6. Februar 2011

Sanibel Island und Skunk Ape Headquarter - Fototraining vor den "Ferien" in der Karibik

Sabinas Shot of the ... - Ein Dreifarbenreiher oder Tricolored Heron!

Einzigartiges Vogelparadies Sanibel Island

27. Januar 2011 - 31. Januar 2011


Für die letzten zwei Wochen zogen wir unseren Trailer nach Sanibel Island, um dort David Simchock mit seiner Freundin Beth und ihren Kindern zu treffen. Im J.N. "Ding" Darling Wildlife National Refuge, einem Paradies mit unzähligen Vogelarten, die sich an die ebenfalls nicht zu zählenden Fotografen gewöhnt haben, erhielten wir den letzten Feinschliff von ihm. Wir verbrachten aber auch privat Zeit mit den beiden und sind uns sicher, dass wir sie in einer anderen Ecke der Welt wieder sehen werden. (Das habe ich 2010 geschrieben: Fakt ist: Bis ins 2026 ist es nie passiert ist und die beiden stritten sich ein paar Jahre später in aller Öffentlichkeit massivst auf Facebook... no Happy End!)



Schräge Vögel im Skunk Ape Campground
31. Januar 2011 - 4. Februar 2011


Ein paar Tage später übernachteten wir im Skunkape Campground in den Everglades. Ein spezielles Erlebnis mit Betreibern und Gästen, die man als komische Vögel bezeichnen kann, aber weit entfernt von der Eleganz der heimischen Flieger. Selten ohne Bier in der Hand, dafür mit einer grosszügigen Einstellung der Arbeit gegenüber. Wildnis pur!


Wir schossen Hunderte von Bildern. Dank David sind uns nun M (Manuell), AV (Aperture Value), TV (Time Value), Shutter Speed, Depth of Field, ISO, Light Meter, Panning, freeze or blur und der Triangle of Photography nicht mehr fremd. Einige Fotos sind uns ganz gut gelungen. Trotzdem sind wir noch weit von einem David Simchock entfernt. Training, Training, Training!



Killer oder Käufer?
5. Februar 2011


Jim Watkins « CBS Miami – News, Sports, Weather, Traffic and ...  - 

Jim Watkins is accused of trying to hire a hitman to kill his brother. 


Als ich nach dem potentiellen Käufer von unserem Wohnwagen googelte, schnappte ich kurz nach Luft. „Jim Watkins“ wurde vorgeworfen, einen Killer gesucht zu haben, um seinen Bruder umzubringen. Der Interessent war allerdings ein anderer „Jim Watkins“. Der war und ist Marina Director auf Fisher Island in Miami. Damals wie 2026 und immer noch ein Kontakt von mir auf LinkedIn. 


Kurz entschlossen kaufte er an einem Donnerstag unser fahrendes Heim und am Samstag, frühmorgens, zog er mit ihm davon. Einen Schrecken kriegten wir bei der Einlösung des Bankchecks. Da er den Scheck auf ihn und mich ausgestellt hatte, musste Jim physisch anwesend sein und seine Unterschrift leisten. Und auch noch seinen Fingerabdruck auf dem Check platzieren. Aber Jim war schon lange auf und davon.



Doch ein Betrüger?


Wir versuchten, ihn telefonisch zu erreichen. Er reagierte aber nicht auf unsere Anrufe. Wir wissen heute noch nicht, wie er mitten in einem Vorort von Miami völlig per Zufall vor unser Auto geriet. Den Trailer hatte er schon abgekoppelt, aber wir kannten noch seinen SUV. Auch er erkannte uns und erklärte, dass er die Anrufe nicht gesehen habe. Jedenfalls kam er mit in die am Samstag geöffnete Bank und wir erhielten unsere 10’000 USD. Damit war das Kapitel "Travel Trailer" in Miami definitiv beendet. Die erste Nacht im Trailer ist uns präsent wie gestern und doch sind Monate vergangen und nun ist es Vergangenheit. 



