns über die Zulassung in den Nachbarstaaten zu informieren. Ein Afro-Amerikaner in der Lobby unseres Hotels bekam mit, was uns beschäftigte und riet uns nach Mississippi zu fahren. In seiner Heimat könne jeder einen Wagen registrieren, vorausgesetzt, er verfüge über einen Title. Ein gut gemeinter Tipp. Keine Stunde später sassen wir im Auto und fuhren Richtung Mississippi. Sicher nicht. Wir riefen vorher an. Aber auch Mississippi besteht mittlerweile auf der 6-Punkte Regelung.

Wir zogen in Betracht, nach Kalifornien zu fahren (2500 Meilen) allerdings mit der Unsicherheit, dass unser Auto nicht angenommen würde. Kalifornien besteht auf viel strengeren Abgasregeln als die anderen 49 Staaten. So werden die meisten Autos in den USA für diese Staaten gebaut, nur für den Verkauf in Kalifornien werden die Wagen angepasst. Und viele ältere Modelle sind nicht umbaufähig.

Meine Anrufe bei unserem Verkäufer und meine E-Mails blieben unbeantwortet.

Alle Abklärungen ergaben stets das selbe Ergebnis. Ohne Green Card , Studenten-Visa, Driver License aus den Staaten (für den es auch eine 6-Punkte ID braucht) oder einem Beleg wie die Rechnung von einem Elektrizitätswerk mit unserem Namen und Adresse haben wir keine Chance auf eine Registrierung.

Von Aussen hui, von Innen pfui

Das Wochenende verbrachten wir mit dem Kollegen, der uns Ho-Ho-Kus zeigte, ein typisches Städtchen in welchem die Banker von Manhattan wohnen, mit wunderschönen Gärten und von hohen Bäumen geschützt. Dies ist aber keine Ausnahme, der ganze Osten wohnt, ausser in den Städten, in Wäldern. Wir fuhren vor sein ehemaliges Haus, in dem er zwei Jahre wohnte. Die neuen Mieter waren auch schon wieder am Ausziehen, trotzdem begrüssten sie uns inmitten des Chaos freundlich und liessen auch einen Rundgang im Haus zu.

Von aussen sieht es stattlich aus. Im Innern auf den ersten Blick mit ungewöhnlicher Raumaufteilung. Bis man praktische Überlegungen anstellt. Die 1000 m3 beherbergen ein oder zwei viel zu grosse Badezimmer, 3 Schlafzimmer und ein riesiges und gefühltes 10 Meter hohes Wohnzimmer. Die Wände scheinen aus Pappe zu sein und im Winter zieht der Wind durch die Steckdosen ins Haus. Dafür braucht die Haustüre kein Guckloch, durch den Spalt sieht man sehr gut, wer vor der Türe steht. 

Als der Ex-Mieter und die baldigen Ex-Mieter sonst noch auf die Vorzüge des Hauses zu sprechen kamen, wie überlaute Heizung und gefrorenes Klo im Winter, dachte ich sehnsüchtig an unseren Travel Trailer zurück. Klein und kompakt und auch bei Minustemperaturen wohlig warm. Und seither klopfe ich nicht mal mehr an eine Strassenlaterne, man weiss nie...!

Der Kollege flog am Sonntag mit zwei gefüllten Koffern (er war nur mit Handgepäck angereist) in die Schweiz zurück. Er hat den Hang zum Betrügen, nicht sein einziger Charakterfehler. Uns zerrann langsam die Zeit, ich wollte verhindern mit einem nicht registrierten und unversicherten Fahrzeug in New Jersey stecken zu bleiben. Tom Hanks lässt grüssen.

Berufsverbrecher

Da wir nicht damit rechneten, dass unser Verkäufer das Auto zurücknehmen würde, wollten wir es verkaufen. René, ein Italo-Amerikaner, Inhaber einer der zahlreichen Used-Cars Dealer, hätte uns auch ein Angebot gemacht, wenn wir denn im Besitz eines auf uns registrierten Titles gewesen wären. 

