5. Mai 2026

Vogelparadies Limmattal in den Jahren 2022 und 2023

Das Schwanenjunge wird von der Mutter geduscht.

Vogelparadies Limmattal
2022 / 2023

Seit 2013 wohne ich im Limmattal. Aber erst als wegen der Pandemie 2020 der Shutdown kam, wurde der Abschnitt bei Dietikon bis Schlieren an der Limmat zum Vogelparadies. Ob das Zufall oder ob das wegen dem Shutdown war, wissen wir nicht. Fakt ist, dass seit 2024 die Populationen und die Artenvielfalt massiv abgenommen haben. In den Jahren 2022 und 2023 habe ich ein paar schöne Fotos schiessen können. Die Vogelwelt im Limmattal von 2020 und 2021 habe ich in anderen Posts festgehalten, wie im "Der Herr Pfarrer und ich" oder im "Der neue Mr. Nötzli räumt auf".


Dieser Kormoran wirkte wie ein "Elder Statesman".

Bei Tierfotos spiele ich nicht gerne mit der Software. Aber dieser Kormoran hat wunderschöne Gesichts- und Augenfarben.

Seit Jahren sind sie im Winter in etwa der gleichen Anzahl an der Limmat bei Dietikon. Auch 2026 noch.

In anderen Teilen des Landes und in Europa vermehren sie sich manchmal dermassen, dass man sie jagen muss. Ein Kormoran braucht 600-800 Gramm Fisch pro Tag. Ganze Fischkolonien fallen ihnen in flachen Gewässern zum Opfer.

Man sieht sie selten an der Limmat, wohl weil man sie übersieht. Die Zwergdommel. Dieses Foto wurde von einer Zeitschrift gekauft, um Tiere zu zeigen, die sich besonders gut tarnen können.

Meine Kollegin konnte sie von Auge nicht sehen. Umgekehrt aber sicher.

Ein Teichrohrsänger trällert sein Lied.

Sie sind flink und scheu, diese Teichrohrsänger. Dafür laut und musikalisch.

Genau ein Jahr später trällerte er wieder am gleichen Ort.

Was für herzige Vögel, diese Teichrohrsänger. Nicht?

Junge Gänsesäger wissen sich schon früh zu wehren. Ich meinte, da haben sie einen Hund gesehen.

Eigentlich wäre jede dieser Fotos eine Grossaufnahme wert.

Das meine nicht nur ich. Ein Fotograf, der scheinbar immer unterwegs ist, würde mir sicher Recht geben.

Diese Silbermöwe wurde wohl an der Limmat geboren.

Ein junger Star stolziert an der Limmat durch die Wiese.

Es gab sehr viele Stockenten in diesen Jahren. Aber seit 2024 ist auch deren Bestand abnehmend.

Lange Zeit dachten wir, dies sei eine Welsh-Harlekin-Ente. Sehr wahrscheinlich ist es aber ein Stockente mit einem Gendefekt (Leuzismus). Ob ihre Jungen die Kopfzeichnung behalten haben, wissen wir nicht.

Denn dies könnte (ein paar Monate später) eines der Küken der hellen Stockente sein.

Auch Eiderenten gibt es in der Schweiz. Diese habe ich allerdings in Rapperswil fotografiert.

Sie wirken sehr exotisch und heben sich in Form und Farbe von allen anderen Enten ab.

Ein Schwarm Reiherenten hat abgehoben. Ein paar Tafelenten liessen sich mitreissen. Auch in Rapperswil.

Zurück an der Limmat: Auch ein Laufentenpaar siedelte 2023 für ein paar Wochen an der Limmat.

Es gab nach dem Tod 2021 des langjährigen Herrschers über das Territorium in der Limmat bei Dietikon ein paar Wechsel. Ein Nachfolger starb im Februar 2023 an der Vogelgrippe. Kurz danach etablierte sich aber ein neues Paar und zog Junge auf. Es brütet auch im Frühjahr 2026.

Leider haben nur zwei das Erwachsenenalter erlebt.

Obwohl die Eltern sehr genau auf den Nachwuchs achten. Sie können sie nicht vor allen Gefahren schützen.

Es schlüpften gewaltig herzige Küken.

Es ist zwar ein schönes Märchen Hans Christian Anderson. Aber eben ein Märchen. Denn Küken von Schwänen sind ja sowas von herzig!

Man kann unmöglich sagen, welches Küken überlebt. Ich hoffe für ihn.


Leider werden die Schwäne manchmal ins Wehr bei Dietikon abgetrieben. Dann hilft der Wildhüter.

So ein Spiegelbild fotografiert man selten. Der Graureiher posierte perfekt im November 2022.

