730andmore

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Dieses Blog wurde im März 2010 eröffnet. Am 1. April 2010 starteten meine Frau Sabina und ich zu einer 2-jährigen Weltreise, die uns durch die USA, Karibik, Kroatien, USA, Kanada, Hawaii, Australien und Thailand führte. 730 Tage später waren wir wieder in der Schweiz sesshaft. Das Reisen wird uns nie mehr loslassen. Ebenso die Fotografie.

15. November 2010

Galveston, Texas - The end is near oder Petri Heil


„Ich bin vom Bürgermeister und vom Stadtrat beauftragt, Sie darüber zu informieren, dass die Stadt Galveston zerstört ist“, diesen Satz telegrafierte ein Abgesandter am Montagmorgen dem Gouverneur von Texas und dem Präsidenten der Vereinigten Staaten. 6'000 bis 12'000 Menschen, je nach Quelle, verloren ihr Leben. Am Freitag, dem 8. September 1900 traf ein Hurrikan mit Böen bis zu 300 km/h auf die Küste von Galveston. Die Stadt wurde von 2 Flutwellen überschwemmt. Eine direkt vom Meer und eine von den in die Bay gedrängten Wassermassen.


Opening Summer 2010, bleibt wohl ein Mahnmal

Vor diesem Tag galt Galveston als eine der schönsten Städte der Welt. „New York des Südens“ wurde sie genannt. Ueber 35'000 Einwohner zählte sie (heute 56'000). Ohne diesen Sturm wäre sie wahrscheinlich zu einer Weltstadt geworden.

Auf Seite 10 der „Galveston News“ lasen die Einwohner an diesem Morgen: „Die Mitarbeiter des Wetteramtes erwarten keinerlei gefährliche Störung, allerdings können sie noch nicht beurteilen, welches Ausmaß der Sturm haben oder wie er sich entwickeln wird, wenn er Texas erreicht.“

Heute sind die Warnungen zuverlässiger geworden. Ein Déja-Vu hatte wahrscheinlich niemand mehr, als am 13. September 2008 Hurricane Ike Galveston heimsuchte. Die meisten Häuser wurden beschädigt oder ganz zerstört. 160 Mio USD wurden für den Wiederaufbau bereitgestellt. Noch heute stehen Werbungen von Anwälten an der Strasse „THE END IS NEAR“ und weisen darauf hin, dass die Frist für Entschädigungen bald ablaufen wird.


Beschädigte Tankstelle, steht zum Verkauf
 An der Jamaica Beach

Galveston gilt seit langem als Weekend-Insel für die Einwohner von Houston. In den ersten Jahren des letzten Jahrhunderts profitierte die heute 4. grösste Stadt der USA mit dem 6. grössten Hafen der Welt vom einsetzenden Oelboom und dem Unglück seiner Küstenstadt.


Houston bewölkt
 Hoffentlich sehen die Leitungen im Wolkenkratzer besser aus
 Wir werden alle überwacht
 Im Stadtzentrum
 Skyline von Houston

Leider sind auf der Halbinsel noch heute Schäden aus 2008 zu sehen. Viele Quartiere erstrahlen aber in neuem Glanz und manchmal hat man das Gefühl, als würde man durch einen karibischen Werbeprospekt fahren.


Welches Häuschen hätten's denn gern?




Die vielen Männer und Frauen, die bis spät in die Nacht an den Stränden nach einem gesunden Mahl fischen, zeigen, dass auch das reiche Texas in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckt. Amerika steht vielleicht wirklich vor einem Wandel, allerdings nicht dem, den Obama vor 2 Jahren prophezeit hat.


Sportfischer
 Des Fischers Stolz
 Ein kleiner Hai und schon rennen die Gaffer
 Marinella Blancato di Stefano: Lieber ein Hai in der Hand, als eine Hand im Hai
Fischreichtum vor der Küste Texas'
ich hoffe, den bekommen sie nie

Dass die Zeiten hart sind, erlebten wir am ersten Tag im Walmart. Auf dem Parkplatz war eine Schlägerei im Gange (gemäss einem Angestellten schon die zweite am selben Nachmittag) und keine 5 Minuten später legten innerhalb des Gebäudes und gleich neben uns zwei Polizisten einen Schwarzen mit grossem Geschrei in Handschellen und ein Kollege sicherte die beiden mit seiner Pistole und zielte auf dessen Freundin.