Rückblick

1. April 2010 - 7. Februar 2011


Eine wunderschöne Reise mit vielen Hochs und wenigen Tiefs ist Vergangenheit. Höhepunkte waren sicher unser Flug mit der kleinen Cessna über Canyonlands in Utah, das Gleiten mit dem Leichtmetallflieger über die Florida Keys und der Trip in einer alten Kiste nach Dry Tortugas, mit Wasserlandung und -start. Aber vor allem die unzähligen kleinen Begebenheiten und der Kontakt mit Einheimischen, die das Reisen und das Leben in Amerika so angenehm und leicht machen, bleiben in Erinnerung. Die USA sind ein grossartiges Land mit hilfsbereiten, fröhlichen Einwohnern, die trotz grossen Problemen den Humor nicht verloren haben. (Das habe ich 2011 geschrieben. Ich weiss nicht, ob ich das im 2026 nochmals schreiben würde.)



Reisepläne
Februar / März 2011


Morgen, 7. Februar, fliegen wir nach Puerto Rico und werden am 14. Februar ab San Juan eine kleine Kreuzfahrt machen. Dann geht es zurück nach Miami und mit dem Avalanche nach Los Angeles.


Im Hampton Inn & Suites am Flughafen warteten wir auf den Flug nach San Juan und schauten uns das NFL-Spiel um die Superbowl 2011 rein. Die Green Bay Packers holten den Pokal. Wir im sterilen Hotelzimmer ohne Bier und Barbecue! Eigentlich schade.



J.N. Ding Darling National Wildlife Refuge auf Sanibel Island, Florida 
(Vogelfotografie Lektionen von David Simchock)
27. Januar 2011

Dann schauen wir doch mal genau hin, wie David Simchock fotografiert.

Gerold Guggenbühl, David Simchock, unser Fotografie-Lehrer, Beth Baldino, seine damalige Freundin und ihre zwei Kinder. Sabina Guggenbühl macht sich nicht nur hinter, sondern auch vor der Kamera gut. 

Mir gelang ein schönes Foto von einem gefährdeten Waldstorch. Ein "Wood Stork" hat eine Flügelspannweite von bis zu 180 Zentimetern. Auch in den Everglades sahen wir eines dieser raren Exemplare.

So schlecht sind wir nicht: Kaum hat David uns gezeigt wie, können auch wir fliegende Vögel scharf einfangen. Hier ein Kormoran im Ding Darling, der es mächtig eilig hat.

So sieht es aus im J.N. Ding Darling National Wildlife Refuge. Die Fotografen stehen auf der ungeteerten Strasse, die durch den Park führt (natürlich mit dem Auto befahrbar) und die Silber- und Seidenreiher fliegen keinen Meter über die Köpfe der Schaulustigen, landen in den Brackwassertümpeln und beginnen zu fischen. Im Winter sind zahlreiche Vogelarten vor Ort. Im Sommer ziehen viele Vögel in den Norden und der Park wirkt zum Teil verwaist. Das Hell und Dunkel der Szene überforderte uns damals noch. Heute wäre das Weiss der Reiher nicht ausgerissen.

Manchmal ist es schon fast zu bevölkert.

Ein Seidenreiher (little egret) beginnt seine Jagd. Nicht ganz scharf.

Die Seidenreiher fliegen ziemlich schnell hin und her. Mit den Krallen im Wasser treiben sie die Fische vor sich her. Dann "zack", mit dem Schnabel ins Wasser und vielfach ist der Fisch gefangen. 

Der Silberreiher ist zu gross für diese Technik. Er watet durch's Wasser oder steht geduldig, bis ein Fisch vorbei schwimmt.

Uns wurde ein wunderschönes Schauspiel geboten.

Einer der ersten Versuche von Sabina und gleich ein schöner Tricolored Heron.

Rosalöffler (Roseate Spoonbill) und die üblichen Bewohner im Ding Darling National Wildlife Refuge.

Sanibel Island Strand. Die Insel ist ein gutes Beispiel für nachhaltigen Tourismus. Zum Beispiel dürfen keine Häuser mit mehr als 2 Stockwerken gebaut werden. Es gibt daher keine Hotelburgen auf Sanibel und Captiva Island (Captiva ist nur über Sanibel Island zu erreichen und noch etwas exklusiver). Ob der Strand noch so aussieht? 2022 wurde Sanibel Island vom Hurrikan Ian fürchterlich verwüstet. 

Die einzige Brücke, die nach Sanibel Island führt, bzw. der Sanibel Causeway, wurde von Ian im September 2022 zerstört und weltberühmt. Alle News auf der ganzen Welt berichteten von der Brücke. Im 2025 seien die meisten Schäden behoben und alle Strände wieder offen.

