730andmore

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Dieses Blog wurde im März 2010 eröffnet. Am 1. April 2010 starteten meine Frau Sabina und ich zu einer 2-jährigen Weltreise, die uns durch die USA, Karibik, Kroatien, USA, Kanada, Hawaii, Australien und Thailand führte. 730 Tage später waren wir wieder in der Schweiz sesshaft. Das Reisen wird uns nie mehr loslassen. Ebenso die Fotografie.

29. Juli 2010

Scenic Route 12, Capital Reef NP, Bryce Canyon oder von Aerzten, einem Trucker und argen Nächten

Vom Friedhof in Henrieville Richtung Niemandsland

Moab und seine unglaubliche Umgebung ist noch in unseren Köpfen. Wenn man Moab verlässt, steht am Ende des Dorfes: Don’t cry because it’s over, smile because it happened!

Wir kehrten nach Torrey, dem Ausgangspunkt für den Capital Reef National Park, zurück. Der Campground bietet dem Besucher eine herrliche Wiese, auf der wir stundenlang Frisbee spielten. Sabina ist mittlerweile ein Frisbee-Pro und ich (wegen der Höhe von über 2000 Metern) lief zur Topform auf. Ein Energieanfall liess mich über die Wiese sprinten, da staunte nicht nur Sabina: "Wow, so schnell hab ich Dich noch nie gesehen, Du gehörst sonst doch  eher zu den Behäbigen!" Ach ja, so seh' ich mich gar nicht...! Aber sogar Amerikaner unterbrachen gemäss Sabina ihr Footballgame und staunten über einen weissen Sprintstar! Ich war wirklich extrem schnell!

Nach einem kurzen Hike im Capitol Reef verliessen wir Torrey zum zweiten Mal und wohl für immer und fuhren auf dem Scenic Byway 12 nach Cannonville, nahe dem Bryce Canyon.

Die Strasse führt durch das Grand Staircase Escalante National Monument, den Escalante Petriefied Forrest, Richtung Kodachrome Basin (der Name kommt von einem Kodak-Filmdreh), Bryce und Red Canyon. Auch in dieser Gegend gibt es unzählige Hikes und unbekannte Canyons.

Im Campground von Cannonville, einem 148 Seelenkaff, 1750 Meter hoch gelegen und ohne Natelverbindung, frönten wir unserem neuen Hobby, dem Frisbee-Spielen. In fortgeschrittenem Alter auf Geröll hin und her spurten ist nicht sehr weise. Ich büsste dies mit  zwei Tagen Fussschmerzen. Trotzdem besuchten wir Ruby’s INNs Rodeo. Wer eine Riesenshow erwartet, wird enttäuscht. Das war angenehm bescheiden, dafür die Leistung top. Die Kollegen der Reiter gingen mehr mit als das Publikum!

Ruby’s Inn herrscht über den Eingang zum Bryce Canyon. Zwar erhielten wir das Gefühl von einem Retortenort, aber es wurde vor bald 100 Jahren von Reuben, einem Entdecker des Bryce’, gegründet. Heute besteht der Ort aus mehreren Motels, Einkaufsstrassen, einer Rodeo-Arena, Gasstations, Waschanlagen und Souveniergeschäften! Und wird immer noch von der Familie des Gründers beherrscht. Ihr Beliebtheitsgrad in der Umgebung gleicht allerdings den frostigen Temperaturen, die über 200 Tage im Canyon herrschen.

Am Freitag war ich wieder fit. Wir fuhren in den Bryce Canyon hinauf! Der Eingang des Canyons liegt auf über 2000 Metern Höhe. An der Kante des Canyons geht es 16 Meilen an mehreren Aussichtspunkten vorbei, bis man am Rainbow Point steht, auf 2750 Metern Höhe um eine grandiose Aussicht zu geniessen.

Den direkten Zugang von der Strasse zu den Aussichtspunkten im Bryce schätzen die Besucher am meisten. Ein wahres Paradies für gehfaule Touristen! Die Stars der Szenerie sind die vielen Hoodoos, die dem Wasser trotzen konnten und wie erigierte - genau - in den Himmel starren.

Es wird einem nie zu wohl. Am nächsten Morgen konnte ich mit meinem linken Fuss nicht auftreten. So blieb es vorerst bei der Vorfreude auf Hikes und Jeep-Ausfahrten.

