730andmore

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Dieses Blog wurde im März 2010 eröffnet. Am 1. April 2010 starteten meine Frau Sabina und ich zu einer 2-jährigen Weltreise, die uns durch die USA, Karibik, Kroatien, USA, Kanada, Hawaii, Australien und Thailand führte. 730 Tage später waren wir wieder in der Schweiz sesshaft. Das Reisen wird uns nie mehr loslassen. Ebenso die Fotografie.

7. Mai 2011

Good bye Slovenia


Nach bald vier Wochen in Prevalje ziehen wir am Montag tatsächlich weiter. Das Ziel ist  Drage, Kroatien, ein kleiner Ort an der Küste von Mitteldalmatien. Eine wunderschöne Gegend.

Viel habe ich nicht zu berichten. Es waren ruhige Tage. Die tägliche Sortierung unserer Fotos wurde nur von kurzen Ausflügen unterbrochen. Allerdings schafften wir es, nur einen kleinen Teil unserer 25000 Fotos zu bearbeiten. Da liegt noch viel Arbeit vor uns. Immerhin habe ich die letzten Kniffe und Einstellungen an meiner Kamera begriffen. Und ein paar Fotos von Prevalje habe ich doch schiessen müssen. Nicht ganz einfach, von einem Dorf mit 6700 Einwohnern nahe dem Wörthersee und nicht gerade als Perle der slowenischen Voralpen berühmt.

Wasserfall, den aber nicht mal Einheimische kennen 
 Hauptstrasse von Prevalje
 Pubgänger
 Kirche von Sentanel, Nähe Prevalje
 Wie ich die Kirchen sehe...

 Geleise im Bahnhof von Prevalje

 Eisenbahnbrücke
 Religion, stark verankert... St. Florians Tag oder so

Ich hatte auch genügend Zeit, mich mit HDRI (High Dynamic Range Image) auseinander zu setzen. Bei dieser Technik macht die Kamera von einer Szene eine unterbelichtete, eine richtig belichtete und eine überbelichtete Aufnahme, man setzt diese dann in einem Software-Programm zusammen und kann herrliche Effekte erzielen. HDRI gibt dem Bild eine gewisse Tiefe, fast wie mit einer 3-D-Brille. HDRI ist vor allem nützlich bei schwierigen Lichtverhältnissen. Zum Beispiel bei einer Aufnahme im Innern eines Gebäudes mit einem Fenster, durch das helles Tageslicht dringt. Es gibt Kameras, die bis zu 9 Aufnahmen zulassen, immer mit einer etwas anderen Belichtung. Selbstredend kann man damit aber nur unbewegliche Objekte fotografieren. Das sogenannte "Tonemapping" lässt ungeahnte Möglichkeiten zu. So wollen Profis auch nichts von HDRI Bildern wissen, sondern man solle die Aufnahmen "impressionistische Fotografie" oder "Hyperrealismus" nennen. 

Fast jede etwas teurere Digital-Kamera verfügt über dieses Tool, das man als AEB (Automatic Exposure Bracketing) in der Kamera findet. Die Software kann man z.B. bei www.hdrsoft.com herunterladen. Allerdings können unsere PC-Monitore ein Bild gar nicht richtig wiedergeben. Es ist nur eine Annäherung. Ein Bild auf RAW geschossen hat eine Grösse von 120 MB. Ein paar Beispiele von solchen Bildern:

Familie Stancic / Guggenbuehl, fast eine Bauernmalerei:-)
Das Haus von Sabinas Eltern
Aussicht vom Haus
Hunde am Zaun
Tal, man sieht die Steilheit
rechts der Petzen, der südlichste Skiberg Oesterreichs
Abhang im Wald, fast ohne Tonemapping
Frühling als Kitsch

Der interessierte Fotograf erkennt die unzähligen Möglichkeiten. Wie hier mit dem Titel: "Die Geister die man rief...":-)

Nur einmal wurde es richtig spannend. Bei einer Wanderung, an dessen Ende uns eine Pracht von tausenden von Blumen versprochen wurde. Allerdings fiel die Blumenpracht dieses Jahr etwas mager aus. Nicht mal mit dem Teleobjektiv fing ich ein wirklich schönes Foto ein...

