730andmore

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Dieses Blog wurde im März 2010 eröffnet. Am 1. April 2010 starteten meine Frau Sabina und ich zu einer 2-jährigen Weltreise, die uns durch die USA, Karibik, Kroatien, USA, Kanada, Hawaii, Australien und Thailand führte. 730 Tage später waren wir wieder in der Schweiz sesshaft. Das Reisen wird uns nie mehr loslassen. Ebenso die Fotografie.

26. Juni 2010

Lake Powell, Antelope Canyon, Rainbow Bridge und Horseshoe Bend und die 3 Eidgenossen

im Antelope Canyon

Sleepless in Monument Valley. Jemand hat mir die News von den in den USA ertrunkenen Campern gesendet. Es wäre aber besser gewesen, wenn nicht gerade in der gleichen Nacht ein grausiges Gewitter über unseren Campground gezogen wäre. So habe ich Stunden den Windböen zugeschaut, die das herab prasselnde Wasser waagrecht durch den Canyon getrieben haben und mich gefragt, wann es uns den Wohnwagen unter dem Arsch wegschwemmt. Danke!:-) Wenigstens hatten wir am Tag der Abfahrt noch einen blauen Himmel zu sehen bekommen.

Die Gegend am Lake Powell ist ein unglaublich schönes Gebiet. Page, die Stadt am Glen Canyon Dam, wurde 1957 gegründet. 1963 war der Damm fertig und 1980 der Stausee erstmals ganz gefüllt! Der See ist je nach Angaben, 120, 150 oder sogar 170 Meilen lang, mit unzähligen gefüllten Seiten-Canyons. "You can spend a lifetime to explore the lake!" Die tiefste Stelle ist 170 Meter, per Zufall beim Damm. Gespiesen wird er vom Colorado-, San Juan River und einigen anderen Zuflüssen. Zur Zeit ist er aber nur zu 56 % gefüllt. Nach anderen Angaben hat er seit 2000 60 % seines Wassers verloren. Fakt ist, dass seit 5 Jahren Dürre herrscht. Aber genau für solche Zeiten wurde der See gestaut. So muss kein Dorf, keine Stadt und keine Plantage Wasser oder Strom sparen. Und das im halben Südwesten des Landes. Würde die Brücke beim Staudamm nicht sein, man bräuchte 200 Meilen um ans andere Ufer zu gelangen! Die Menschen hier sind total easy und stolz auf ihr Gebiet.

Die Umgebung bietet viele Sehenswürdigkeiten, wie den Antelope Canyon. Der ist aber in der Hand der Navajo-Indianer, die immer weniger zu meinen Freunden zählen, und nur per gebuchter Tour zu besichtigen. Alle 2 Stunden werden ca. 200 Touristen in 10-12 Gruppen heran gekarrt. Dann hat man im Canyon eine Stunde Zeit. Eine gute Foto zu schiessen, ist gar nicht so einfach. Erstens ist das Licht zu Dunkel für Fotos ohne Blitz, also bräuchte man ein Stativ (das nur auf einer in Monate voraus gebuchten Tour erlaubt ist) und zweitens ist er rappelvoll! Trotzdem, ein wunderschöner Canyon und die Umstände wert.

Um die weltberühmte Rainbow-Bridge, die grösste natürliche Brücke der Welt zu bestaunen, muss man auf dem See 50 Meilen südwärts rasen. Wir mieteten ein Powerboat mit 150 PS. Frühmorgens um halb sieben ging's aus den Federn. Die 45-minütige Einführung haben wir auf 5 Minuten reduziert. Erstens hat Sabina die Bootsprüfung und in mir erkannte der Instruktor den Seebueb, dem Wellenstampfen schon in die Wiege gelegt wurde. Die Familie, die im Boot neben uns ihre Instruktionen erhielt, ist wahrscheinlich weit entfernt von jeden Wassern aufgewachsen. Ich bin nicht sicher, ob die es an diesem Tag noch auf den See geschafft haben. Und als dann Sabina, eine Frau, das Boot rücksetzte und in gekonntem Bogen die Ausfahrt ansteuerte, klappten die Münder dieser Menschen nicht mehr zu.