Da der Fuss geschwollen blieb, ging ich zum Arzt. Arztbesuche sind immer etwas speziell. Als ich vor  über einem Jahr mit Kniebeschwerden bei Dr. Oberholzer in der Pyramide am See zur Röntgenbesprechung antrabte, empfing er mich mit den Worten: „Na, das hat sich ja gelohnt!“ „Gelohnt?“ „Ja, sauberer Kreuzbandriss!“ Gelohnt? Sauber? Glücklich zeigte er mir die seiner Ansicht nach hervorragenden Bilder. „Gelohnt“ verstehe ich heute noch nicht ganz, aber sauber. Damit meinte der Herr Doktor zwei schwer erkennbare, faserartige Gebilde. Aber eben, ganz durch!

Dies war wenigstens eine klare Diagnose. Bei meinem ersten Besuch war er sich gar nicht sicher. Gross konnte ich ihm auch nicht weiterhelfen, beantwortete ich doch seine Frage, ob ich schmerzempfindlich sei, mit: „Meine Frau meint ja. Ich nein!“

Immerhin, nach einer 2. OP und etwas mehr als den 6 „versprochenen“ Monaten ist das Knie soweit wieder okay. Aber heute wäre ich vorsichtiger, wenn mir einer mit „Routineoperation“ kommt. Operationen sind heikel und vielfach heisst es „nach der Operation ist vor der Operation“!

Nun, Cannonville Dr. Millers Diagnose war eindeutig: „Your foot is swollen!“ Bemerkenswert, dass ein Arztbesuch sprachlich nicht sehr anspruchsvoll ist. In Deutsch ja ebensowenig. Die Diagnose, die einer stellt, ist erst einmal simpel. Aber ich kann das begreifen.Wenn er mit dir in die Details gehen würde, hättest du das nötige Wissen nicht, und wenn du es hättest, so wüssten beide, dass er einfach eine Möglichkeit aus 150 verschiedenen aus der Trommel gezogen hat...

Immerhin ist kein Knochen gebrochen. Er verschrieb mir starke Tabletten. Nach über einer Woche Geschwulst im Fuss wird man ein bisschen nachdenklich. Und so starrte mich die Warnung auf der Packung der Tabletten förmlich an. Die Chance für Herzrhythmusstörungen, einen Herzinfarkt oder einen Gehirnschlag sei bei Einnahme dieser Drogen deutlich erhöht. Und wenn du weiter liest, bist du froh, wenn du mit vernachlässigbaren Magenblutungen aus der Geschichte rauskommst!

Und wenn man schon mal auf dem Trip ist, muss man natürlich auch im Internet um Rat suchen. Das dauert allerdings nicht allzu lange. Denn nach ein paar Seiten wird dir klar, dass du nur aus purem Glück noch am Leben bist und deine Zukunft die Fröhlichkeit eines zum Tode Verurteilten ausstrahlt!

Dann kommt die Nacht. Mit schmerzendem Fuss liegst du da und die Gedanken beginnen zu kreisen und schon bald sind sie beim allerletzten Blogeintrag. Soll ich schwarz und in grossen Buchstaben „in dedication to“ mit einem Bild, auf dem ich mir besonders gefalle, aufschalten? Oder etwas schlichter, ein Bild, geschossen auf einer Wanderung in Flagstaff, auf dem ich auf das „END OF TRAIL“-Täfelchen zeige? Schlicht und einfach, passt doch zu mir.

Soll ich mich bedanken? Da käme Sabina natürlich an oberster Stelle, gefolgt von denen mit den meisten Blog-Kommentaren... oder soll ich schonungslos Abrechnen? Das hätte schon seinen Reiz. Spontan fällt mir der alterslose Bartträger ein, ein Mitarbeiter des Campgrounds, der Freude an Sabina gefunden hat und wann immer möglich mit seinem Golfwägelchen auf einen Schwatz vorbeikommt und Sabina zum Wandern eingeladen hat, schamlos meine momentane Schwäche ausnützend…!