Tatsächlich hatte der Verkäufer nicht wie versprochen den Title auf uns umgeschrieben, sondern nur meinen Namen von Hand auf der Hinterseite als Käufer eingetragen. René meinte, dass wir ohne 6-Punkte ID auch keinen Title erhalten würden, somit sässen wir auf einem Wagen, der zwar uns gehört, den wir aber weder fahren, noch verkaufen konnten. 

Seine Frau jedoch meinte, dass wir den Title umschreiben lassen könnten, aber nicht registrieren. Typisch für die Auskünfte in diesem Land. In diesem Fall hatte René recht. Das DMV verweigerte die Überschreibung.

Am nächsten Tag standen wir nach fast 4 Wochen wieder beim Ford-Vertreter in Somerville, der uns das Auto verkauft hatte. Nicht ohne Furcht, dass wir auch noch beschuldigt würden, illegal ein Auto gekauft zu haben und noch schlimmer, illegal eines verkaufen zu wollen... Thomas wird in 5 Jahren zurück in die Schweiz gezogen sein, wir würden immer noch versuchen, unsere Unschuld zu beweisen! 

Ganz so schlimm kam es nicht. Nach einigen Beratungen mit und ohne uns, machten sie uns den Vorschlag, den Wagen für USD 5900 zurück zu kaufen. Wir wollten dem Nightmare ein Ende bereiten, ein Lawsuit (Gerichtsfall) würde sich laut Online-Lawyer über ein Jahr hinziehen, und es war schon gar nicht sicher, ob nicht wir schuldig gesprochen würden. 

Tatsächlich machten wir den Kardinalfehler, uns nicht vorher zu erkundigen, ob eine Registrierung möglich ist. Aber wer tut das schon, wenn er ein Jahr zuvor das selbe in einem anderen Kanton des Landes ohne Probleme machen konnte? Nachtrag 2026: In Kalifornien ist ein Autokauf und eine Registrierung als Tourist möglich.

3600 USD hat uns das kurze Vergnügen gekostet, dafür kann der nächste Besitzer auf einen brandneuen Kompressor zählen. Allerdings hätte ein Mietwagen auch zu Buche geschlagen.

So aber zementierten sich wieder einmal Vorurteile, nicht nur auf Amerika bezogen:

Autoverkäufer sind Gauner
Beamte sind schnippisch und das Gegenteil von hilfsbereit
Auf das Wort von anderen ist kein Verlass
Reisende informieren sich zu wenig

Dann halt im Mietwagen, aber nicht nach Kalifornien

Wir mussten unseren Weg mit einem Mietauto fortsetzen. Allerdings machte das Ganze nicht nur unserem Budget zu schaffen, ebenfalls unseren Plänen, müssen wir den Wagen doch wieder nach New Jersey zurückbringen, andernfalls würden wir pro Meile einen USD Rückführungsgebühr zahlen (2700 Meilen). So haben wir beschlossen, gar keine Pläne mehr zu machen: Erstens ändern wir sie früher oder später selber und wenn nicht, das Schicksal...

Untenstehend der Link zur 6 Points Identification und zum genauen Beschrieb, was eine Lösung sein könnte.


 
Acadia National Park, Maine
Juli / August 2011

Cadillac Mountain, die höchste Erhebung an der Ostküste bis nach Rio de Janeiro. Er liegt auf der Insel Mount Desert Island und hat die stolze Höhe von 470 Metern über Meer!

Man hat in alle Richtungen eine herrliche Sicht.

Das weltberühmte Bass Harbor Head Lighthouse im Acadia National Park.

Noch recht schön hier, nicht?

Ja, geht so. Blick vom Lighthouse in die andere Richtung.

Ein Boots-Steg. 3 - 4 Meter beträgt die Differenz zwischen Ebbe und Flut. 

Das Wasser steigt, die Flut beginnt.