Auf den verzweigten Armen des Sees haben wir uns aber gleich in den ersten beiden Stunden zweimal heillos verfahren. Auf hoher See übernahm ich das Steuer, wohl darum. Im Ernst, da traten dann doch Unterschiede auf. Okay, manchmal habe ich die Wellen ein bisschen unterschätzt und so flogen wir mehr über Wasser, als dass man es ein Gleiten nennen konnte. Aber ein Bootsausflug ist nun mal kein Sonntagsspaziergang. Meine Allerliebste wollte das nicht wahrhaben. Sie meinte, ich könnte alle Wellen im 45 % Grad Winkel abreiten, auch wenn sie aus 4 verschiedenen Himmelsrichtungen kamen! Da flogen wieder einmal so richtig die Fetzen. Ist halt im Zürcher Oberland aufgewachsen, meine Liebste!

Der herrliche See vereint auch Morgenmuffel ohne Frühstück im Magen und so preschten wir der Rainbow-Bridge entgegen. Auf einem kurzen Fussmarsch erreicht man die Brücke. Beeindruckend. Vor Jahren floss das Wasser noch unter der Brücke durch und dass man nicht darunter durchmarschieren darf, nur weil die Navajos meinen, die Bridge bilde den Lauf der Sonne nach und sei ihnen heilig, macht mir die Ureinwohner nicht sympathischer!

9 Stunden auf dem Wasser reichen auch einem Seebueb. Am Abend genossen wir die zweitbeste Gazpacho unseres Lebens und ein New York Steak, perfekt medium rare gebraten. Entgegen vielen Unkenrufen haben wir in den USA bis jetzt nur gut gegessen. Nach diesem Mahl konnten wir einmal mehr einen schönen Sonnenuntergang erleben und viel später die Sternenpracht des Himmels von Arizona!

Den Horseshoe Bend haben wir zweimal besucht. Unglaublich, man kommt an ein Cliff und sieht ein Hufeisen vor sich, das der Colorado in Millionen von Jahren geschliffen hat. Die Wände fallen steil 300 Meter in die Tiefe, ohne Warntafel und Sicherungsketten. Für nicht Schwindelfreie ein Horror. Aber, wenn man dort steht und der "Sound of Silence" der Naturwunder einem entgegenschlägt, pulsiert das Blut sowieso schneller als üblich. Für mich das bisher Eindrücklichste auf unserer Reise!

Eine Riverrafting-Tour wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. In alten School-Bussen wird man durch einen zwei Meilen langen Tunnel an den neuen Anfang des Colorado-Rivers gefahren, gleich nach dem Staudamm. Echt spektakulär! Die Fahrt selber ist dann eher wieder etwas für Warmduscher, Beckenrandschwimmer und Oberländer... Trotzdem ist es natürlich herrlich, zwischen majestätischen Wänden auf diesem Fluss zu fahren.

Nach kurzer Fahrt von Monument Valley schauten wir schon über den Lake Powell
Die Staumauer des Sees
im Antelope Canyon
you'll never walk alone...
Ein Wahnsinn, der Horse Shoe Bend nahe Page

an Höhenangst leidet diese Echse sicher nicht
endlich im Flachwasser auf dem Lake Powell
Halt schon herrlich, wenn's etwas schneller geht...
Schon wieder zu Spässen bereit!
Bettelnde Karpfen? Die gibt's!
am Tagesziel, die Rainbow-Bridge, die grösste natürliche Brücke der Welt
Der Mensch so klein... in Navajo-Hand, ja nicht unter der Brücke durchlaufen!
ein Kohlekraftwerk!
Hausboote sind wie Ferienwohnungen, eher selten genutzt
rötliches Sonnenlicht erhellt die Szene
Staumauer und Brücke über den Colorado River
Der Horseshoe Bend von unten!
Ganz klein ist auf dem Cliff ein Mensch zu erkennen!
Auch Oberländer nehmen's locker:-)
Natürlich gibt es noch mehr in der Gegend, wie die hängenden Gärten... auch ganz schön.

Es war eine herrliche Zeit am Lake Powell. Aber etwas gibt es dort nicht:

Die 3 Eidgenossen

Manchmal, da sind sie ganz einfach da, spontan fallen sie ein
Nein, es sind keine Freunde, es ist kein Verein
Sie setzen sich fest in meinen Gedanken
Alles andere bringen sie ins Wanken.