Wichtig wäre mir eine coole Grabinschrift. Soll ich eine klauen? Bei Sinatra zum Beispiel „The best is yet to come“? Oder „I' ll be not back right after this...“? oder eine eigene „Eigentlich wäre ich jetzt gerne wieder Personalberater“? Oder gar einen Trinkspruch? Würde ja auch gut zu mir passen; „Wo früher meine Leber war, ist heute eine Minibar!“ mit dem Zusatz, „die habe ich auch noch geleert...“... Bis mir einfällt, dass ich als Agnostiker und Kirchenaustreter gar keinen Grabstein zu Gute habe.

Weiter geht die fröhliche Runde in diesem kleinen Mehrzweckzimmer, in dem sich Sabina rittlings schon mal den Kopf am Einbauschränkchen stösst, das mir im Moment aber eher wie meine endgültige Gruft vorkommt. Es hämmert und pulsiert im Fusse. Aber irgendwann muss ich eingeschlafen sein und am Morgen trotz allem erwacht. Zwar immer noch mit schmerzendem Fuss, aber einen kleinen Hoffnungsschimmer am Horizont meine ich auszumachen....

Vor allem da ich die unverwechselbare Stimme unseres Nachbarn höre, Bob, ein pensionierter Trucker aus LA, der mit seiner Frau Mona und zwei Hunden wieder mal on the road ist. Der hat schon viel Schlimmeres hinter sich. Neben 2 Herzinfarkten mit 4 Bypässen, zwei künstlichen Knies „hey, cut the bone here and here, the rest is not mine“ und uns ins Herz geschlossen hat.

Wir verdanken seine Zuneigung dem Schenken zweier CDs. Cowboy-Songs. Mittlerweile stehe ich ja auf Country, aber Cowboy-Songs? Im Vergleich zählt Anneliese Rothenberger zu den Hardrock-Gören! Und dieser grosse, schwere Kerl mit seiner rüden Sprache liebt diese Songs innig. Er erzählt auch gerne aus seinem Leben, unterstützt von seiner Frau Mona. Als er aber stolz davon sprach, dass er als Trucker in LA in all den Jahren jede Nacht zu Hause verbracht habe, gab's keinen Kommentar von ihr!

Zum Abschied schenkten sie uns 220 Mio Jahre alte Sandstein-Glas-Untersätze. Echte Schnüggel, die zwei. Sabina wurde von beiden mächtig geherzt, ich musste bettlägrig leider passen...

Meine erzwungene Untätigkeit hat so seine Schattenseiten. So wird Sabinas Bewegungsdrang arg gebremst. Daher schleppe ich mich fast jeden Morgen an den Swimmingpool, um meinem Hämsterchen ein bis zwei Stunden ins "Laufrad" zu verhelfen.

Ebenfalls wird der Wohnwagen von innen gründlich gesäubert. Sollte ich noch länger ruhen müssen, befürchte ich eine grosse Zerlegung unseres Wagenparks. Mal sehen wie das weitergeht! Wir haben heute verlängert und damit den Langzeitrekord gebrochen, mehr als 2 Wochen war noch niemand auf diesem Campground!

ein letztes Foto auf dem White Rim Trail, der Musselman Arch in Moab
Capital Reef National Park
Blich von einem Rastplatz nahe Escalante in die Schluchten der Gegend
Utah's Scenic Bywayy 12, wohl eine der schönsten Strassen der Welt
Blick auf die Felsformationen des Grand Staircase Escalante National Monuments auf der Nbr. 12
Chimney Rock im Kodachrome Basin
 der Red Canyon (nahe des Bryce Canyons) wird unterschätzt
ein vielfach geschossenes Foto, der Arch im Red Canyon
die Füsschen in die Höh'
das Rodeo beim Eingang des Bryce Canyons ist sehenswert
a seat with a view! Rainbow Point 2778 müM, höchster Punkt des Bryce Canyons
Hoodoos nennt man die aufragenden Felssäulen. Agua Canyon
ein Arch direkt beim einem Parkplatz
wunderschöne Bilder noch und noch am Farview Point
das Amphitheater des Bryce Canyons
Die Gewitter sind brachial
End of Trail, hoffentlich für uns noch lange nicht (Flagstaff)
für meinen Gechmack etwas zu nah... der nude Halrey Driver (kein Witz) suchte als Campmitarbeiter vom KOA Cannonville dauernd die Nähe von Sabina
Mona and Bob! Have a save trip, wherever you go!
stellte sich viel später als Gichtschub heraus!

so long guys


20. Juli 2010

Geschichte der Hunts und der Welt Silber

keiner zu klein, ein American Eagle zu sein!

