730andmore

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Dieses Blog wurde im März 2010 eröffnet. Am 1. April 2010 starteten meine Frau Sabina und ich zu einer 2-jährigen Weltreise, die uns durch die USA, Karibik, Kroatien, USA, Kanada, Hawaii, Australien und Thailand führte. 730 Tage später waren wir wieder in der Schweiz sesshaft. Das Reisen wird uns nie mehr loslassen. Ebenso die Fotografie.

12. Juli 2010

Moab! Canyon Lands, Arches NP, Potash Ponds und vieles mehr!


Moab, Utah, where adventures begin

Was waren das für Tage in Moab? Was ist das für ein Land? Moab, das nur auf der Landkarte liegt, weil nach dem 2. Weltkrieg und bis heute Uran abgebaut wird. Moab, das Dorf, das inmitten einer Natur liegt, die schöner nicht sein kann. Wo die Motels Red Cliff oder Red Rock Inn und Riverside Lodge heissen, mit gefühlten 10 Best Western. Moab, von dem ich noch nie etwas gehört hatte und die Radiosender Titel wie "Our houses are protected by the good Lord and a gun" oder "I'm not the type to work in a bank, I'm no good at slappin' on things, don't have a knack for makin' motors crank, no, but I'm pretty good at drinkin' beer" spielen.

Ein Dorf umgeben von National Parks, die "Island in the Sky", "Dead Horse Point" und "Needles" oder einfach nur "Maze" heissen und das mit den Begriffen "Arches" und "Canyonlands" zusammengefasst wird. Mit hunderten von Hikes und Trails oder für Wasserratten Riverrafting auf dem Colorado River. Ein Gebiet wo der Green und der Colorado River zu mancher Jahreszeit in einem Farbenspiel zusammenfliessen. Ganz einfach fantastisch! Was wir nicht ganz begreifen, warum der Colorado River (früher the Grand) nach dem Zusammenfliessen seinen Namen behält. Nicht nur, dass der Green River viel länger ist und 70 % mehr Gebiet entwässert, er bestimmt auch die Farbe des Colorados, ausser wenn der Colorado seine roten Tage hat...!

Gerne würde ich auch über die "dumben" Amis schreiben, meinen Zynismus ausleben. Aber nichts da. Wenn man sich für die Leute und das Land interessiert... Wir haben nur beste Erfahrungen gemacht! Mein Englisch ist mittlerweile etwas besser geworden, so wurde ich auch schon gefragt, aus welchem Teil von California ich stamme und das immerhin nach ein paar Sätzen...

Nachdem wir unsere neuen, deutschen Freunde, Simone und Jens, verabschiedet hatten, wurden wir aktiv und besuchten den Arches NP. Ein Nationalpark, in der Mutter Natur ein bisschen spielen wollte. Arches und Natural Bridges zu Dutzenden, Felsengebilde mit den Namen "Park Avenue (New York)" "The Organ", "Tower of Babel", "Devils Garden" und mehr. 

Man könnte ein ganzes Leben hier verbringen und hätte immer noch nicht alles gesehen. Einige tun das. Wie Tim unser Pilot. Wir charterten an einem Montag einen Jet. Um 8am waren wir am Flughafen. Uns begrüsste ein kleiner, älterer, unscheinbarer Cowboy in Jeans und rotem Hemd. Aber mit einer Ausstrahlung. Augen, klar und hell und einem Blick aus Stahl. Wie Seeleute, die ihr ganzes Leben lang nur die Weite der Welt sahen. Eine natürliche Autorität ausstrahlend und dessen Frage "Are you prepared?" ich beinahe salutierend mit "YES, SIR!" beantwortet hätte. 

Er betrachtete kurz mich und dann Sabina. Die Würfel waren gefallen. Der Platz an seiner Seite in der vierplätzigen Cessna gehörte meiner Frau. Ganz kampflos sollte ihm dies aber nicht in den Schoss fallen. Und so zierte ich mich ein bisschen, als er mir die Vorzüge der hinteren beiden Kindersitze pries. Meine Entscheidung war natürlich längst gefallen. Ich dränge mich doch nicht für lächerliche zwei Stunden zwischen zwei Seelenverwandte! 

"Ueber den Wolken..." da waren aber keine Wolken und trotzdem war die Freiheit grenzenlos. Nach gefühlten 30 Metern Starten, hoben wir ab. Und von da an genoss ich diesen Flug in vollen Zügen. Tim behandelte Sabina wie ein frischgeschlüpftes Küken und kaum schüttelte es uns einmal durch, versprach er ihr, dass er alles tue, damit das nicht wieder vorkommen würde. Hat er aber nicht geschafft!:-) 

Und dieser Mann strahlte vielleicht eine Ruhe aus. Kari Beyeler war einmal tief beeindruckt, als er den Kommandanten der Patrouille Suisse kennenlernte. Genauso ging es mir. Ein Riesentyp! 