Schön prächtig liegen sie vor mir bereit
Nur ein Griff, es ist doch nicht weit
In den Regalen da prangen sie mir entgegen
Es sind aber nicht die Echten, von wegen

Manchmal am Abendtisch, in unserer kleinen Nische
Da schwimmen sie in Gedanken vorbei, wie schmackhafte Fische
Dann läuft mir der Mund mit Wasser ganz voll
Oh, so ein Ding, das wäre jetzt toll

Würde ich jetzt meinen Kopf schütteln, dann würde, was sie Brot nennen
Und das ich nur als pampiges Mousse lernte kennen
Wie Hundegesabber ans Slide-out-Fenster klatschen
Und ich würde weiter von den 3 Eidgenossen tratschen

Ja, so ein Landjäger, eine Bratwurst oder ein knackiger Cervelat
Aber in diesem Teil der Welt, ist keiner der 3 Eidgenossen da
Oh, noch garniert mit einem Bürli, mit fester Rinde
Ich wäre glücklich, wie die Mutter mit ihrem Kinde


so long guys!













19. Juni 2010

Page, Lake Powell oder wenn ich so richtig Kohle hätte

der Horseshoe Bend nahe bei Page, Arizona

Ich meine, so richtig viel Geld. Dann würde ich 3 Wochen Ferien nehmen, nach Phoenix, Denver oder Salt Lake City fliegen und von dort in einem kleinen Jet nach Page, Arizona. Page ist die Ausgangsstation für Ausflüge am und auf dem Lake Powell. In dieser Ortschaft würde ich ein richtig schönes Hausboot mieten, so 12'000 USD die Woche, ein befreundetes Pärchen, das sich auf Weltreise befindet, einladen und mit einem Powerboat und 2 Jetskis einschiffen. Allenfalls würde ich ein weiteres Pärchen mit 3 Kindern fragen, oder ein anderes das den Namen trägt, der der Jahreszeit entspricht, ob sie nicht Lust hätten, mitzufahren. Den Tag würde ich mit Wasserski-, Jetski-Racen, Canyons bestaunen und an einer sandigen Beach, die 35 Grad am Schatten im kühlen Wasser des Sees geniessen, ausfüllen.

Am Abend würde ich das kalte Bud schlürfen, die Steaks auf den Grill hauen und zum Essen einen Cabernet kredenzen. In dieser Woche würde ich unzählige Canyons kennenlernen, 150 Meilen rauf und 150 Meilen runter gondeln und die 2000 Meilen Küstenlänge geniessen. Ein Besuch der stattlichen Rainbow-Bridge gehört natürlich dazu. Ueber die 3 Meter hohe Wasserrutsche würde ich die Unbeschwertheit meiner Kindheit aufkommen lassen und die herrlichen Sonnenauf- und untergänge auf Cellulid festhalten, so dass ich auch mal eigene Fotos als Wallpaper brauchen kann.

Wenn ich dann vom Schaukeln auf dem herrlichen See genug hätte, würde ich ins Motorhome umsteigen und den Grand-, Zion- und Bryce-Canyon besuchen. Und immer am Abend würde ich um das Lagerfeuer sitzen, meinen Freunden von vergangenen Abenteuern erzählen und von zukünftigen träumen. Nach diesen 3 Wochen würde ich entspannt den Heimflug antreten und gerüstet sein, für die kommenden Aufgaben im eigenen Geschäft.

Ja, das würde ich machen, wenn ich es mir leisten könnte...!

wahrlich ein Hausboot
Rainbow-Bridge
unzählige Arme gehen vom Hauptsee weg
auf dem Lake Powell

so long guys


13. Juni 2010

Monument Valley oder Im Wilden Westen

Monument Valley

Unsere grösste Schwierigkeit besteht darin, das Tempo aus der Reise zu nehmen. Immer noch haben wir das Gefühl, als seien wir auf einem 3-Wochen-Trip und ein Tag ohne Aktivität sei ein verlorener Tag. Der Alltag ist beim Campen allerdings eingezogen; Finger einklemmen, deren Nägel brechen, Abwassertank leeren (und füllen und leeren), Staub saugen, Essen besorgen und bereiten, Weiterreise vorbereiten, Reservierungen tätigen, und so fort. Wirklich ganz unspektakulär.