Bereit für die Fahrt nach dem Skunk Ape Headquarter am Tamiami-Trail.

Wir verliessen die farbige und doch so natürliche Sanibel Island.

Wir verbrachten ein paar schöne Tage auf Sanibel Island und, was wir noch nicht wussten, würden im 2016 mit den Schwiegereltern wiederkommen.

Von der Brücke, bzw. dem Sanibel Causeway, blicken wir auf Fort Myers Beach, das auch auf unserer Florida Reise 2024 vom Hurricane Ian 2022 noch beschädigt war.

Sanibel Island Collage, was für schöne Erinnerungen.


Everglades National Park / Skunk Ape Headquarter / Gator Park
31. Januar 2011 - 4. Februar 2011

Unsere vorletzte Station. Der Skunk Ape Campground. Mitten in den Everglades.

So sieht es abseits vom Tamiami-Trail aus. Grasland mit Palmen und Longleaf-Kiefern besetzt. Wunderschön. In diesem Teil sahen wir kein Tier. Das war fast ein bisschen unheimlich.

Überraschend war diese brasilianische Pfefferstaude (roter Pfeffer) inmitten der Everglades. Eine invasive Art, die mittlerweile auf der halben Welt vorkommt.

Eine herrliche Ego-Foto-Collage, nicht? Sieht jedenfalls echt aus. War es auch. Wir trauten uns in die Wildnis hinter dem Campground vom Skunk Ape Headquarter. Auf der Suche nach dem sagenumwobenen Skunk Ape, dem Stinktier-Affen, der bis zu 3 Meter gross und 600 Kilogramm schwer sein soll. Den Mutigen gehört die Welt!😏 Es könnte gut sein, dass er sich da versteckt hat. Wir sahen keinen Vogel, keine Schlange und auch keinen Alligatoren im riesigen Areal! Während nordwärts des Tamiami Trails die Fauna nur so vor Leben strotzt.😎 Und Boas haben wir in den Everglades weder 2011, 2016 noch 2024 gesehen.

Diese Nordamerikanische Rohrdommel (Schwarzbart-Rohrdommel) habe ich weder damals, noch in den Fotos von Sabina gesehen. Erst bei der Erneuerung dieses Blogs sehe ich diese Super-Fotos von Sabina! Was ich doch manchmal für ein Ignorant bin!? Diese Rohrdommel wird bis zu 70 Zentimeter lang und hat eine Flügelspannweite von bis zu 115 Zentimetern. Sie ist ein Zugvogel, der in der Karibik und im Süden der USA überwintert.

Ein schöner Vogel, auch wenn er sich manchmal dermassen vermehrt, dass er zur Plage wird. Kormorane haben wunderschöne Kopffarben. Sie waren in den Everglades nicht sehr zahlreich vorhanden. An diesem Abend war uns das Licht hold. Unglaubliche Farbenspiegelungen im Wasser der Everglades.

Ein kleines Quiz: Erkennst Du den "Waldstorch", den "Braunen Sichler", den "Rotbauchspecht" und den "Rotschulterbussard"? Nur einer ist einmal in dieser Collage vertreten. Wenn Du das mit Deinen Kindern ansiehst, sag jetzt nicht: "Das interessiert mich nicht." Du willst doch kein schlechtes Vorbild sein, oder?

Sabina und ich fotografierten nicht nur Vögel. Wir wollten auch einen Blick auf den "Florida Panther" erhaschen, einen in den Everglades tatsächlich lebenden Puma. Vielleicht würden wir ihn in den Nächten auf dem Campground in den Everglades hören? Was meinst Du: Ist es ein Brüllen, wie das der Löwen und Tiger? Oder ist es mehr ein Fauchen, wie wenn eine Hauskatze genervt ist? Wenn Du das jetzt mit Deinen Kindern ansiehst...😇

Hommage an Sabina. Und noch ein kleines Quiz: Welches Foto wurde nicht in den Everglades aufgenommen? Wenn Du das jetzt mit Deinen Kindern...😛

Im Gegensatz zu Pumas haben wir sehr viele Alligatoren gesehen und das in der Wildnis. Lass Deinen Hund nicht in ihre Nähe. Sie sind auch an Land schneller als Hunde. Da wir Menschen zu gross für sie sind, werden sie uns kaum gefährlich. Ausser man denkt, wenn man mit ihnen um die Wette schwimmt, dann gibt es ein paar Tausend "gefällt mir". Deine Erben werden frohlocken!

