730andmore

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Dieses Blog wurde im März 2010 eröffnet. Am 1. April 2010 starteten meine Frau Sabina und ich zu einer 2-jährigen Weltreise, die uns durch die USA, Karibik, Kroatien, USA, Kanada, Hawaii, Australien und Thailand führte. 730 Tage später waren wir wieder in der Schweiz sesshaft. Das Reisen wird uns nie mehr loslassen. Ebenso die Fotografie.

28. Juli 2011

Boston and Cape Cod, Massachusetts

 Walfisch vor Provincetown, MA

Nach 8 Stunden auf den Highways von Frenchtown in Pennsylvania und New Jersey, stop-and-go an New York vorbei und weiter nach Boston, erlitten wir einen kleinen Kulturschock. Als wir um 0955pm in einem rauchfreien Strassencafé im Herzen von Boston das erste Bier in Massachusetts bestellten, meinte die Kellnerin „last call“. Ja, am Sonntag, da gibt’s nach zehn weder was zu Essen noch zu Trinken.

Boston, eine katholische Universitätsstadt. Hier wird gelernt und gebetet und nicht gebechert! Aber zwei Tage nach New York, einer Stadt in der die Nacht zum Tag wird?

Die Harvard University besteht keiner, der bis spät nachts im Pub hockt. Und am MIT, der weltberühmten technischen Hochschule, soll keiner mit einem Hangover an der Zukunft forschen. Das Internet wurde zwar nicht an der MIT erfunden, wie es uns der Fahrer unseres Sight-seeing-Gefährts weismachen wollte, aber immerhin ist sie Sitz des World Wide Web Consortiums, dem Standardisierungsgremium des WWWs. Auf einer dieser Touren wird die Geschichte von Amerika lebendig. Unser Fahrer erzählte Anekdote um Anekdote, der könnte sein Geld auch als Stand-up Comedian verdienen. Und schliesslich löste eine Erhöhung der Tee-Steuer des englischen Parlements 1773 den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg aus und nicht das Verbot von Alkoholausschank nach zehn Uhr. Die Tea-Party Mitglieder unserer Zeit sind demnach Nachfolger von Aufständischen und nicht von Bewahrern alter Werte.

Wie auch immer, als Bierliebhaber finde ich mein Getränk wie eine Trüffelsau die edlen Knollen. So genehmigten wir uns sogar in Boston, in einem Pub, in einer Seitenstrasse nahe des altehrwürdigen Omni-Parker House Hotels gelegen, unseren Trank zu später Stunde. Und wie es sich für eine Universitäts-Stadt gehört, verpasste der Barkeeper uns eine Lehrstunde in Baseball. Vielleicht lag es am starken Bier, vielleicht auch am angetrunkenen Lehrer, jedenfalls begreife ich das traditionsreichste Spiel der Amerikaner noch immer nicht. Ich hebe mir dies für das nächste Leben auf.

In Boston wird aber nicht nur gelernt. Die Stadt lebt im Sommer ganz gut vom Tourismus. Horden von Besuchern trippeln auf dem vier Kilometer langen „Freedom Trail“ den geschichtsträchtigen Punkten der Stadt nach. Auf einer Hafenrundfahrt sieht man nicht nur die Skyline sondern auch die im Minutentakt startenden und landenden Maschinen des internationalen Flugplatzes von Boston. Im trüben Wasser des Hafens dümpelt auch die U.S.S. Constitution, ein 3-Master, der an mehreren Kriegen teilgenommen hat, vor Ende des 18. Jahrhunderts gebaut und nach 1990 vier Jahre lang restauriert wurde. Heute eine der Sehenswürdigkeiten der Stadt, diese Super-Fregatte.