Flagstaff liegt nun hinter uns und wir sind im Monument Valley angekommen, das dem Wilden Westen sein Gesicht gegeben hat. Und da kann man von Spektakel pur sprechen. Die Szenerie dieser Eisenoxid-haltigen Felskolosse ist wirklich einmalig. Ebenso die ganze Gegend mit dem Gooseneck-State Park als Beispiel, aber sogar 100 Meter von unserem Campground entfernt könnte man über einen Arches laufen!

Nur die Navajo-Indianer, die in einer 300-köpfigen Community für alle touristischen Aktivitäten inklusive Unterkünfte verantwortlich sind, haben uns wahrlich nicht nett empfangen. So was von ablehnend und schnoddrig habe ich selten erlebt. Nach 3 Tagen glauben wir aber, dass wohl irgend etwas passiert sein musste. Jedenfalls erlebten wir sie einen und zwei Tage später schon sehr viel herzlicher. Entweder gab es vor unserer Ankunft ein Verbrechen in der Gemeinschaft oder der Häuptling hat Alkohol schon wieder für die nächsten 2 Jahre aus dem Gebiet verbannt. Denn, ein Bud Light, das gibt es hier nicht!

Ihre Verkaufsstände (nur "native" Schmuck) sind genau so trostlos wie ihre Besiedlungen und ihre Musik. Und dies alles ohne Alk, da würd' auch ich eine Schnutte ziehen! Aber einige sind ja ganz nett, jedenfalls habe ich eines Abends mit einem Indianer über Soccer und die WM fabuliert! Sein Tipp: USA, meiner: Schweiz, zéro points...

leider haben wir fürchterliches Wetter erhalten
finstere Gestalten
Blacky and Whitey
das John Wayne Museum in Goulding
Gooseneck State Park, fantastische Szenerie San Juan River
gar nicht so einfach wie es aussieht
keine Chance
jedem das Seine...
 erst am letzten Morgen riss der Himmel auf!

so long guys

6. Juni 2010

Flagstaff, Grand Canyon, Jerome und Sedona oder plötzlich Gefahr für die Miss Campground


Der Besitzer der Gold King Mine and Ghost Town nahe Sedona (Jerome)

Auch Instruktoren können sich irren. Dank unserem fuhren wir ein weiteres Mal völlig falsch beladen von Phoenix nach Flagstaff. Wir liessen die riesige Ebene der Hauptstadt von Arizona hinter uns. Ich fragte mich wieder, wo wohl die Einwohner der Stadt an diesem Freitagnachmittag geblieben sind. Immerhin ist sie die 5. Grösste der USA und wir sahen nur ein paar irre Comics-Freaks!

Die Fahrt wäre an und für sich wunderschön. Immer wieder geht es auf 10-20 Meilen Abschnitten stetig aufwärts, dann fährt man über riesige Bergrücken, mit weiter Sicht ins Land. Böen rasen über riesige Felder von gelbem, hüfthohem Gras und malen mal für mal neue Bilder in die Steppe.

Leider zerrten diese Winde auch unseren Travel Trailer, einmal in diese und einmal in die andere Richtung. Die Fahrt wurde nicht gerade zu einem Alptraum, war aber extrem mühsam. Im Internet fand ich dann später die Antwort; zu wenig Gewicht im Zugfahrzeug und zu viel im Heck. Was die Beladung ausmacht, merkten wir dann auf der Fahrt von Flagstaff nach Monument Valley. Obwohl ein wirklich heftiger Seitenwind blies, war die Fahrt mit dem richtig beladenen Anhänger fast entspannend!

Auf der Fahrt nach Flagstaff werden die Sträucher und Gräser am Rande des Highways immer höher und bald einmal fährt man durch riesige Wälder aus Ponderosa Pines. Flagstaff liegt auf 2100 Meter über Meer und ist eingebettet in eine Kegellandschaft, deren Vulkane vor nur 1000 Jahren das letzte Mal ausgebrochen sind.

"Hast noch 2 Meter, ja, halt gerade, etwas nach links, okay, komm, laangsaam, ja, gut, stopp, etwas vor, nein, nicht soviel, jetzt nochmals, zirka 20 Zentimeter, nach links, gut, stopp, bist zu weit links, etwas vor, gut, stopp, ja, jetzt zurück, ja, kommt gut, hey, weiter nach links, DU stehst zu weit nach links. Ja, jetzt, etwas vor und dann gerade zurück, ja, gut... okay, schau mal selber..." Park- und Fussbremse.