Eine harte Nuss. Der Alligator schielt auf die Schildkröte. Die sind aber reflexschnell. Trotzdem stehen sie auf dem Speiseplan der Florida-Alligatoren.

Der Grünreiher pirscht durch den Sumpf der Everglades. 40 Zentimeter geballte Power Lebensweisheit:
"Die Symbolik des Grünreihers lehrt uns, wie wichtig es ist, im Leben ein Gleichgewicht zu finden und geduldig und präzise zu handeln. Dieses Tier kann uns zeigen, wie wir innehalten und auf den richtigen Moment zum Handeln warten können. In der keltischen Kultur symbolisiert der Grünreiher Neuanfänge, Glück und Wachstum." Irgend ein Philosoph, der vielleicht ganz leicht bekifft war.😏

Ich habe selten solch krasse Farben gesehen. Ein Blaureiher. Wobei er mit diesen Farben nicht zum giftigen Grün der Pflanzen passt.

Wir hatten mächtig Glück mit dem Sonnenlicht, das so schöne Hintergründe ins Bild zauberte. Dazu noch ein Dreifarbenreiher. Wahnsinnsfoto, Sabina! In der Nähe des H.P. Williams Roadside Park in den Everglades. Eine unscheinbare Picnic Area. 

Schöne Szene mit dem Graureiher in den Everglades.

Ein Schlangenhalsvogel (Darter). Mit dem Kormoran verwandt, wirkt aber sehr viel eleganter.

Der Fischreichtum muss gigantisch sein. So viele Fisch verspeisende Vögel müssen versorgt sein.

Auch "Panning" haben wir versucht. Naja.


Alligatoren in den Everglades (Williams Roadside Park)
Februar 2011

Sie wirken eigentlich niedlich, wenn sie im Wasser sind.

Man steht am Ufer und ein Alligator will sich den Menschen genauer ansehen. Da geht der Puls ein bisschen hoch. Beim Menschen jedenfalls.

Manchmal bedecken sie sich mit vielen Ästen und Halmen. Das soll Vögel anlocken, die sie dann verspeisen.

Dann krabbeln sie aus dem Wasser und wirken wie die Unschuld vom Land. Von wegen!

Wenn sie sich bedroht fühlen, fauchen sie, allerdings nicht sehr laut.

Man sollte nie zu nahe an einen Alligatoren. Sie sind sehr viel schneller als man meint. 

In den kalten Monaten hat der Besucher aber Glück. Die Alligatoren sind nur hungrig, wenn es über 26 Grad Celsius warm ist. Aber sie kennen natürlich auch Revierverhalten. 

Herrliche Bilder boten sich uns rund um den Williams Roadside Park und das Skunk Ape Headquarter.

Fast hätten wir ihn übersehen... so sieht der Skunk Ape aus!


Gator Park, Everglades
25. Januar 2011

Der schnurgerade Tamiami-Trail, der die Everglades durchschneidet (Tampa - Miami). Die meisten benennen eigentlich nur noch das Stück in den Everglades mit "Tamiami-Trail". Es ist der US-Highway 41, der von der State Road 60 in Tampa 457 Kilometer zur US 1 in Miami führt. In der Nacht sollte man die Fahrt meiden. Erstens wegen den Wildtieren und zweitens sind nicht wenige betrunkene Fahrer unterwegs.

Sabina freut sich auf den Gator Park, der nur 30 Meilen von Miami Beach, aber 48 Meilen vom Skunk Ape Headquarter, entfernt ist.

Sabina strahlt vor Freude: Weil sie eine hochgiftige Aga-Kröte küssen darf. Wer hätte das gedacht! Die Drüsen am Bauch sind mit Pflaster abgedeckt. Auch hinter den Ohren hat sie hochgiftige Drüsen (die Kröte). Sogar Krokodile und kleine Kinder können am Gift sterben, wenn sie es oral einnehmen. "Die weichsten Lippen, die ich je geküsst habe", meinte Sabina nachher. Ich kann es nicht glauben und der Katta (Lemure) ebensowenig. Wenn Du das jetzt mit Deinen Kindern ansiehst, dann schau einfach, dass die nie mit diesen Kröten spielen. Dummerweise sind sie nämlich gar nicht scheu und lassen sich noch so gerne anfassen!