In den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wollten die Gebrüder Hunt das Silber-Monopol an sich reissen. Sie kauften auf, was der Markt hergab. Das einzige, das sie nicht berechneten: Während Jahrhunderten wurde Silber gefördert und gehortet. Als der Preis von 2 auf 50 Dollars die Unze stieg, verkauften die Leute zum Teil sogar ihr Tafelsilber und Länder wie Indien warfen Tonnen vom glitzernden Metall auf den Markt. Die Hunts gingen bankrott. Es gab noch einen anderen Grund, aber lassen wir Gesetzesänderungen von Regierungen in der heutigen Zeit mal beiseite...

Sollte jemand dasselbe mit Alt-Eisen wagen... Der Bankrott wäre ihm sicher. Es ist gar nicht zu fassen, was wir an Alt-Eisen in den amerikanischen Vorgärten gesehen haben. Tausende von ausgedienten Schulbussen, Traktoren, Autos, Trailern, Wohnmobilen, Maschinen und abertausende von anderen Metallteilen lagern an den von uns befahrenen Strassen. Maria Matt würde von Milliarden von Teilen sprechen. Ich bin noch nicht dahinter gekommen, ob ein Sinn darin liegt. Vielleicht ist es einfach eine andere Form unserer Gartenzwerge?

Wenn man in Utah oder Arizona in Restaurants oder Bars geht (oder auch bei Geschäften) steht aussen vielfach geschrieben: "Firearms not allowed!" Das ist ja okay, was mich vielmehr beschäftigt, an vielen solcher Orte steht dies NICHT geschrieben...!

Als wir nach Arizona kamen, war irgendwas an den Töfffahrern falsch. Klar, hier schützen sich die klugen Köpfe nicht. Nur bis 18 Jahre besteht eine Helmpflicht. So "riden" die Harleyers und sonstige mit Kopftuch (noch erlaubt) und in T-Shirts und Jeansjacken über die Highways.

Was mir im Südwesten so gefällt: Es gibt keine Aggressivität, weder in Bars noch auf der Strasse, auch nicht in der Schlange vor der Kasse oder where ever. Diese Amerikaner sind freundlich, zuvorkommend, humorvoll und nehmen's gelassen. Auch wenn die Kassiererin sich kurz abdreht und in den Papierkorb kotzt und ohne Händewaschen weiter eintippt, macht niemand ein Aufheben. Da wir aber nur oberflächlichen Kontakt haben, wissen wir natürlich nicht, wie es innerhalb der vier Wände aussieht.

Ebenfalls wundert uns die "Sicherheitspolitik" der Amis. Zwar muss überall wo nass gewischt wird, ein Täfelchen "Caution, wet...!", aufgestellt werden. Aber zum Beispiel am Horseshoe Bend: Das Gestein auf dem man steht, ist wirklich gefährlich, aber nicht einmal im Internet findet man einen Hinweis, dass man 200 Meter in die Tiefe fallen könnte. Auch als wir an den Gemini-Bridges waren, keine Warntafel. 4 Tage nach unserem Besuch ist dort ein 18-jähriger zu Tode gestürzt! Okay, der wollte von der einen auf die andere Bridge springen. Auch kurz nach unserem Besuch des Horseshoe Bend stürzte ein 27-jähriger Grieche von einer der vorragenden Sandsteinplatten.

Allgegenwärtig ist der Wind und der Sand. Könnte man aus Sand Energie gewinnen, die USA hätten keine Energie-Probleme. Obama hat ja ein Riesenpaket für alternative Energiegewinnung geschnürt. Windmühlen könnten hier sicher einen grossen Teil beitragen.

Wir vergessen auch immer wieder, wie hoch man hier ist. Rund um den Grand Canyon sind 1200 Meter Meereshöhe tief. Normalerweise bewegt man sich auf 2000 Metern. Es wird in der Nacht zum Teil empfindlich kalt (10 Grad Celsius im Sommer), aber am Tag erreichen die Temperaturen gut und gerne 35 Grad. Genauso gross sind die Temperaturunterschiede im Winter. Kein Wunder braucht hier der Amerikaner Energie bis zum geht nicht mehr. Auch die Autos sind hier überdimensional gross. Ob immer aus Notwendigkeit, können wir nicht beantworten.