Obwohl Oktober, war es auch dem Graureiher zu warm.

Zurück im Limmattal. Schwanzmeisen gab es zuhauf. 2026 habe noch keine gesehen.

Bachstelzen gab es damals zuhauf. 2026 sieht man nur noch wenige.

Ja, wer rennt denn da über's Wasser?

Es ist ein Haubentaucher, der es eilig hat.

Die Nilgans muss sich gegen Möwen durchsetzen. Ursprünglich aus Ägypten ist sie vor Jahrzehnten aus einer Zucht in Holland ausgebrochen und besiedelt den Rhein entlang die Flüsse. Sie ist jetzt an der Limmat angekommen. Allerdings war nur ein Exemplar zu Besuch in 2 Jahren.

Das Limmatwasser scheint ihr zu munden.

Eher unscheinbar hat sie doch ein paar wunderschöne Federn. Ob Männchen oder Weibchen ist bei Nilgänsen schwer zu sagen. Männchen sind in der Regel etwas grösser und robuster.

Als Mensch könnte man hier "Melancholie" interpretieren. Nun, sie war ja ohne Artgenossen. Wer weiss schon was Vögel denken?

Der Eisvogel war ab und zu an der Limmat. Aber bei ihm war ich meistens ohne Glück. Vielfach unscharf und zu weit weg. Im 2026 habe ich ihn an der Limmat manchmal gesichtet. Er ist also noch nicht ganz weg.

Unsere erste Sichtung eines Eisvogels an der Limmat war am 8. Dezember 2019. Zeitweise waren in den ersten 20er Jahren sehr viele Fotografen an der Limmat unterwegs.

Es gab auch noch Tafelenten, Kolbenenten, Rotkehlchen, Bergstelzen, Reiherenten, Krickenten und andere. Die sind in an deren Posts zu sehen, wie im "Der Herr Pfarrer und ich" oder im "Der neue Mr. Nötzli räumt auf". Aber viele von denen sind im 2026 nicht mehr an der Limmat. Schade.

so long guys





21. April 2026

Sechseläuten - Zürich im April 2026

Dynamischer Auftritt der Reitergruppe der Zunft Hard.

Sechseläuten 2026
20. April

Meistens hat das Sechseläuten Wetterglück. So auch diesmal. Waren 2 Tage zuvor noch Aprilwetter mit einzelnen Schauern angesagt, strahlte die Sonne vor allem beim Umritt ungestört vom Himmel. Überstrahlt wurde sie nur noch von den vielen glücklichen Zuschauern, Umzugsteilnehmern und dem Sicherheitspersonal. 

Gastkanton Graubünden

Eigentlich habe ich mir aber dichten Nebel gewünscht. Nur damit die Bewohner unseres Gastkantons, die lieben Bündner, einmal sehen, wie wir armen Zürcher die Wintermonate verbringen müssen und manchmal als missmutig und ungeduldig unter der grellen Sonne der Bündner Skiparadiese wahrgenommen werden. Und endlich wüssten sie, warum so viele von uns "amal ueh ghönd".  Und missmutig sind wir nur, weil wir wieder "abä müend".

Am Innring waren die Gäste relativ ruhig, da waren die Luzerner sehr viel lauter. Aber sie waren begeistert vom Fest und verteilten am Schluss noch dankbar angenommenes Mineralwasser. Gratis. Aber Mitleid müssen wir ja nicht haben. Sie holen die Ausgaben spätestens mit den Tageskarten wieder rein.😏

Scuol 1974

Sechseläuten und Graubünden erinnern mich an keine schöne Begebenheit. Wahrscheinlich war niemand anwesend, bei dem ich mich hätte entschuldigen können. 1974, in unserem ersten und letzten Primarschul-Klassenlager, durfte eine 6. Klasse in Scuol im Engadin zwei Stunden meinem Dia-Vortrag über das Sechseläuten und die Zürcher Zünfte lauschen. Jede einzelne Zunft stellte ich vor: Mit Gründungsjahr, Zunftbild und den Besonderheiten der einzelnen Zunft. Immer in dieser Reihenfolge: 26 Mal!

Ganz sicher interessierte es keinen mehr (wenn er denn noch wach war), dass Rudolf Brun 1336 eine Zunftverfassung in Kraft setzte, der 13 Zünfte unterstanden. Ebensowenig dass die Zünfte seit dem 19. Jahrhundert privatrechtliche Vereine sind, die sich der Traditionspflege verschrieben haben. 