Scharf beäugt wurden wir auch von einem Purpurgrackel, der im Südosten der USA beheimatet ist.

Natürlich sieht man im Gator Park auch Alligatoren oder "Gators". 

Katta, der zu den Feuchtnasenprimaten gehört (und auch zu den Lemuren), ein Stinktier, Pfauen, Silberreiher, Alligatoren zum Anfassen und sogar ein schönes Huhn oder Hahn sind die Bewohner des Gator Parks. Der Ranger ist auch 14 Jahre nach unserem Besuch noch im Park am Arbeiten.


Unser letzter Campground mit dem Travel Trailer 
Februar 2011


Der Encore Miami Everglades Campground war unsere letzte Station mit unserem Wohnwagen. Ein Bildschirmbild von 2025. In unseren Florida-Ferien 2024 haben wir voller Wehmut den Campground besucht.

Witzig: Die Betreiber waren dementsprechend auch sehr nett.

Weniger witzig! Schon wenn sie "normal" sind, finden Bibelfreunde keinen Verbündeten in mir, aber die da waren völlig durchgeknallt. Ich versuchte mit denen zu sprechen. Ich kann mit seltsamen Menschen gut umgehen. Ich kam ja auch mit Bankern klar. Aber die..., die hatten Haus und Hof verkauft und meistens auch die Familie sitzen gelassen! Ein Radiomoderator (Harold Camping) hat die Leute verführt und das Ende der Welt für 2012 prognostiziert. Ein studierter Bauingenieur und Numerologe! 2012 hat er überstanden. Sein Ende kam am 23. Dezember 2013 in Kalifornien. 

"The end is here...!" Da geht er hin, unser heiss geliebter Travel Trailer. Jim und Lina Watkins waren überglücklich, als sie unseren Trailer abholen durften. Gute Fahrt ihr beiden! Wir werden ihn vermissen. Unsere fahrende1-Zimmer-Wohnung!

Das werden wir allerdings nicht vermissen. Und nein, Sabina hat das nicht immer übernommen. Wenn ich mich im 2025 richtig erinnere, war ich für den Abwasserschlauch verantwortlich. Aber sie hat sich nicht vor solcher Arbeit gescheut. Sabina hat andere Erinnerungen: Sie sei für den "Dirt-Hose" zuständig gewesen. Stimmt, ist mir wieder eingefallen, sie hat Recht!😇

Die schönen Tage in Florida sind bald vorbei. Die schönen Bilder werden bleiben.

Wir warteten im seelenlosen Hampton Inn & Suites auf unseren Flug vom Miami International Airport nach San Juan auf Puerto Rico.


so long guys





24. Januar 2011

Miami Beach - der ganz normale Wahnsinn, Bahia Honda - die Ruhe selbst

Ocean Drive in Miami Beach
20. Januar 2011

Das kleine Dickerchen Marc

Ganz sorgfältig schob Marc unsere 20 Dollar Note in seine speckige Börse. Das kleine Dickerchen zieht Abend für Abend seine Runden am Ocean Drive, im Schlepptau die ganze Habe, zwei Köfferchen. Nur mit einem rosa Bikini bekleidet, geniesst er die Zurufe von staunenden Passanten und setzt sich mit „sexy“ Posen provozierend in Szene. Er verbringt den Winter im Süden und viel mehr, als dass er aus New York stammt, weiss Marc wohl nicht mehr. So vergass er auch unser Wechselgeld, hatte er sich doch für die Fotos von ihm 5 Dollars erschnorrt. Rein vom Benehmen her, wohl ein ehemaliger Wall Street Banker...


Ungeduld und Touristenbeschiss


Das Bild schoss ich mit meiner brandneuen Kameraausrüstung, die wir im Verlauf des Tages in verschiedenen Geschäften von Miami zusammengekauft hatten. Bis am späten Abend fehlte nur noch das 24-70 mm Objektiv. Die Wahl zwischen einer Woche warten oder 300 USD über dem marktüblichen Preis zu bezahlen, fiel mir nicht leicht. Ausserdem wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass der „Special“ des Abendmenues im Restaurant Beacon am Ocean Drive mit 322 Dollars zu Buche schlagen würde. 150 die Paella (Lobster garniert), ein paar Biere, 12 % Sales -Taxe und 18 % Trinkgeld, plus die 20 für Marc. Mit Abstand das teuerste, aber bei weitem nicht das beste Nachtessen unserer Reise.


