730andmore

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Dieses Blog wurde im März 2010 eröffnet. Am 1. April 2010 starteten meine Frau Sabina und ich zu einer 2-jährigen Weltreise, die uns durch die USA, Karibik, Kroatien, USA, Kanada, Hawaii, Australien und Thailand führte. 730 Tage später waren wir wieder in der Schweiz sesshaft. Das Reisen wird uns nie mehr loslassen. Ebenso die Fotografie.

13. Juni 2010

Im Wilden Westen


Auch Instruktoren irren sich. Dank unserem fuhren wir ein weiteres Mal völlig falsch beladen von Phoenix nach Flagstaff. Wir liessen die riesige Ebene der Hauptstadt von Arizona hinter uns. Ich fragte mich wieder, wo wohl die Einwohner der Stadt an diesem einen Freitagnachmittag geblieben waren. Immerhin ist sie die 5. Grösste der USA und wir sahen nur ein paar irre Comics-Freaks!

Die Fahrt wäre an und für sich wunderschön. Immer wieder geht es auf 10-20 Meilen Abschnitten stetig aufwärts, dann fährt man über riesige Bergrücken, mit weiter Sicht ins Land. Böen rasen über riesige Felder von gelbem, hüfthohem Gras und malen immer neue  Bilder in die Steppe.



Leider zerrten diese Winde auch unseren Travel Trailer einmal in diese und einmal in die andere Richtung. Die Fahrt wurde nicht gerade zu einem Alptraum, war aber extrem mühsam. Im Internet fand ich dann später die Antwort; zu wenig Gewicht im Zugfahrzeug und zu viel im Heck. Was die Beladung ausmacht, merkten wir dann auf der Fahrt von Flagstaff nach Monument Valley. Obwohl ein wirklich heftiger Seitenwind blies, war die Fahrt mit dem leichten Anhänger fast entspannend!

Aber auf der Fahrt nach Flagstaff werden die Sträucher und Gräser am Rande des Highways immer höher und bald einmal (so nach 100 Meilen(-:) fährt man durch riesige Wälder aus Ponderosa Pines. Flagstaff liegt auf 2100 Meter über Meer und ist eingebettet in eine Kegellandschaft, deren Vulkane vor nur 1000 Jahren das letzte Mal ausgebrochen sind.

Die Stadt zählt etwa 58'000 Einwohner, wurde vor rund 130 Jahren gegründet und liegt auf der Route 66, der Strasse des Leidens und der Freude. Gut gegessen haben wir im Hotel Weatherford in Down Town, ein wirklich pittoreskes Hotel. Und vom Hotel Monte Vista sagt man, dass dort Szenen von Casablanca gedreht wurden.


Von Flagstaff aus erreicht man mühelos den South Rim des Grand Canyons, über den Oak Creek Canyon  geht's nach Sedona mit seinen Red Rocks und diverse andere sehenswerte Orte sind in der Nähe. Sedona besuchten wir zweimal, vor allem um über die Devils Bridge zu laufen, die man in einem 2-stündigen Fussmarsch und ein paar Klettereinheiten erreicht. Gut, ich muss mir ja nichts mehr beweisen und ausserdem muss jemand fotografieren. Auch das junge Pärchen vor uns schaffte den ganzen Lauf nicht, sondern wie Sabina, einen guten Drittel. Der auf YouTube, echt, der hat Mut!:-) http://www.youtube.com/watch?v=zhE0C1nFZP4


Aber auch der Messi im Ghosttown von Jerome, auf einer atemberaubenden Passstrasse zu erreichen, der mit seinem Wahn auch noch gutes Geld verdient, hat uns gefallen. Das Dorf selber zählte mal 15'000 Einwohner bis in den frühen 30er Jahren die Kupferpreise ins Bodenlose fielen. Vom Bodenlosen ist aber noch ein Schacht einer Mine erhalten, der fast 700 Meter tief ist (und etwa ein auf ein Meter breit(-:). Nachdem irgendwann nur noch ein Bewohner gemeldet war, haben Künstler das Dorf in Beschlag genommen und heute darf man deren Flair für einmal tatsächlich schnuppern.


Unsere grösste Schwierigkeit besteht darin, das Tempo aus der Reise zu nehmen. Immer noch haben wir das Gefühl, als seien wir auf einem 3-Wochen-Trip und ein Tag ohne Aktivität sei ein verlorener Tag. So verbrachten wir immerhin 3 Tage am Stück im Campground. Der Alltag ist beim Campen allerdings eingezogen; Finger einklemmen, deren Nägel brechen, Abwassertank leeren (und füllen und leeren), Staub saugen, Essen besorgen und bereiten, Weiterreise vorbereiten, Reservierungen tätigen, Kontakt nach Hause halten. Wirklich ganz unspektakulär.