Vielleicht haben ein paar Schüler durchgehalten und bekamen noch mit, dass das heutige Sechseläuten Zehntausende von Zuschauern anzieht, 3500 Zünfter in historischen Kostümen am 3. Montag im April  gute 3 Kilometer durch die Innenstadt spazieren, darunter 350 Reiter mit Ross und 50 von Pferden gezogene Wagen, die auch noch von fast 30 Musikkorps unterstützt werden. Für Thurgauer unter den Lesern: 500 Pferde!

Zürich 2026

Um 1800h (Sächsilüüte😏) wird dann auf dem Bellevue der Holzstoss angezündet. In Gruppen umrunden die Reiter auf ihren Pferden den Holzstoss. Der Sechseläutenmarsch und viele explodierende Böller begleiten das Spektakel. Wenn die Dynamitstange im Hals explodiert, stoppen wir die Zeit und je kürzer die Dauer "sit äm Sächsi isch", desto schöner wird der Sommer. Aber es ist wie mit allen Prognosen: Sie sind schwierig, wenn sie die Zukunft betreffen. Dies wissen Trader wie ich am Besten.😏

Scuol 1974

Zurück in den dunklen Schulraum des Primarschulhauses 1974 in Scuol: Nachdem ich am Schluss des Vortrages einen Böller gezündet hatte, waren nicht nur alle Schüler sofort wieder hellwach, auch der Lehrer schreckte hinter seinem Pult hervor. Das habe ich natürlich nicht gemacht, aber wenn, dann hätte sich später vielleicht jemand  an meinen Vortrag erinnert. Und Anstand kann man den Bündnern nicht absprechen: Sie haben tatsächlich applaudiert. 

Belohnt wurden sie mit einem Vortrag von einem meiner Kameraden über die Swissair und das Pilotendasein mit professionellen Fotos, die von der Fluggesellschaft gestellt wurden! Die Schüler haben wohl kaum mit den Augen gezwinkert und es gibt Leute, die behaupten, dass der anschliessende Applaus manchmal noch heute durch das Engadin brande.

Zürich 2026

Zurück zur Gegenwart. Nicht nur die jungen Bündner lobten die Veranstaltung. Auch die älteren Semester freuten sich ob den wunderbaren Eindrücken und dem friedlichen Fest. Vielleicht war einer darunter, der es im Nachhinein schade fand, dass er vor Jahrzehnten beim Vortrag des jungen Zürchers eingeschlafen war. 😏 

Ein ganz junger Bündner meinte, nahe am Holzstoss mit dem tobenden Feuer, auf die Frage, ob ihm das Sechseläuten gefalle: "Ja, schon, wenn es nur nicht so heiss wäre." Zürich, die heisse Stadt an der Limmat.


Ä schöns Sächsilüüte

20. April 2026
Sechseläutenmarsch (Jägermarsch, Ursprung unbekannt)

Ohne ZZZ kein Fest. Das Zentralkomitee der Zürcher Zünfte organisiert das Sechseläuten.
Von links: Cédric Niggli, Beisitzer ZZZ, Felix H. Boller, Präsident ZZZ, Zoifter der Zunft zum Weggen.

Neben den Protagonisten sind Blumen wahrscheinlich das Wichtigste am Fest.

Symbolisch für das Sechseläuten: Eine extrem friedliche Stimmung. Sogar die Polizei wird von den Zuschauern mit Blumen geschmückt.

Der Zuschaueraufmarsch war enorm.

Es wäre gar nicht so schlecht, wenn der Zuschauer mehr Informationen hätte.

Stattlich. Der Pferdewagen der Zunft zur Waag wird von Kaltblütern gezogen.

Ich dachte, die Landjäger in Philipp Gurts Krimis seien, wenn schon keine Erfindung des Bündners, dann aber doch eine bündnerische Bezeichnung. Aber es gab Landjäger auch in Zürich. Zeigt mir das Bild jedenfalls.

Man grüsst und wird gegrüsst. "Äs schöns Sächsilüüte", um genau zu sein.

Victor Rosser, Chef Kommunikation ZZZ, ist sehr beliebt. Je mehr Blumen, desto beliebter, sagt man. 

Wohl der Jüngste im Bunde. Ich frage mich, nach was der Kleine verlangt?

Tech Summit Davos. Wenn ich richtig informiert bin, wurde der Roboter ferngesteuert. Aber aus Sicherheitsgründen. 2026 hätte er selbständig den Umzug absolvieren können.

Das Walser Wildmännli kam bei den Zuschauern bestens an. Mir scheint, jeder Kanton hat seine kurligen Gestalten. Wir Zürcher haben zum Beispiel Blocher. Der hat in Graubünden sogar Geschichte geschrieben.

Der 1931 gegründete Tambourenverein Domat Ems legte einen souveränen Auftritt hin.

Viele Zünfte verteilen Kleinigkeiten an die Zuschauer. Das macht das Fest noch beliebter.