Er zeigte uns sein Land und lobte seinen Flieger. Das ist Berufung pur! Das waren für mich zwei Glanzstunden in meinem Leben. Sicher besser als der erste Sex, sorry, Gaby und Susanne (hey, just kidding...)... Ich habe über 300 Fotos geschossen, die ich mir immer wieder anschauen werde und bei denen sicher ein paar der Besten meines bisherigen Lebens dabei sind. Und Sabina und Tim verstanden sich prächtig, das sah man auch ihren Fotos an, ausnahmsweise sind die Flug-Bilder alle von mir...! 

Er erfüllte alle unsere Wünsche und flog wegen Sabina so nahe an einem Pueblo vorbei, dass er seine Lizenz hätte verlieren können. Und den "Thelma and Louise-Point", wo die Schlussszene des Lieblingsfilms von meiner Frau gedreht wurde, zeigte er uns zweimal.

Und ich schwöre, als sich die beiden zum Abschied küssten, hatte Tim fast Tränen in den Augen. Ja, wenn man älter wird, gibt es wohl Momente, in denen man 20 Jahre jünger sein möchte! So ganz nebenbei. Wir flogen mit einer lebenden Legende. Tim Martin war der erste Pilot, der unter den Arches und Natural Bridges durchgeflogen ist. Einer der besten Piloten in diesem Gebiet überhaupt. Danke Tim! http://www.swaviator.com/html/issueSO02/Arch91002.html

Als wir uns von ihm verabschiedet hatten, fragte uns ein Security-Officer des Flughafens nach unserem Befinden. Er erzählte uns, dass Tim Martin letztes Jahr auf einem Passagierflug einen kompletten Maschinenschaden zu beklagen hatte. Er landete das Flugzeug sicher auf einer Landstrasse, die Passagiere hätten dank seiner Ruhe nicht einmal bemerkt, dass ein Notfall eingetreten war!

Die Cessna 172, Skyhawk genannt, kann man in der Luft bis auf 45 Knoten (ca. 90 km/h) abbremsen und kann daher auf kürzesten Strecken landen. Die Reisegeschwindigkeit beträgt 110 Knoten, die maximale Flughöhe 4100 Meter. Das Gefühl in diesem Flieger ist Genuss pur!

Der Officer gab uns auch den Tipp, Saurierfusssabdrücke zu besichtigen. Eigentlich schon unglaublich, man sieht diese Abdrücke und stellt sich vor, dass vor hunderten vor Millionen Jahren ein riesengrosses Tier in Panik durch Lava gerannt ist und wir heute noch diese Spuren sehen können!

Am nächsten Tag mieteten wir einen Jeep, um das Off-road-Feeling geniessen zu können. Ueber die Potash-Road fuhren wir auf den White Rim Trail. Man sollte allerdings nicht vergessen, dass Rim auf Deutsch Kante heisst. Ab und zu fuhren wir keinen Meter neben hohen Abgründen. Den Shafer Trail hatten wir schon mal von oben und aus der Luft gesehen. Den wollten wir uns nicht entgehen lassen. Wahnsinn, man fährt direkt auf eine 300 Meter hohe Wand zu und kann sich nicht vorstellen, wie man diese Wand mit einer Strasse überwinden kann. Sozusagen Angels Landing für 4mal4!

Nun haben wir einen Kleber am Trailer "London, Tokyo, Paris, Moab". Wer jemals die schönste Gegend der USA sehen möchte, Moab ist great!

Jetzt sind wir schon wieder in Torrey, im Capitol Reef National Park. Weiter wird es durch's Grand Stairs Escalante National Monument, in den Bryce Canyon und ins Kodachrome Basin gehen!

Zusammenfluss von Green River (links) und dem Colorado River

Schöne Stunden während des Fussball-WM-Finals, 
da hatten wir den Pool drei Stunden fast nur für uns!
gelernt ist gelernt, KOA Campground Moab

Arches Nationalpark
ein Window im Abendlicht
bei Esoterikern sehr beliebt
im Arches Nationalpark
Park Avenue im Arches NP


"Island in the Sky" und "Dead Horse Point" hatten es uns angetan. 
der Green River hat sich durch die Gesteinsschichten gefressen
vom Dead Horse Point auf Island in the Sky, hier der Colorado River
Potash Ponds werden wir später aus der Luft bewundern können
geniale Abendstimmung am Dead Horse Point
Eine Safari ist unser Trip bis jetzt nicht...