Ich war auch etwas besorgt...

Den Spruch in einem der besseren Restaurants der Stadt „If it’s tourist season, why can’t we shoot them?“ sollte man trotzdem nicht ernst nehmen.

Galvestons Hauptstrasse direkt am Meer
 Velo ins Haus, sicher ist sicher
 Strassenzug im Historic Strand Quarter
 kein Auto, dafür aber die Barfrau vor dem Haus
 ohne Regen wäre dies eine schmucke Amüsiermeile
 fast schon filmreif, die Hinterhofgasse

Für uns begann in Galveston der Herbst. Trübe Tage mit kühlen Temperaturen wechselten sich mit wenig Sonnenschein und heftigen Regengüssen ab. Dafür lernten wir 4 sonnige Gemüter in Form der Familie Crettenand aus dem Wallis kennen. Aline und Eddy reisen mit ihren Töchtern Cindy und Jenny in einem Camper durch die USA.


Cindy, Aline, Eddy und Jenny
 BBQ

Die Kinder gehen bei ihrem Vater in die Schule, der als ausgebildeter Lehrer dafür sorgen muss, dass kein Stoff verpasst wird. Ein Jahr wird ihre Auszeit dauern und vielleicht sehen wir sie über das Jahresende in Playa del Carmen wieder. Neben gemütlichen Abenden und viel Bier wurden wir zum Abschied auch noch mit wunderschönen, von Cindy und Jenny selbst gebastelten Halsketten beschenkt. Merci beaucoup nos amis! Reiseblog Famille Crettenand

Wir sind nach Henderson Louisiana gezogen. Morgen werden wir den Atchafalaya Swamp sehen. Hoffentlich werden wir mehr als ein paar Blue Herons vor die Linse bekommen.


Meines Wissens die 1'524'637 perfekte Aufnahme eines Blue Heron
 schätze über eine Milliarde gelungene Sonnenuntergänge

so long guys!

Kommentare:

Aline, Eddy, Cindy et Jenny hat gesagt…

Hallo Freunde aus Meilen!
We are going to practise german by reading your blog... We wish you a safe trip and see ya !

Anonym hat gesagt…

Wieder ein toller Bericht und endlich mal ein bisschen übers Fischen Gruss Seemä

Anonym hat gesagt…

Tolle Bilder & abwechslungsreich geschrieben! Einzig rasieren könntest du dich etwas öfters... Grüsse eines ehem. Schulkameraden (Hottingen) - Patrick Geering

Gerold Guggenbuehl hat gesagt…

Hi Pat, wie könnte ich den Typ vergessen, dem ich die teuersten Discomix-Kassetten der Welt abgekauft habe:-) Was treibst Du, damals dachte ich, Du wirst DJ! Gib mir doch mal Deine Mail-Adresse... liebe Grüsse Guggi

Anonym hat gesagt…

salut gerold

also ich nehme das letzte häuschen. das türkise... packst du's mir ein? ist ja bald weihnachten. liebe grüsse - andrea

Anonym hat gesagt…

leichtes Missverständnis, ich bin nur der Makler:-)

Anonym hat gesagt…

manchmal hat man pech oder dann haben die anderen glück :-) ja nu so dänn... dann erfreue ich mich halt weiterhin an den schönen bildlis! liebe grüsse - andrea

Anonym hat gesagt…

Wie immer de Hammer!!! Thanks a lot
Ciao
Marinella

Anonym hat gesagt…

Sorry, aber jetzt muss ich es einfach mal loswerden! Ich habe bis heute keinen Bericht verpasst. Ist ja oberlangweilig! Bemuehst dich immer lustig und interessant zu sein! Und was kommt raus? Lustige, witzige und interessante Berichte!!! Mach weiter so! Gefaellt mir extrem gut. Der I aus U, der etwas gar einversuechtig ist auf euch :-)

Gerold Guggenbuehl hat gesagt…

Danke Seemä, Andrea, Marinella und Iggy, Applaus ist des Bloggers Brot:-)