Die Waldgrenze ist in den Alpen bei ungefähr 2000 Metern. Hier bei 3600 Metern. So fährt man einen Pass hoch, ist auf 3300 Metern und umgeben von saftigen Birkenwäldern!

Was wir an Tieren zu sehen bekamen, hält sich in Grenzen. Mal eine Bisonherde auf eingezäumter Weide oder ein totes Reh am Strassenrand. In der Wüste sieht man sowieso nur Zweibeiner. Ausser Tausende von Gecos, Hasen und Streifenhörnchen. Vielleicht liegt das aber auch nur am Auge des Betrachters.

Sabina und ich haben die ersten 15 Jahre zeitlich viel zusammen verbracht. Seit bald 4 Monaten aber 24 Stunden rund um die Uhr. Ausser einem ganz schlechten Tag am Grand Canyon und ein paar kleinen Gehässigkeiten zwischendurch, kommen wir aber prima aus. Sie ist einfach ein wunderbarer Mensch und manchmal sagt sie sogar dasselbe von mir!

Wichtig ist sicher, dass man Agressionsherde im Keim erstickt. So weist Sabina mich auch nicht mehr ein, wenn ich punktgenau die Anhängerkupplung platzieren muss. Wenn ich anderen Campern zuschaue, die von ihren Frauen eingewiesen werden, wundert es mich manchmal, dass der Camper nicht auf dem Nachbarplatz zu stehen kommt!

Freunde haben uns noch keine besucht. Irgendwann hoffe ich doch, dass dies geschieht! Was aber jedem Blog-Schreiber das Herz erwärmt: Ein kleiner Kommentar und sei es auch nur ein ":-)". Schliesslich ist auch des Künstlers Brot vielfach nur der Applaus...!

Neue Freunde auf einer Reise zu gewinnen, ist eher schwierig. Immerhin haben wir mit Simone und Jens zwei gefunden. Auch sind wir von Amerikanern zum Fischen nach Florida eingeladen worden und heute von einem betrunkenen Native zum Rodeo-Reiten. Hier in Cannonville, einem 148-Seelen-Dorf, wollen wir sicher mal auf's Pferd.

In Salt Lake City (in ca. 2 Wochen) versuchen wir unser Visum zu verlängern (am 1. Oktober müssten wir ausreisen).

Altmetall, wieviel auch immer die Wirtschaft verlangt!
No Fire Arms Allowed... aber nicht überall!
an Orten, an denen niemand verklagt werden kann, ist die Sicherheit jedem Einzelnen überlassen...
Sandsturm in Moab
174cm, ich bin kein Winzling... 
Birkenwälder auf 3300 Meter über Meer!
das grillierte Fleisch schmeckt sehr viel besser, als diese lebenden Bisons!
as time goes by...
I love you!

so long guys

17. Juli 2010

18th July 1930, Frauenklinik Zürich! Happy Birthday Mother!


Happy Birthday, dear Mother!

Liebe Mutter, herzlichsten Glückwunsch zu Deinem 80. Geburtstag. Das ist schon eine stolze Zahl! Bei unseren Reisevorbereitungen war unser Fehlen an diesem Tag natürlich auch ein Thema. Aber da wir bei Deinem 90. Geburtstag sicher wieder zurück sind und wir Dich an Deinem 100. Geburi an die Risi in Uerikon karren werden, damit Du Deinen täglichen 90-minütigen-Schwumm im Zürisee machen kannst, sind wir halt trotzdem gegangen...

Deine Familie stand für Dich immer im Vordergrund, Du hast Deine Bedürfnisse immer zurückgestellt. Also Mutter: Enkel sind auch schon da... lass es krachen! Geniesse Dein Leben! Wir wünschen Dir aus Torrey im fernen Utah beste Gesundheit, viel Spass und einen wunderschönen Geburtstag! Wenn Du an Deinem 90igsten in die Fluten des Zürichsee steigst, ich werde mit schwimmen! Versprochen!

Step back in time...










Der Schiffsanbinder hätte seine helle Freude gehabt!:-)


Mit Grosmüeti in Uerikon
Mit Schwiegertochter Sabina, dem Süssen nicht widerstehend!