Ocean Drive Jungs


Nun, wer an einem schönen Ort sein will, soll auch dafür bezahlen. Und nach all den Monaten in überalterten Campgrounds war der Ocean Drive Balsam für meine Seele. Nur Sabina musste zurückstecken. Sie, die seit April letzten Jahres  auf den Plätzen jede Misswahl auch ohne Schminke gewonnen hätte, sah sich plötzlich Dutzenden von jungen Models gegenüber. Und wenn die Herren der Schöpfung überhaupt Augen für das andere Geschlecht hatten, dann fiel der Blick nicht immer auf sie („nicht immer“ ist in diesem Satz eine Form von „eher nicht“). Tja, da musste sie durch! Miami Beach ist noch immer eine Reise wert, im Prospekt würde ich aber schreiben: „Lassen Sie die Finger von „Specials“!“


Fotografie-Training / Trailer-Verkauf im hohen Norden?


Nach dem Ausflug ins Mekka der Schönen und Reichen verbrachten wir die nächsten Tage wieder im Sunshine Key Park und schossen hunderte von Bildern, um unser erlerntes Wissen zu testen. Ich habe dabei meine Liebe zum Vögeln entdeckt. Wunderbare Bilder, nicht?


Heute haben wir die Florida Keys verlassen. Nicht ganz ohne Schwermut. Reisen bedeutet immer wieder ein Kapitel schliessen und Abschied nehmen. Unsere Pläne werden uns wohl nach Houston bringen, um den Travel Trailer dem einzig brauchbaren Makler zu überlassen. Wir haben vereinzelte Anfragen, aber die sind so wage und über 1000 Meilen in den Norden ziehen, nur um ein „leider nein“ zu kassieren? Tatsächlich wollte einer, dass wir mit dem Wohnwagen in den Norden fahren würden, er hätte evtl. Interesse. Du uns auch!😏


Auf nach Puerto Rico

Bevor wir den Kreis schliessen und am 28. März von Los Angeles nach Zürich fliegen, verbringen wir den Februar in der Karibik. Ein paar Tage auf Puerto Rico und 11 Tage auf einem Kreuzfahrtschiff. Keine Sorge, wir sind uns bewusst, wie hart das Schicksal uns anfasst.



Ocean Drive, Miami Beach, Florida
20. Januar 2011

Schade an Miami Beach ist, dass die Skyline sicher nie zur schönsten der Welt gekürt wird. Miami Beach hat 80'000 Einwohner (2025). South Beach ist der bekannte Teil mit den Art déco Gebäuden. Vom internationalen Flughafen (MIA) sind es nur 10 Meilen bis an den Ocean Drive. Für einmal bräuchte man keinen eigenen Mietwagen.

Wir waren wieder einmal in einem Hotel abgestiegen. Das Avalon am Ocean Drive. Art déco Stil. Uns hat es gut gefallen. Avalon Hotel

Der erste Blick am Morgen war nicht gerade aufbauend. Zurück in die Federn.

Man erwartet uns schon.

Der Sänger spielt Flamenco. Miami Beach halt.

Der Ocean in Miami Beach mit seinen Art déco Hotels und den Leuchtreklamen gehört zu den Ikonen der Vereinigten Staaten von Amerika.

Das Hotel Beacon mit Restaurant, dessen Kellner uns am Abend vorher das teure "Special" aufgeschwatzt hat. 

Ein schönes Haus, das Colony Hotel und nicht mal sehr teuer (Im Jahre 2026 um USD 120 die Nacht, Silvester über 300).

Jeder findet wohl seine Lieblingsfarbe am Ocean Drive. Das Pelican Hotel ist sehr teuer, ab 300 USD die Nacht, Silvester 1000 USD! (2026)

Das Breakwater Hotel, von einem jugoslawischen Architekt gezeichnet. Auch eher bescheidene Preise um die USD 100, Silvester um die 400 USD. Auch wer einen schweren Kopf vom Abend vorher hat, sollte früh aus den Federn, denn am Morgen ist das Licht in Miami wunderschön weich. Darum wurde Miami Beach auch zu einer begehrten Model-Destination und wird von den Mode-Fotografen geliebt. Aber nicht nur Models sehen in diesem Licht schöner aus...