Cessna 172, Skyhawk, Pilot Tim Martin und Sabina und auch ich freuen sich auf den Flug nach Monument Valley und (hoffentlich) zurück
das U-Boot
von Aliens oder von der Erde gemacht? 
Richtung Island in the Sky
der Colorado River
Airport Tower
Toblerone
Richtung La Sal Berge
Plötzlich wechselt die Gegend ihr Aussehen

man könnte sich ziemlich einfach verlaufen...
 wo das genau ist, habe ich nicht mehr herausgefunden
schon sind wir über den Felsen des Monument Valleys
auch vom Boden aus spektakulär, aber über diese mächtigen Felsen zu segeln ist unbeschreiblich schön
 irgendwann steht nur noch der Mittelfinger...
 bis zu 300 m hoch ragen die Felsen aus der Ebene
 ich hätte gern noch eine Runde gedreht
Wunsch erfüllt
 auf einem der Hügel kann man mit den Navajos übernachten... Sentinel Mesa, West Mitten Butte und wie sie alle heissen...
heim geht's
 eine wunderbare Welt, die uns zu Füssen lag
schon wieder auf dem Rückflug
Gooseneck State Park, San Juan River
einfach wunderschön!
ich geb's zu, ich konnte mir nicht alle Valleys merken
ich bin nicht mal sicher, ob alle Gebiete einen Namen tragen
 wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus
 wenn man da ausgesetzt wird?
 irgendwann lasse ich mir davon ein Poster anfertigen
 im Hintergrund die La Sal Berge
Flügel-Spiegel
der Colorado River
 Zusammenfluss des Green und Colorado Rivers
 Big Bend
Maze
Island in the Sky
auf dieser Strasse erkundet man die Insel im Himmel...
linke Bildmitte: von hier stürzten sich Thelma and Louise in den Tod
 Shafer Trail, nur was für gute Nerven (mit dem Auto)
 es gibt einige Big Bends in dieser Gegend
die Potash Ponds
 Farbe wird zur schnelleren Verdunstung beigefügt
 hier wird Salz gewonnen
 unwirklich, mitten in der Wüstenlandschaft ein Farbenspiel
 im Hintergrund Island in the Sky
 vom Deadhorse Point kann man auf die Potash Ponds blicken, allerdings nie so spektakulär wie hier aus der Cessna
Potash Ponds, Moab, Utah
 die Fabrik zur Salzgewinnung

 rechts Arches National Park
 die Strasse nach Island in the Sky
 ein wunderbarer Flug geht zu Ende
 danke Tim!
eine letzte Erklärung
auf den Kindersitzen

im Castle Valley
Saurierfussabdruck

auf dem Weg zum Shafer Trail
die Strasse führt geradewegs in die Felswand
der Shafer Trail
nichts für schwache Nerven
wenn man meint, man hat's geschafft, fährt man auf dem Rim ca. 2 Meilen dem Abgrund entlang, man beachte das Auto in der oberen Bildmitte
puh, done!
jetzt auf den Gemini Trail
die Strasse Richtung Crescent Junction, der US Highway 191
Das Adrenalin in Strömen ausgeschüttet, erlaubte mir Sabi den Gemini Trail mit Volldampf zu nehmen. Ja, nicht gerade umweltfreundlich, aber mega-geil! Ein paar Mal wäre mir sogar lieber gewesen, wenn sie mich zur Vorsicht gemahnt hätte!:-)
hey, nicht übermütig werden!


so long guys

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Willkommen im club der Shafer and white rim fans ! Wo landet ein 4WD, wenn er in den canyon fällt ? Genau, im Lake Powell, nach etwa einer Woche.

Gruess vom Werner

Anonym hat gesagt…

Hi Werner, ja absolute Moab Fans! haha, wegen Lake Powell!:-)

liebe Grüsse Guggi

Anonym hat gesagt…

Hi ihr Beiden,
den Flug haetten Jens und ich wirklich gerne mitgemacht! Zum Gooseneck sind wir auch gefahren und fanden den superschoen. Vom Gran Canyon haben wir leider nicht mehr allzu viel gesehen, wir haben uns wohl zu lange in Moab aufgehalten... ;-)
Viele liebe Gruesse,
Jens und Simone

Anonym hat gesagt…

Hi ihr Beiden! Ja, Badeferien in Moab:-)! Macht ja auch nicht jeder!:-) Naja, nach Canyonlands ist der GC auch nicht mehr so wahnsinnig, finden wir jedenfalls! Heute waren wir im Bryce und haben am Abend das Rodeo besucht! Cool! Wann seid ihr in Tennessee? liebe Grüsse Gerold