Auch unser Hotelzimmer kann man als geschichtsträchtig einstufen. Keine Ahnung aus welcher Epoche die Einrichtung stammt, aber der Preis für diese dunkle Absteige, mit Sicht auf eine Hauswand, stammt eher aus der inflationären Zukunft. So verliessen wir Boston mit keinen Tränen in den Augen und wollten auf Cape Cod, der Ferienhalbinsel der Städter, endlich die Küste von Massachusetts kennenlernen.
Cape Cod ragt wie der Arm eines Bizeps zeigenden Bodybuilders in den Atlantik hinein. Einheimische benutzen den Eigenen gern, um Fremden die Orientierung zu erleichtern. Das Motel 8 in Hyannis, das wir gebucht hatten, stand dem Preis-Leistungsverhältnis des Omnis in nichts nach (170 USD/N). Dafür entschädigen die Städtchen der Halbinsel den Reisenden. Kein Haus ist höher als zwei Stockwerke. Gepflegte und verwunschene Gärtchen säumen die herzigen Holz- und Schindelhäuschen. Eisdiele an Eisdiele, Restaurants an Restaurants, Gallerien und Kirchen reihen sich den holprigen Strassen entlang. Und am Samstag zelebrieren die familienfreundlichen Amis den amerikanischen Traum oft in einer der zahlreichen Minigolfanlagen. Ich wäre nicht erstaunt gewesen, wäre ein Scheinwerfer vom Himmel gefallen... Mit der Zeit hielt ich Ausschau nach Hänsel und Gretel. Ich meine, die sind auch älter geworden und ich entdeckte einige. Trotzdem sind die Ziegel nicht aus Lebkuchen, denn hinter den Kulissen spürt man auch hier die Verunsicherung der Leute und den immer härter werdenden Alltag. Kein Wunder wenn die Saison ganze zwei Monate dauert und weniger Gäste immer weniger ausgeben. Allerdings jammert man hier immer noch auf hohem Niveau.
An der Spitze der Halbinsel liegt Provincetown, das Key West des Nordens. Hier fühlen sich Dragqueens, Homosexuelle und Nachtschwärmer wohl. Leider konnten wir das Nachtleben und die herzlichen Bewohner nicht geniessen. Unser Motel Coachman Inn in Harwichport lag 35 Meilen südlich.

Aber dafür eine Whale-Watching Tour. Zu Beginn machten die Ausflügler noch Scherze: „Gestern waren sie noch hier, das erzählen sie aber jeden Tag“ und so weiter. Tatsächlich gerieten wir aber in einen Schwarm von Humpbacks (18 m), Minkes (9 m) und Finbacks (27 m). Rund um das Boot brodelte das Wasser, die Besucher waren hingerissen und die Fotografen im Dauerstress. Eine Ausfahrt, die, ganz unamerikanisch, alle Erwartungen und Versprechungen übertraf,und, glaubt man den Betreibern, immer übertrifft!

Martha’s Vineyard ist international bekannt. Eine Insel, die 5 Meilen von Cape Cod entfernt liegt und die Prominenten von Amerika empfängt (Kennedys, heute Obama Family, Spike Lee etc.). Gesäumt von kilometerlangen Sandstränden, putzigen Städtchen, Leuchttürmen, zerklüfteten Küsten und vor der Insel segelnden Yachten erinnert sie den Besucher einmal mehr an den nicht fallenden Scheinwerfer. Ob sich die 183 Bucks für die Fähre aber wirklich lohnen? Cape Cod ist genauso schön und sehenswert.

Morgen brechen wir nach Maine auf, genauer nach Bar Harbor. Nur um ein paar Tage später wieder nach New Jersey zu fahren, um unseren Wagen zu registrieren. Unser Oldie läuft und läuft, im Gegensatz zur Kommunikation mit unserem Verkäufer. Auf e-mails und voice-mails antwortet er gar nicht und wenn man ihn per Zufall direkt am Telefon erwischt, muss er zuerst abklären und zurückrufen. Ein Nicht-Rückruf ist so sicher wie das Amen in einer der Kirchen hier. Den „Title“ (Fahrzeugausweis) haben wir noch immer nicht erhalten. Vielleicht müsste ich an einem Gottesdienst meiner Lieblingskirche, der "Roman Catholic Church, Chappel of our Lady of the Highway", teilnehmen. Trotzdem wird mich dieser lausige Autoverkäufer nicht zum Gläubigen machen...

