730andmore

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Dieses Blog wurde im März 2010 eröffnet. Am 1. April 2010 starteten meine Frau Sabina und ich zu einer 2-jährigen Weltreise, die uns durch die USA, Karibik, Kroatien, USA, Kanada, Hawaii, Australien und Thailand führte. 730 Tage später waren wir wieder in der Schweiz sesshaft. Das Reisen wird uns nie mehr loslassen. Ebenso die Fotografie.

8. November 2010

Batman lebt und das in Corpus Christi

Rock Café und Sunset in SPI

Ich stand unter der Harbor Bridge in Corpus Christi und genoss diese magischen Momente. Du schaust durch dein Teleobjektiv und jede Foto wird zum Kunstwerk. Eine Kombination von farbigen Glasdächern, der im Bogen auslaufenden Brücke und den vielen Kabeln und Röhren, die von weit oben aus dem Brückenboden herunterhingen und weiter zu der Baustelle auf dem Boden führten. Wunderbare Motive mit gefühlten hundert Fluchtpunkten. Vor meinem geistigen Auge sah ich schon meine zweite Serie auf Lumobox veröffentlicht, ich sah aber auch das langsam um die Ecke rollende Polizeifahrzeug und wenig später Officer L. auf mich zukommen. Mit ernster Miene, schweren Schrittes und angespanntem Körper, nur seine Hand ruhte leicht und bereit auf seinem Pistolenhalfter. „What are you doing here?“ rief er mir entgegen. Diese Frage hörte ich schon oft. Und nie nahm das folgende Gespräch einen positiven Verlauf. Bist du ehrlich, gilt die Antwort als Geständnis, bist du witzig, findet der andere dies bestimmt nicht und hat dich der Lüge überführt.

Ich zeigte auf mein Ohr und rief „sorry, I m getting older!“ Das nimmt dem anderen den Wind aus dem Segel und hat mir schon einmal bei einem wütenden Barbesitzer genützt, der’s nicht lustig fand, dass ich sein Haus ablichtete. Stellt der andere nochmals seine ziemlich dumme Frage, hör ich noch immer nicht gut und dreimal wollte bis jetzt noch keiner als Depp dastehen. Als er aber etwas von 9/11 schwafelte, wusste ich, dass ich das Ganze ernst nehmen sollte. Aufnahmen von solchen Gebilden in geschützten Zonen könnten als Vorbereitung zu einem terroristischen Akt ausgelegt werden. Er wollte meine Fotos sehen.

Schon bei der ersten zeigte sich, dass er kein fotografisches Talent besass. Sollte ich ihm auf seine Frage, warum ich dieses Bild schoss, wirklich mit „wegen den Fluchtpunkten“ antworten?Sabina war ziemlich weit von uns entfernt und filmte die Szene kurz mit. „Endlich interessiert sich einer für die Fotos von meinem Mann“, dachte sie. Ich aber löschte zusammen mit dem Officer Kunstwerk um Kunstwerk. So an die 45 müssen es gewesen sein. Weiss Gott warum, aber die Beamten in Texas haben den Apparat des Polizeifunkes an der Achselpatte fest gemacht. Wenn sie dann ihren Kopf schräg halten und mit der Zentrale sprechen, sieht das, gelinde gesagt, nicht gerade elegant aus. 


Zum zweiten Mal innert kurzer Zeit wurde mein Name abgeklärt. In South Padre Island missachtete ich einen Stopp und fuhr genau vor einem Polizeiauto über die Strasse. Im Gegenlicht war das nicht zu erkennen gewesen. Aber der von SPI war ein sympathischer Typ, hatte er doch seine helle Freude an mir. Zweimal meinte er lächelnd, dass ich sein erster Schweizer sei... Sabina hat er nicht mal bemerkt. Es blieb bei einer Verwarnung, gut, es sind jetzt schon deren zwei. Ganz nebenbei, Hände weg von Officers in den USA. In den meisten Staaten gilt die Berührung eines Polizisten, auch eine nett gemeinte, als Tätlichkeit. Dies weiss ich zum Glück.


South Padre Island war wunderschön und schweren Herzens sind wir fast 200 Meilen nordwärts, nach Corpus Christi gezogen. Eine Stadt mit knapp 300'000 Einwohnern, an der weiten Corpus Christi Bay gelegen und mit berühmten Töchtern, Farrah Fawcett und Eva Longoria Parker. Auch diese Stadt hat ihren Reiz. Eine schöne Bay, riesige Lagunen, den Highway 358, der wie ein "Scenic Drive" rund um die Stadt und über die Harbor Bridge führt und die vorgelagerte Padre Island, die sich den ganzen Weg von South Padre Island hier hin zieht und erst im herzigen Fischerdorf Port Aransas endet.



Wir landeten in einem Campground mit Snowbirds (Nordländer, die den Winter im Süden verbringen), die sich fest installiert hatten. Leider auch auf einem Stellplatz, der an der Fussgängerzone liegt.  Natürlich nicht so bevölkert wie der Gehsteig in Zürich am Bellevue beim Vorderen Sternen, dort wo die besten Cervelats der Stadt und knusprige Bürli verkauft werden. Es ist auszuhalten (das mit den Cervelats), genau so wie unsere betagte Nachbarin, die jedes Mal, wenn sie uns sah, mit erstaunlich lauter Stimme „The weather is nice for you guys“ schrie...