Auf dem Rückweg scherzten wir über Leute, die nicht sagen können, wie ihre Ferien waren, weil sie die Abzüge der Fotos noch nicht gesehen hätten... Ich sinnierte darüber, dass ein Fotograf viel mehr von der Umgebung sieht, als der "normale" Wanderer, da er überall Sujets für seine Fotos sucht und sich so die Gegend besser einprägt. Kurze Zeit später meinte ich, dass wir bei der Teilung des Weges rechts gehen sollten. Aber nein, unsere zwei Führer waren sich sicher, links sei der richtige Rückweg. Was will ein Fremder schon gegen zwei "Aboriginals" ausrichten? An verschiedenen Details erkannte ich, dass ich richtig lag. So aber wanderten wir immer tiefer ins Tal hinunter. Das Wasser war uns schon lange ausgegangen. Die Dämmerung setzte ein. Es wurde richtig kalt. Als unsere zwei Führer ihren Irrtum erkannten, wollten sie eine Abkürzung durch den Wald nehmen. Durch Dickicht bahnten wir unseren Weg, gegeisselt von scharfen Aesten, die unsere Haut ritzten. Die Kehle war ausgetrocknet, unsere Kräfte liessen nach. Die Orientierung hatten wir verloren. Auf einer einfachen Wanderung in den Wäldern von Slowenien verschollen! 

Das ist natürlich völliger Blödsinn. Tatsache ist aber, dass wir den falschen Weg nahmen. Immerhin fand Damir, unser Führer, nach einem kurzen Sprint in den Wald (man sollte sich in solchen Situationen eigentlich nicht trennen) einen Weg, der uns 400 Meter steil aufwärts zu unserem Auto führte. Bewiesen habe ich aber, dass sich ein Fotograf viel mehr der Gegend merkt... Ja, Sieg auf der ganzen Linie!

Noch ganz sicher! Damir und Tereza, die Eltern von Sabina
herrliche Aussicht, bei klaren Tagen sieht man weit nach Oesterreich hinein
auf dem Rückweg




Aber was beklage ich mich? Schliesslich lebten wir die paar Wochen hier wie im Schlaraffenland. Kaum hatte ich ein Ei in der Hand, wurde es mir von Tereza geschält. Ein Zucken mit dem Mundwinkel und ich hatte eine Auswahl von Salami, Aufschnitt, Cervelats, Würsten und Broten vor mir. Und die Kochkünste von ihr sind erste Sahne. Die Rechnung wird mir wohl später die Waage präsentieren . Damir und Tereza, herzlichen Dank für Eure Gastfreundschaft! Immerhin konnte ich mich für Kost und Logis mit einem Gratis-Fotokurs für Damir bedanken.

An unserem zweitletzten Tag in Slowenien konnte ich es nicht lassen, beim Autowaschen noch ein paar Retrofotos zu schiessen. Ist ja scheint's in Mode.

Utensilien




Viel Aufregenderes erleben unsere Walliser Freunde, die "Crettenands". Sie sind momentan im Monument Valley, wo der Vater seinen Kindern Schulunterricht gibt. Was für ein Klassenzimmer!


so long guys

Kommentare:

sabina_guggenbuehl hat gesagt…

What a great classroom - enjoy, Jenny and Cindy!

sabina_guggenbuehl hat gesagt…

Hvala za vse, Tereza in Damir!

Anonym hat gesagt…

wow, solch einen tollen fensterplatz hatte ich nie in der schule! geister riefen wir damals aber auch... nun gut, die malerei der bauern gefällt mir morgen auf meinem zopf-brett doch besser ;-) - das liegt wohl aber am zopf, der die malerei überdeckt! geniesst die zeit am meer. liebe grüsse andrea und familie

Gerold Guggenbuehl hat gesagt…

aha, aber immerhin einen Fensterplatz, gelle!:-)

Michael KNaus hat gesagt…

Geisterhaft diese Bilder, teilweise schon fast gespängstisch - weiter so auf eurem World-Trip. Bin gespannt auf den nächsten Blog. Lg. Michi

Anonym hat gesagt…

lieber gerold... aber klar doch! darauf "bestand" ich. freie seesicht hatte man, wenn man im oberen stock die schulbank drückte. lg, andrea

Aline, Eddy, Cindy et Jenny hat gesagt…

Hi, we like "Bauernmalerei" !

Anonym hat gesagt…

weiter. immer weiter!!
great pics. great story. miss ya guys!
i aus u

Gerold Guggenbuehl hat gesagt…

nicht aus ü?:-)