Gebäude am Wasser müssen Ebbe und Flut berücksichtigen.

Ich war von der Brandung fasziniert.

Beach Life in Maine? Ja, das gibt es. Der Sand Beach, der einzige Sandstrand im Park.

Baywatch in Maine. Man sagt, statistisch gesehen, kämen bei seiner Aufsicht sehr viel mehr Frauen in Seenot als bei anderen Rettungsschwimmern. Ach, das kann doch gar nicht sein!

Seetang ist im Acadia National Park zur Genüge vorhanden.

Als ich Sabina dieses Collier um den Hals legen wollte, war sie nicht gerade entzückt. Hey: Natur pur und wunderschön, nicht? Ausserdem essbar und wird in der Kosmetikindustrie verwendet. Seetang oder Spiraltang.

Ein Eichhörnchen ist neugierig auf uns.

Wir hofften, das der Weisskopfseeadler nicht neugierig auf das Eichhörnchen war!

Traumhaft. Man sagte uns, das sei Bill Gates' Ferienhaus. Oder sonst ein prominenter Mensch. Who cares?

Sie wollte wohl das Haus des Prominenten fotografieren. Wir wunderten uns, wie sie dahin gekommen ist.

Wohl auch ein Herrenhaus. Aber beeindruckende Architektur. So stelle ich mir ein Schriftsteller-Haus vor.

Es muss ein erfolgreicher Schriftsteller sein. Das ist die Garage des Hauses. Vielleicht John Irving oder Stephen King? "Garp und wie er die Welt sah" und "Faire Verlängerung", zwei meiner Lieblingsbücher, bzw. Kurzgeschichte.

Segeln gehört zu Maine, wie Hummerfischen. Ein Blick in ein Segelunternehmen.

Hummer. Die Leibspeise der Ostküste der USA. Ein schöner Roman: Die Hummerfrauen.

Ein typischer Hafen in Maine. Und kurz vor einer Wetteränderung.

Golden days are passing over, see you on the other side? (Frei nach Ozzy Osbourne). Plötzlich fuhren wir in dichten Nebel hinein. Die *Deer Isle Bridge" ist immerhin 764 Meter lang und hat eine "Lichte Höhe" von 26 Metern. 

In Stonington, beim Opera House, standen wir in dichtem Nebel vor dem Hafen.

Dann wird die Wahrnehmung surreal. 

Es war unheimlich.

Da fuhr doch tatsächlich noch ein Fischerboot raus. Das muss ein schweres Erbe gewesen sein.

Das grauenhafte Wetter hielt auch auf unserer Rückfahrt an. Wir stoppten auf dem Highway auf der Fahrt nach New York an und warteten auf Besserung.


East Rutherford, New York
7. August 2011 - 11. August 2011

George Washington Bridge. Kurz bevor unsere Klimaanlage den Geist aufgab.

Die Werbetafel der Garage, in der die Klimaanlage ausgetauscht wurde.

Bevor wir in ein Hotel in East Rutherford zügelten, übernachteten wir im Sheraton Newark, heute das Newark Airport Marriott. Das Hotel der Football Mannschaft von den New York Jets. Ich weiss im 2025 nur noch, dass ich in der Lobby war und das Gefühl hatte, dass ich zwischen den Beinen der riesigen Footballspielern hindurch sausen konnte. 

Viele Züge fahren nach New York City. East Rutherford steht für wohlhabende Banker.

East Rutherford ist wie ein Ort aus einem Bilderbuch von der Ostküste.

Auf dem Weg von East Rutherford nach Manhattan.

Das Interieur war ganz nett gestaltet. Das Essen leider ebenso.

RIP TEN 45 Diner!

 TEN 45, 1045 am Highway 17 S. Leider wurde das Art déco Diner abgebaut.

From left to right: Dani Fisher, Elizabeth Mandeville, Urs Reichmuth, Sabina and Gerold Guggenbühl after having a good evening in Manhattan, New York City. August 2011.

 so long guys