Das Meerwasser ist nicht von Oel verschmutzt. Gemäss einer Anwohnerin seien erst bei Galveston Spuren der Oelkatastrophe zu sehen. Wir werden dies bald selber testen, ist dies doch unsere nächste Station, ebenfalls am Meer und nahe bei Houston gelegen. Wir hoffen, dass wir in der grössten Stadt von Texas und der 4. grössten der USA neue Objektive für unsere Kameras kaufen können, nicht mal in Corpus Christi fanden wir ein Spezialgeschäft. 

Sonst ist alles bestens, ausser dass mein Englisch manchmal gefährlich ist, übersetzte ich die gehisste blaue Flagge, bzw. die dazu gehörende Erklärung "Presence of Venemous Marine Life" kurzerhand mit "Lifeguard am Strand". Auf gut Deutsch heisst das aber "giftige Quallen im Meer". 
Und "unsere“ Dallas Cowboys verloren Spiel um Spiel und leider auch noch den Quarterback Toni Romo (Schlüsselbeinbruch) und müssen sich obendrein auch noch dumme Sprüche anhören. Gestern erreichten sie einen neuen Tiefpunkt, ohne jegliche Chance verloren die Cowboys nicht nur das Spiel gegen die Green Bay Packers mit 7 zu 45, sondern in vielen Augen der Kommentatoren auch die Ehre. 

Q. What do you call 47 millionaires around a TV watching the Super Bowl?
A. The Dallas Cowboys

Q. What do the Dallas Cowboys and Billy Graham (Prediger) have in common?
A. They both can make 70,000 people stand up and yell "Jesus Christ".

Q. What's the difference between the Dallas Cowboys and a dollar bill?
A. You can still get four quarters out of a dollar bill.

Q. What do the Cowboys and  possums have in common?

A. Both play dead at home and get killed on the road!

Die Stadt bietet Attraktionen aller Art und besticht durch farbige Häuser und handgemalte Reklametafeln, auf denen vielfach „Family owned“ vermerkt ist. Man vergisst für einmal, dass in Amerika wohl nur noch Ketten von Restaurants und Warenhäusern existieren.

Nachdem ich die meisten Regeln dieses faszinierenden Spiels nun kenne, werde ich mich mit Fussball schwertun. Zurück in Europa werde ich wohl nur noch wenige Fussballspiele in der ganzen Länge sehen. Ich meine, ich bin so Frei*...*schweizerischer Fussball-Insider

dieses liess der Police Officer gelten
Harbor Bridge
USS Lexington im Hafen von Corpus Christi
Auf dem Heli steht: DONT BOTHER RUNNING, YOU'LL ONLY DIE TIRED
War and Peace
Oyster Bar in Corpus Christi
Restaurant in Port Aransas
Strassenszene in Corpus Christi
160 Meilen nach Süden zieht sich dieser Strand, bis South Padre Island
Geier Sturzflug
Batman lebt!
Strassenszene in Corpus Christi
Skyline von Corpus Christi
Von der Bar im 22. Stock im Hotel Omni, Blick über die Corpus Christi Bay
ganz schön flach...
 we are sailing...
this is America!
The winner takes it all!

so long guys

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

super Blog und noch so rechtzeitig, dass ihn Deine Mutter bereits morgen druckfrisch lesen kann.
Reguuula

Anonym hat gesagt…

Das tolle am Football (und Rugby) ist auch, dass die Spieler nicht solche Jammerlappen, wie die Fussballerspieler sind. Stell dir mal vor, ein Fussballer muesste einen Football- oder Rugbymatch durchstehen! :-D

Anonym hat gesagt…

American Football = gääääääääääääääääähn !
Das einzig Gute daran sind doch die Cheerleaders,,,, ;-) ;-) Tuff

Anonym hat gesagt…

hey, das ist geiler Sport, da geht's Tuff Tuff!
naja, bei den Fussballern käme da das Problem mit den mehr als 2 Regeln auf:-)
Gruss Guggi

Anonym hat gesagt…

Wenigstens kannst Du da die Police umrennen - dann ärgern die, dich nicht mehr mit Bildern löschen und wir können weitere super Bilder begutachten. Neben klasse Berichten.
Michi

Anonym hat gesagt…

Die spinnen, die Amis. Bestätigen meine Meinung, diese Officers. Alex for Am.Football!Für dieses Spektakel würde ich auch eine Saisonkarte kaufen!!(Obwohl er wahrscheinlich kaum mehr als 10 Min. spielen würde, um dann den Rest der Saison verletzt zu sein)
Ist wieder ein super Bericht... auch ohne Film ;-)
de coifför

Anonym hat gesagt…

Super blog ! Les photos sont géniales ! Nos routes se croisent au Texas et on a hâte de découvrir la suite de votre périple. On vous souhaite bonne route !!! See you on site 37 !! Aline & Eddy

Anonym hat gesagt…

Also, ich gebe ihm genau 5 Sekunden und wenn er spucken würde wäre er der Rest von seinem Leben wieder Fussballer:-)

Anonym hat gesagt…

The rabbit is under the table... Cindy and Jenny

Gerold Guggenbuehl hat gesagt…

smile, good try, but it is not correct! Gérald

Gerold Guggenbuehl hat gesagt…

or maybe you mean it in another way, Cindy and Jenny?