P.S. Eine Bitte hätte ich noch...


MACH DAS NIE WIEDER! :-)



Und; Dein Liebling Vecchio wird Dir sicher aus dem Hundehimmel gratulieren!



Alles Gute! Sabina und Gerold, ah ja, und vielen Dank für alles, was Du für mich getan hast! Thanks Mother!

so long



12. Juli 2010

Moab! Canyon Lands, Arches NP, Potash Ponds und vieles mehr!


Moab, Utah, where adventures begin

Was waren das für Tage in Moab? Was ist das für ein Land? Moab, das nur auf der Landkarte liegt, weil nach dem 2. Weltkrieg und bis heute Uran abgebaut wird. Moab, das Dorf, das inmitten einer Natur liegt, die schöner nicht sein kann. Wo die Motels Red Cliff oder Red Rock Inn und Riverside Lodge heissen, mit gefühlten 10 Best Western. Moab, von dem ich noch nie etwas gehört hatte und die Radiosender Titel wie "Our houses are protected by the good Lord and a gun" oder "I'm not the type to work in a bank, I'm no good at slappin' on things, don't have a knack for makin' motors crank, no, but I'm pretty good at drinkin' beer" spielen.

Ein Dorf umgeben von National Parks, die "Island in the Sky", "Dead Horse Point" und "Needles" oder einfach nur "Maze" heissen und das mit den Begriffen "Arches" und "Canyonlands" zusammengefasst wird. Mit hunderten von Hikes und Trails oder für Wasserratten Riverrafting auf dem Colorado River. Ein Gebiet wo der Green und der Colorado River zu mancher Jahreszeit in einem Farbenspiel zusammenfliessen. Ganz einfach fantastisch! Was wir nicht ganz begreifen, warum der Colorado River (früher the Grand) nach dem Zusammenfliessen seinen Namen behält. Nicht nur, dass der Green River viel länger ist und 70 % mehr Gebiet entwässert, er bestimmt auch die Farbe des Colorados, ausser wenn der Colorado seine roten Tage hat...!

Gerne würde ich auch über die "dumben" Amis schreiben, meinen Zynismus ausleben. Aber nichts da. Wenn man sich für die Leute und das Land interessiert... Wir haben nur beste Erfahrungen gemacht! Mein Englisch ist mittlerweile etwas besser geworden, so wurde ich auch schon gefragt, aus welchem Teil von California ich stamme und das immerhin nach ein paar Sätzen...

Nachdem wir unsere neuen, deutschen Freunde, Simone und Jens, verabschiedet hatten, wurden wir aktiv und besuchten den Arches NP. Ein Nationalpark, in der Mutter Natur ein bisschen spielen wollte. Arches und Natural Bridges zu Dutzenden, Felsengebilde mit den Namen "Park Avenue (New York)" "The Organ", "Tower of Babel", "Devils Garden" und mehr. 

Man könnte ein ganzes Leben hier verbringen und hätte immer noch nicht alles gesehen. Einige tun das. Wie Tim unser Pilot. Wir charterten an einem Montag einen Jet. Um 8am waren wir am Flughafen. Uns begrüsste ein kleiner, älterer, unscheinbarer Cowboy in Jeans und rotem Hemd. Aber mit einer Ausstrahlung. Augen, klar und hell und einem Blick aus Stahl. Wie Seeleute, die ihr ganzes Leben lang nur die Weite der Welt sahen. Eine natürliche Autorität ausstrahlend und dessen Frage "Are you prepared?" ich beinahe salutierend mit "YES, SIR!" beantwortet hätte. 

Er betrachtete kurz mich und dann Sabina. Die Würfel waren gefallen. Der Platz an seiner Seite in der vierplätzigen Cessna gehörte meiner Frau. Ganz kampflos sollte ihm dies aber nicht in den Schoss fallen. Und so zierte ich mich ein bisschen, als er mir die Vorzüge der hinteren beiden Kindersitze pries. Meine Entscheidung war natürlich längst gefallen. Ich dränge mich doch nicht für lächerliche zwei Stunden zwischen zwei Seelenverwandte! 