Walk for justice
Sightseeing
In the mirror
Massachusetts State House

Boston Downtown Tunnel
Wanddekoration
Custom House Tower (1847) in McKinley Square
USS Constitution

Skyline Boston
Old State House


Hello, Operator!

Omni Parker House Hotel
Mein Barbershop, der Inhaber war über einen Walk-In Kunden ziemlich überrascht:-)

Boston Graffiti

Leonard P. Zakim Bunker Hill Bridge


Motel Super 8 in Yarmouth, Cape Cod, MA
West Dennis, Cape Cod
Eastham, Cape Cod, MA
Harbor in Eastham, Cape Cod, MA
Eastham Beach, Eastham, Cape Cod, MA
Jonathan Yong Mill, South Orleans, Cape Cod, MA
Three sisters lighthouse, Nauset Beach, Cape Cod, MA

Provincetown, Cape Cod, MA
Provincetown Harborlight, Cape Cod, MA
Pilgrim monument, Provincetown, Cape Cod, MA
Provincetown Harbor, Cape Cod, MA
Drag Queen at the Governor Bradford, Provincetown, Cape Cod, MA

Humpback wale and seagulls





Jump!


Auf der Fähre Richtung Martha's Vineyard
US coast guard
I am sailing, I am sailing...
Beachlife on Martha's Vineyard
Joseph Sylvia State Beach, Martha's Vineyard, MA
Katama Beach, Martha's Vineyard, MA
Aquinnah Clay Cliffs, Martha's Vineyard, MA
Chatham, Cape Cod, MA
Harwichport, Cape Cod, MA
Chatham, Cape Cod, MA

Cape Cod, MA

Duck pond, Harwichport, Cape Cod, MA



oh shit!

so long guys

Kommentare:

andrea hat gesagt…

die bilder von der whale watching tour sind hammer! ich hoffe, wir werden auch mal solche wale sehen koennen. bis jetzt waren es "nur" orcas und delfine. vielleicht schaut ja mal einer kurz vorbei wenn ich mit meinem kajak unterwegs bin (werde mir eins im fruehling kaufen).
cheers, andrea aus kiwistan

Anonym hat gesagt…

Einfach unglaublich diese Wale! Geht sicher einiges ab auf der emotionalen Ebene wenn man so nahe dran ist!! Beim Lachsfischen tauchte mal ein 10 m Orca neben unserem Nuss-Schalen Fischerboot auf... unvergesslich! Übrigens: Danke für die Inputs für meinen nächsten Geschäftsumbau! Liebi Grüess, de Coifför

Aline, Eddy, Cindy et Jenny hat gesagt…

I like the pictures of the whales !
Cindy

Anonym hat gesagt…

Irgendwie gefallen mir der Berichte aus Amerika besser als die wenigen aus Osteuropa. Weiter so - super Bericht und wirklich Super-Bilder Seemä

Anonym hat gesagt…

Bist Du sicher, dass das der Hauptsitz von Bank of Amercia ist - finde dieser doch noch etwas gehoben. Auf jeden Fall wieder ganz tolle Bilder und Berichte - so soll es sein. Und wenn Du mal Katzen siehst - nicht die 2 Beiner - dann freue ich mich über ein persönliches Katzenfoto für mich.
Michi

Gerold Guggenbuehl hat gesagt…

@Andrea und Jörg, mit einem Kajak oder in einer Nussschale muss es noch viel aufregender sein, allerdings möchte ich keine Fotoausrüstung dabei haben!:-) @Cindy... and the others?:-) @Peter, geht mir auch so! @Michi, danke und klar, hast Du die Katzenbilder von Kroatien gesehen?
tks guys Guggi