800 Art déco Gebäude zählt Miami Beach, die meisten bestens in Schuss gehalten.

Das Cardozo Hotel überzeugt auch im 2026. Zimmerpreise zwischen 150 und 500 USD.

Sabina schiesst nicht nur ein schönes Foto des mittlerweile geschlossenen "Larios on the beach" Cuban Cuisine. Es sitzt auch noch ein waschechter Kubaner bei seinem Morgenkaffe. Im Miami-Dade County leben über 1.2 Millionen Kubaner. Man sollte vor allem in Miami Latino-affin sein!

Foxcafé im zarten Januar-Morgenlicht um 0645am! Das Café ist im 2025 dauerhaft geschlossen.

Die Pastellfarben sind im Morgenlicht noch schöner. Das Park Central Hotel hat im 2025 nicht die besten Bewertungen. Ueberhaupt muss man sich bewusst sein, dass Miami Beach nicht auf einen einzelnen Gast angewiesen ist. Wir würden heute kaum mehr wie 2011 im Avalon Hotel übernachten. Schon 2016 ging mir das depperte Partyvolk auf die Nerven. Wohl auch altersturnusmässig!

Nicht nur Gebäude wurden im Art déco Stil gebaut. Möbel, Fahrzeuge und vieles mehr. Seine Hochblüte erlebte der Stil von 1920 bis zum Beginn des 2. Weltkrieges. Das Chrysler Building in Manhattan, New York, ist im Art déco Stil gebaut.

Nach dem morgendlichen Augen- und Gaumenschmaus kann man den Strand. 

Man kann sich überall am Strand Stärkung holen.

Perfekte Haltung einer Fotokamera! 

Sabina hatte auch ein gutes Sujet!

Evtl. ein Grund warum der Asiat mittlerweile mehr Geld als der Westler hat!

Evtl. kann man auch an einem Volleyballspiel teilnehmen.

Oder man läuft mit einer der Jogging-Gruppen mit. Für einmal gratis, und das in Amerika!

Marc ist nicht der einzig skurrile Typ in Miami Beach.

"Leaving Miami Beach"


Bahia Honda State Park, Florida Keys
9. Januar 2011

Bahia Honda State Park, ein Juwel kurz nach der 7 Mile Bridge, von vielen übersehen. 

Ein "Ruddy Turnstone" oder Steinwälzer im Flug zu erwischen, ist nicht ganz einfach. Aber wir werden dank David Simchock immer besser.

Leguan, Tiere auf Augenhöhe fotografieren, Simchock's Lehre. 2011 stolperte man manchmal fast über sie. 2024 sind sie von Vollidioten fast ausgerottet worden. Sie würden die heimische Tierwelt dezimieren. Dabei sind Leguane zu 100 % Vegetarier!

Nichts als Weite. Der "Sandspur Beach" von Bahia Honda ist naturbelassen. Daher liegt immer etwas Seegras auf dem Sand. 

Die Parkplätze sind beschränkt, es gibt keine Hotels oder Restaurants in der Nähe und der Shop auf der Insel hat nicht immer geöffnet. Daher sind meistens wenig Leute vor Ort.

Die alte Eisenbahn- und später Highway-Brücke ist leider in grossen Teilen nicht mehr zugänglich.

Dafür bietet sie ein schönes Sujet bei einem Sonnenuntergang.

Links die alte Brücke, rechts der Highway Number 1 (U.S. Route 1), der in Fort Kaine an der kanadischen Grenze beginnt und nach 2370 Meilen in Key West endet.

Dem Himmel so nah. Wir staunen immer wieder über die Weite der amerikanischen Landschaften.

Die Altocumulus-Wolken oder der Makrelenhimmel verfärbten sich noch ins kitschig rote.

Auf dem Rückweg nach Key West noch einen Tequila im Mi Casa? Im 2025 leider dauerhaft geschlossen.

Wenn wir schon lange nicht mehr sind. Die Sonne wird immer noch im Golf von Mexico untergehen.

so long guys