730andmore

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Dieses Blog wurde im März 2010 eröffnet. Am 1. April 2010 starteten meine Frau Sabina und ich zu einer 2-jährigen Weltreise, die uns durch die USA, Karibik, Kroatien, USA, Kanada, Hawaii, Australien und Thailand führte. 730 Tage später waren wir wieder in der Schweiz sesshaft. Das Reisen wird uns nie mehr loslassen. Ebenso die Fotografie.

27. September 2011

Upper Peninsula to Toronto - Land und Stadt

Eisenerz Verladungsstation in Marquette

Wer in Munising geboren wurde, muss nicht zwangsweise glücklich sein. Die 20jährige Kellnerin vom Navigator, einem Restaurant in der kleinen Stadt, hadert mit ihrem Schicksal. Unglücklicherweise sei sie hier geboren worden. Und wer sie anschaut, mit ihrem hübschen Gesicht, dem fast noch kindlichen Körper und den krass-grün geschminkten Augen, kann sich gut vorstellen, dass sie sich nichts sehnlicher als eine Grossstadt wünscht, Chicago, New York oder LA. Aber auf die Frage „wo sie denn lieber wäre“, meinte sie inbrünstig: „In Minnesota, the Land oft the Thousand Lakes. I’m a fisherman!“

Wirklich bedenklich. Natürlich nicht, dass eine junge Frau nicht in die Stadt will, nein. Da lebt jemand an einem der grössten Süsswasservorkommen der Welt und wünscht sich ins Land der tausend Seen! Ich bin immer noch schockiert, dass dieses Paradies über weite Teile vergiftet ist. Und fast niemand kümmert’s. Nur per Radio sorgen sich ein paar Wissenschafter. Wenn man nicht sofort Aktionen ergreife, werde das Wasser für immer verloren sein. Wer ist „man“?

Die Katastrophe sieht man der Gegend in keiner Weise an. Auch nicht auf der Fahrt nach Marquette, laut einer Umfrage der Ort mit der besten Preis-/Leistungs-/Lebensqualität für Rentner. Ob sie da die kalten Winter eingerechnet haben? Doch die Sandstrände rund um den Ort sind wunderschön und Surfer und Kiter nutzen die Wellen und Winde zu ihrem Vergnügen.

Wunderschöne Küste nahe Marquette
 Kitesurfer in Action bei 10 Grad Celsius
 traumhafter Strand, feiner Sand
 "Trust"
 das stillgelegte Iron Ore Dock
 Privathafen in Marquette
 Im Hintergrund das noch benützte Iron Ore Dock
 Beach beim Dock
 Downtown Marquette, menschenleer

Zurück in Munising versicherte uns eine Verkäuferin, dass überall Bären zu sehen seien. Unsere Jagd war trotzdem erfolglos. Gefunden haben wir sie aber in Oswalds Bärenpark, der den grossen Braunen natürliche Gehege bietet. Der alte Besitzer liebt seine trotteligen Wesen über alles und ist überzeugt, dass er als Bär wiedergeboren wird.

trollige Bären
 Essensausgabe, Fleisch und...
 gefrorenes Gemüse. Dieser Bär war ein Mobbingopfer. Die anderen vier liessen ihm nur das Gemüse!
 hehe...
 pittoreske Häuschen am Wegesrand nahe Newberry
 nicht alle bewohnt...
 oder "on Sale" inklusive Wäscheklammern

Der Indian Summer kündigte sich in dieser einsamen Gegend langsam an. Aber noch 2 oder sogar 3 Wochen auf den Peak zu warten und entweder beim Chinesen oder bei der Fishermans-Frau speisen? Spontan entschlossen wir uns, über Mackinaw City nach Toronto zu fahren.

Park bei Mackinaw City
 Blick auf die Mackinac Bridge
 und ein paar Stunden später
 meine Fotogräfin
 Sunset 
 Mackinac Bridge in der Dämmerung

Was für ein Gegensatz: Von einem Holzhaus-ähnlichen Holiday Inn in einem verschlafenen Kaff ins Thompson Toronto, einem mondänen Hotel der 2.7 Mio Metropole am Lake Ontario. Eine überaus sympathische Stadt, ruhig und bedächtig gehen die Einwohner ihrem Treiben nach. Keine Hektik wie in den amerikanischen Megacities, trotz einem Vielvölkergemisch und 120 gesprochenen Sprachen. Die Zukunft hat auch hier begonnen und so sind die Asiaten gefühlsmässig in der Ueberzahl. Ausser dem CN Towers, dem 3. höchsten Gebäude der Welt, bietet die Stadt wenig Spektakel. Wir können uns aber gut vorstellen, dass sie punkto Lebensqualität weit vorne in der Rangliste steht.

Der CN Tower...
 wurde kurzerhand mit einem Kran versetzt
 DIE Touristenattraktion auf dem CN Tower, "Edge-Walk": Angekettet rund um den Turm laufen
 mitten in der Stadt
 was der alles hören muss...
 Canada, das Land des Eishockeys
 "the Bay", das älteste Warenhaus der Stadt (1670)
 "Puppies" (junge Hunde) heben Rassenschranken auf...
 coole Art
 mitten in Toronto
 CN Tower mal anders
 immerhin einige Kormorane auf der Hafenmole
 Die Stadt von einem der Häfen aus gesehen
 Fotografen unter sich...
 Ein Mahnfinger für die Seen?
 HDRI vom CN Tower Richtung Westen

Wir aber wollten so schnell wie möglich weiter nach Vermont. Der Indian Summer dort soll die schönste Farbenpracht von allen Staaten bieten. Da die Strecke über die Niagara-Fälle führt, blieben wir 2 Nächte an diesen mächtigen Stromschnellen. Sie sind zwar wirklich riesig. Die Vergnügungsstätten rund um die Fälle wirken aber eher abstossend. Riesige Hotelburgen, Casinos, Wachsfigurenkabinett, Riesenrad, Aussichtstower und Aquarien mit Walen und Delphinen usw. gepaart mit teuren Preisen und schlechtem Essen lassen uns auf das ländliche Vermont freuen.

American Falls
 die schiessen aus allen Rohren seit 1925
 Canadian Horse Shoe


So long guys


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Wieder ganz toller Bericht und Bilder. Aber ich kann leider keine Kommentare
auf der Seite mehr machen. Schreibe was rein, drucke Kommentar erstellen und
alles ist weg.
Wahrscheinlich will mein neuer PC mit Windows 7 nicht so - wie der alte mit
Windows XP - oder was auch immer.

Liebe Grüsse
Michi

Anonym hat gesagt…

Weiss gar nicht so recht, was ich schreiben soll. Dass deine Bilder toll sind, brauchst du ja nicht auch noch von mir zu hoeren und deine Berichte sind spannend, wie immer.
Die Bilder von den Niagara Faellen sind echt schockierend. Absolut geschmacklos und abstossend! Kein Wunder, habt ihr es dort nicht lange ausgehalten.
Gruss, Andrea