"Ueber den Wolken..." da waren aber keine Wolken und trotzdem war die Freiheit grenzenlos. Nach gefühlten 30 Metern Starten, hoben wir ab. Und von da an genoss ich diesen Flug in vollen Zügen. Tim behandelte Sabina wie ein frischgeschlüpftes Küken und kaum schüttelte es uns einmal durch, versprach er ihr, dass er alles tue, damit das nicht wieder vorkommen würde. Hat er aber nicht geschafft!:-) 

Und dieser Mann strahlte vielleicht eine Ruhe aus. Kari Beyeler war einmal tief beeindruckt, als er den Kommandanten der Patrouille Suisse kennenlernte. Genauso ging es mir. Ein Riesentyp! 

Er zeigte uns sein Land und lobte seinen Flieger. Das ist Berufung pur! Das waren für mich zwei Glanzstunden in meinem Leben. Sicher besser als der erste Sex, sorry, Gaby und Susanne (hey, just kidding...)... Ich habe über 300 Fotos geschossen, die ich mir immer wieder anschauen werde und bei denen sicher ein paar der Besten meines bisherigen Lebens dabei sind. Und Sabina und Tim verstanden sich prächtig, das sah man auch ihren Fotos an, ausnahmsweise sind die Flug-Bilder alle von mir...! 

Er erfüllte alle unsere Wünsche und flog wegen Sabina so nahe an einem Pueblo vorbei, dass er seine Lizenz hätte verlieren können. Und den "Thelma and Louise-Point", wo die Schlussszene des Lieblingsfilms von meiner Frau gedreht wurde, zeigte er uns zweimal.

Und ich schwöre, als sich die beiden zum Abschied küssten, hatte Tim fast Tränen in den Augen. Ja, wenn man älter wird, gibt es wohl Momente, in denen man 20 Jahre jünger sein möchte! So ganz nebenbei. Wir flogen mit einer lebenden Legende. Tim Martin war der erste Pilot, der unter den Arches und Natural Bridges durchgeflogen ist. Einer der besten Piloten in diesem Gebiet überhaupt. Danke Tim! http://www.swaviator.com/html/issueSO02/Arch91002.html

Als wir uns von ihm verabschiedet hatten, fragte uns ein Security-Officer des Flughafens nach unserem Befinden. Er erzählte uns, dass Tim Martin letztes Jahr auf einem Passagierflug einen kompletten Maschinenschaden zu beklagen hatte. Er landete das Flugzeug sicher auf einer Landstrasse, die Passagiere hätten dank seiner Ruhe nicht einmal bemerkt, dass ein Notfall eingetreten war!

Die Cessna 172, Skyhawk genannt, kann man in der Luft bis auf 45 Knoten (ca. 90 km/h) abbremsen und kann daher auf kürzesten Strecken landen. Die Reisegeschwindigkeit beträgt 110 Knoten, die maximale Flughöhe 4100 Meter. Das Gefühl in diesem Flieger ist Genuss pur!

Der Officer gab uns auch den Tipp, Saurierfusssabdrücke zu besichtigen. Eigentlich schon unglaublich, man sieht diese Abdrücke und stellt sich vor, dass vor hunderten vor Millionen Jahren ein riesengrosses Tier in Panik durch Lava gerannt ist und wir heute noch diese Spuren sehen können!

Am nächsten Tag mieteten wir einen Jeep, um das Off-road-Feeling geniessen zu können. Ueber die Potash-Road fuhren wir auf den White Rim Trail. Man sollte allerdings nicht vergessen, dass Rim auf Deutsch Kante heisst. Ab und zu fuhren wir keinen Meter neben hohen Abgründen. Den Shafer Trail hatten wir schon mal von oben und aus der Luft gesehen. Den wollten wir uns nicht entgehen lassen. Wahnsinn, man fährt direkt auf eine 300 Meter hohe Wand zu und kann sich nicht vorstellen, wie man diese Wand mit einer Strasse überwinden kann. Sozusagen Angels Landing für 4mal4!

Nun haben wir einen Kleber am Trailer "London, Tokyo, Paris, Moab". Wer jemals die schönste Gegend der USA sehen möchte, Moab ist great!

Jetzt sind wir schon wieder in Torrey, im Capitol Reef National Park. Weiter wird es durch's Grand Stairs Escalante National Monument, in den Bryce Canyon und ins Kodachrome Basin gehen!