Eine Reiterin der Zunft Hottingen blickt in die riesige Zuschauermenge am Strassenrand.

Die Vielfalt an Sujets am Sechseläutenumzug ist gewaltig.

Bei manchen Zünftern muss angestanden werden, um ihnen Blumen zu schenken. Beobachtet von der Knaben- und Mädchenmusik Zürich.

Gehören zu den Publikumslieblingen, die Hochradfahrer.

Damit die Zuschauer die Seite wechseln können, wird manchmal sogar der Umzug angehalten.

Offenausschank wörtlich genommen. Chopfab war wohl Sponsor des Sechseläutens 2026.

Kinder, Kinder, Kinder. Auch am Montag laufen viele Kinder und Jugendliche mit.

Auch nach 2 Stunden Marsch haben viele noch beste Laune.

Fast jeder Wunsch wird erfüllt und  viele sind froh, ein paar Blumen loszuwerden.

Nicht alle Zünfter schaffen es bis vor 6 Uhr an den Umritt. Kein Wunder bei soviel Begrüssungen.

Grosse Gruppen sind immer ein gutes Sujet. Besonders wenn die Dirigenten der Musikgruppen beste Laune versprühen.

Auch viele Kinder und Jugendliche nehmen am Umzug teil. 

Die Fotografen bringen sich in Stellung. 

Ab jetzt zählt's. Die letzten Minuten des Bööggs.

Noch wirkt er unangetastet. Es wird aber schnell gehen.

Die Reitergruppe der Zunft Höngg umreitet den Böögg.

Stilstudie der Reiter der Zunft Wiedikon. Bei manchen Pferden sieht man, dass sie sich nicht wohl fühlen, bei anderen hat man das Gefühl, dass sie den Umritt geniessen. Aber wer kann die Gedanken eines Pferdes lesen?

So langsam wird es für den Böögg ungemütlich.

Die Beduinen sind los. Reitergruppe der Zunft zum Kämbel.

Statistisch gesehen machen die Reiter der Zunft zum Kämbel die meisten Runden um den Böögg.

Hinter den Reitern bricht die Hölle los. 

Die gelben Gamaschen verleihen den Pferden der Reiter der Zunft zur Meisen eine unvergleichliche Eleganz.

Still standing, still smoking, still...

Jetzt geht's ans Lebendige.

Diese mir unbekannte Reitergruppe hatte sichtlich Spass.

Die letzte Sekunde vor dem Ende.

Das Ende kommt immer. 12 Minuten 48 Sekunden (offiziell). Ich persönlich bin bei 12:52.😎

Reiterin der Zunft Hard. Im Hintergrund die ajustierte Zeit.

Dieses Jahr schienen die Pferde weniger nervös zu sein, als andere Jahre. Auch Bündner staunten ob der Coolness dieser stattlichen Tiere.

Schade können die Zuschauer dem Spektakel nicht beiwohnen. Der Innring ist völlig abgesperrt und nur Zünfter und Umzugsteilnehmer haben Zutritt. Erst nachdem alle Zünfter abgezogen sind und die letzten nicht explodierten Böller aufgelesen wurden, dürfen alle zum Feuer. Das wird dann gerne zum Grillieren benutzt. Vollständigkeitshalber: Reitergruppe Zunft zum Weggen.

Zwei Riesbächler gehen die Sache konzentriert an. Ehrenzunftmeister Nils Walt (rechts) wird wohl noch lange mitreiten.

Das nette Thurgauer Paar. 500 Pferde sind es, die am Umzug teilnehmen.😏 Danke für den Sitzplatz!

Roland L. will den Holzstoss für den Kanton Graubünden einnehmen.

Der Winzer aus Maienfeld wollte eigentlich nur seine Bratwurst grillieren. Da der Grill noch nicht geöffnet hatte, wurde Roland recht unsanft des Feldes verwiesen. So geht es in Zürich, auch wenn man Mitglied des Gastkantons ist.

Einige wurden Zeugen der mehr oder weniger lustigen Szene. So musste/durfte Roland der Journalistin von Radio Energy gleich noch ein Interview geben. Ich war am Ganzen nicht ganz unschuldig.😏😇 Viva la Grischa!

Das vorvorletzte Wort soll der Fahnenträger der Reitergruppe der Zunft zur Letzi haben: "Letzi ist übrigens ein Begriff für Befestigung oder Talsperre." Doch noch was gelernt?😏

Mein Lieblingsbild des diesjährigen Sechseläutens.

Bilder sagen mehr als Worte: Das Sechseläuten ist vorbei - bis zum nächsten Jahr am gleichen Orte.


so long guys