Auch Flagstaff liegt nun hinter uns und wir sind im Monument Valley angekommen, das dem Wilden Westen ein Gesicht gegeben hat. Und da kann man von Spektakel pur sprechen. Die Szenerie dieser Eisenoxid-haltigen Felskolosse ist wirklich einmalig. Ebenso die ganze Gegend mit dem Gooseneck-State Park als Beispiel, aber sogar 100 Meter von unserem Campground entfernt könnte man über einen Arches laufen!


Nur die Navajo-Indianer, die in einer 300-köpfigen Community für alle touristischen Aktivitäten inklusive Unterkünfte verantwortlich sind, die haben uns wahrlich nicht nett empfangen. So was von ablehnend und schnoddrig habe ich selten erlebt. Nach 3 Tagen glauben wir aber, dass wohl irgend etwas passiert sein musste. Jedenfalls erlebten wir sie einen und zwei Tage später schon sehr viel herzlicher. Entweder gab es vor unserer Ankunft ein Verbrechen in der Gemeinschaft oder der Häuptling hat Alkohol schon wieder für die nächsten 2 Jahre aus dem Gebiet verbannt. Denn, ein Bud Light, das gibt es hier nicht!

Ihre Verkaufsstände (nur "native" Schmuck) sind genau so trostlos wie ihre Besiedlungen und ihre Musik. Und dies alles ohne Alk, hey, da würd' auch ich mit "ner Schnutte" rumlaufen! Aber eigentlich sind sie ganz nett und so habe ich eines Abends mit einem Indianer über Soccer und die WM fabuliert! (Sein Tipp: USA, meiner: Schweiz, zéro points...)

Anyway, schön war's hier trotzdem, morgen geht's weiter nach Page am Lake Powell!

so long

und wie sagt Sabina immer: "Spinner gibt's hier überall!"

"genau wie Hunde"

"und Canyons"

"und Museen"

"und Canyons"

"und Felsen"

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Und wenn Du dann am Marterpfahl mit dem verbotenen Bud in der Hand stehst, vergiss nicht deine letzten Worte... "Hopp Schwiiz!"
Die Landschaft sieht wirklich atemberaubend aus,wunderschön!
Weiterhin viel Spass Blutsbruder "langes Haar",
Gruss von "der mit der Schere tanzt"

Anonym hat gesagt…

Es wäre nett von Bruder, der mit der Schere tanzt, wenn der Fluch, "ehemals-Blondhaar und heute two left hand-kann-nicht-Haare-schneiden", aufgehoben würde... sehe langsam aus wie Big Foot!

Anonym hat gesagt…

Die Indianer kenn ich doch - vor vielen Jahren hatte ich mal Streit mit denen. Haben die mich doch am Morgen im Schlafsack geweckt - denen hab ich aber meine Meinung gesagt! Später habe ich sie doch verstanden, habe ich doch auf deren Touri-Verkaufsstand am Strassenrand genächtigt, wer konnte das schon ahnen? Gruss Seemä

Anonym hat gesagt…

Einmal mehr geniale Aufnahmen! Hey.... du verwechselst da den Träller-Contest mit der WM!!! No way zero points :-) "Hooooooooooopppp Schwiiiiiiizzzzz" (verstaht ja eh keinä bi Öi) us voller Kehle (ok mit Bud inside wird's äs gurgele... aber au schön und sicher weniger Lut wie die Vuvuzuelas). Liebä Gruess - Andrea

Anonym hat gesagt…

he Seemä,da siehst Du, dass sie keinen Geschäftssinn haben; ich hätte Dir einen Zettel umgehängt: "walrus moustache wale whale for sales!":-) Guggi

Anonym hat gesagt…

Andrea; Zéro point! Auch an der WM, I bet 5 Bucks! Guggi

Anonym hat gesagt…

ei sink positiv ;-) liebe grüsse bäck - andrea

Anonym hat gesagt…

ja ja ja ja ja ich wusste es doch!!! en härzliche gruess us dä schwiiz - andrea

Anonym hat gesagt…

ja Guggi, die 5 bucks hast Du verspielt.
Yesss, la Suisse 3 points, L'Espagne (oder so)
zero points... Schon einen Punkt mehr als Von der Heidi.... Gruss Tuff

Anonym hat gesagt…

:-) darum habe ich ein zwiespältiges Verhältnis zu Fussball... ist immer auch Zufall:-) Guggi

Anonym hat gesagt…

grins @ 5buck-lost-guggi :-) so lange uns die punkte zufallen wäre mir selbst der zufall noch zufällig ganz cervelat! liebe grüsse - andrea

Anonym hat gesagt…

Zitat:

Im Internet fand ich dann später die Antwort;

zu wenig Gewicht im Zugfahrzeug und zu viel im Heck.



Liebe Sabina

Lass doch deinen auch mal ans Steuer …

bb, kh

Anonym hat gesagt…

big smile, Guggi