Zusammenfluss von Green River (links) und dem Colorado River

Schöne Stunden während des Fussball-WM-Finals, 
da hatten wir den Pool drei Stunden fast nur für uns!
gelernt ist gelernt, KOA Campground Moab

Arches Nationalpark
ein Window im Abendlicht
bei Esoterikern sehr beliebt
im Arches Nationalpark
Park Avenue im Arches NP


"Island in the Sky" und "Dead Horse Point" hatten es uns angetan. 
der Green River hat sich durch die Gesteinsschichten gefressen
vom Dead Horse Point auf Island in the Sky, hier der Colorado River
Potash Ponds werden wir später aus der Luft bewundern können
geniale Abendstimmung am Dead Horse Point
Eine Safari ist unser Trip bis jetzt nicht...

Cessna 172, Skyhawk, Pilot Tim Martin und Sabina und auch ich freuen sich auf den Flug nach Monument Valley und (hoffentlich) zurück
das U-Boot
von Aliens oder von der Erde gemacht? 
Richtung Island in the Sky
der Colorado River
Airport Tower
Toblerone
Richtung La Sal Berge
Plötzlich wechselt die Gegend ihr Aussehen

man könnte sich ziemlich einfach verlaufen...
 wo das genau ist, habe ich nicht mehr herausgefunden
schon sind wir über den Felsen des Monument Valleys
auch vom Boden aus spektakulär, aber über diese mächtigen Felsen zu segeln ist unbeschreiblich schön
 irgendwann steht nur noch der Mittelfinger...
 bis zu 300 m hoch ragen die Felsen aus der Ebene
 ich hätte gern noch eine Runde gedreht
Wunsch erfüllt
 auf einem der Hügel kann man mit den Navajos übernachten... Sentinel Mesa, West Mitten Butte und wie sie alle heissen...
heim geht's
 eine wunderbare Welt, die uns zu Füssen lag
schon wieder auf dem Rückflug
Gooseneck State Park, San Juan River
einfach wunderschön!
ich geb's zu, ich konnte mir nicht alle Valleys merken
ich bin nicht mal sicher, ob alle Gebiete einen Namen tragen
 wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus
 wenn man da ausgesetzt wird?
 irgendwann lasse ich mir davon ein Poster anfertigen
 im Hintergrund die La Sal Berge
Flügel-Spiegel
der Colorado River
 Zusammenfluss des Green und Colorado Rivers
 Big Bend
Maze
Island in the Sky
auf dieser Strasse erkundet man die Insel im Himmel...
linke Bildmitte: von hier stürzten sich Thelma and Louise in den Tod
 Shafer Trail, nur was für gute Nerven (mit dem Auto)
 es gibt einige Big Bends in dieser Gegend
die Potash Ponds
 Farbe wird zur schnelleren Verdunstung beigefügt
 hier wird Salz gewonnen
 unwirklich, mitten in der Wüstenlandschaft ein Farbenspiel
 im Hintergrund Island in the Sky
 vom Deadhorse Point kann man auf die Potash Ponds blicken, allerdings nie so spektakulär wie hier aus der Cessna
Potash Ponds, Moab, Utah
 die Fabrik zur Salzgewinnung

 rechts Arches National Park
 die Strasse nach Island in the Sky
 ein wunderbarer Flug geht zu Ende
 danke Tim!
eine letzte Erklärung
auf den Kindersitzen

im Castle Valley
Saurierfussabdruck

auf dem Weg zum Shafer Trail
die Strasse führt geradewegs in die Felswand
der Shafer Trail
nichts für schwache Nerven
wenn man meint, man hat's geschafft, fährt man auf dem Rim ca. 2 Meilen dem Abgrund entlang, man beachte das Auto in der oberen Bildmitte
puh, done!
jetzt auf den Gemini Trail
die Strasse Richtung Crescent Junction, der US Highway 191
Das Adrenalin in Strömen ausgeschüttet, erlaubte mir Sabi den Gemini Trail mit Volldampf zu nehmen. Ja, nicht gerade umweltfreundlich, aber mega-geil! Ein paar Mal wäre mir sogar lieber gewesen, wenn sie mich zur Vorsicht gemahnt hätte!:-)
hey, nicht übermütig werden!


so long guys