Endlich... wäre mein Schweiss jetzt rot, ich würde mich nicht wundern. Trailer andocken, raufkurbeln "like a Tippi!", so hoch, dass die tragenden Stützen eingehängt werden können. Tipp vom Nachbarn: "You should lever your back-hitchs" "Oh, it's always that hard!" "I mean, it's better to lever them!" AH, DIE! Verdammt, wenn du das Ding vorne hoch fährst, empfiehlt es sich, die hinteren Stützen auch hochzufahren. "Thanks!" Dann wieder runter. Geschafft.

"Lassen wir mal die Scheisse ab! Hier kommt nichts mehr! Wie sieht Panel aus?" "Ist immer noch auf 3! " Nützt alles nichts. Tipp vom Verkäufer: "Kauf einen garden hose!" Dann füllen, leeren, füllen, leeren, füllen, leeren, kann bis zu 2 Stunden dauern! 

Die Sonne brennt! "Sag mal, hast Du Dir wieder mal Deinen König im Brünneli gewaschen?" "Nein (hab ihn ja nicht gebraucht), warum?" "Wir haben Wasser hier, hinter dem WC... und in einem Kasten!" Kein Tipp vom Verkäufer...

Nur, der Scheisstank zeigt noch immer 3 statt 1! Ach was soll's, endlich sind wir in Flagstaff! Und nach guten 2 Tagen haben wir den Black-Water-Tank auch fast im Griff. Und dann geben wir uns einem Ruhetag hin.

Die Stadt zählt etwa 58'000 Einwohner, wurde vor rund 130 Jahren gegründet und liegt auf der Route 66, der Strasse des Leidens und der Freude. Gut gegessen haben wir im Hotel Weatherford in Down Town, einem wirklich pittoresken Hotel. Und vom Hotel Monte Vista, dem sagenumwobenen, sagt man, dass dort Szenen von Casablanca gedreht wurden und Geister den Gast nachts heimsuchen.

Zurück im Campground zeigt unser Heck des Travel Trailers Richtung der öffentlichen Dusche und der Laundry, nur etwa 20 Meter davon entfernt. Schön. Sieht man mal die Campbewohner, die da ihren täglichen Aufgaben nachgehen. Aber, wie schon beim letzten und vorletzten Camp, weit und breit keine Konkurrenz für Sabina. Nicht schon wieder eine Miss Campground Wahl ohne Beteiligung!

Aber plötzlich war da Gefahr! Durch's Fenster sehe ich einen Kombi langsam in den Stellplatz vor die Dusche fahren. Suzie Q steigt aus, jung, blond, rotes Bikini, Kurven wie die Strassen hier. Sie schüttelt ihre Mähne, packt ihr Badetuch und stolziert, ach was, das ist einfach ihr Gang, geht in die Dusche. Eine gewisse Nervosität erfasst den Park. Da werden Hundeleinen den Ehefrauen aus der Hand gerissen und in der Laundry vergessene Sachen gesucht. Ein paar Männer schauen ungeniert, ein paar Frauen auch, einfach nicht aus dem selben Grund. Ich hatte sowieso gerade am Heck zu tun. Vertieft in meine Verrichtungen steht plötzlich Sabina neben mir: "Wenn Du mir jetzt die Wäsche aus der Laundry holst, siehst Du sie auch noch von vorne!" Dankbar nahm ich an.

Welches Unglück, die Blondine nimmt nur eine Dusche hier. Ein bisschen Freude hat sie uns gegeben, aber da ist sie schon wieder weg. Eine gewisse Enttäuschung liegt in der Luft. Die Brust sinkt wieder auf den Bauch. Und die aufgekommene Hektik weicht dem normalen Lagerleben. 

Und viel später, wenn wir dann noch die fehlende Pasta-Sauce im 10 Meilen entfernt gelegenen "Fry's" geholt haben, sink' ich müde ins Bett. Natürlich spreche ich nicht des Säufers-Gebet: "Müde bin ich, geh zur Ruh', decke meinen Bierbauch zu. Lieber Gott, gib mir wieder Durst, alles andere ist mir Wurst!" Nein, das wirklich nicht. Aber ein kurzes "Gib mir mein täglich Bud light"... ja, das liegt schon drin...

Flagstaff ist der Ausgangspunkt nach Sedona und Jerome, einer Ghost Town. Ueber den Oak Creek Canyon geht's nach Sedona mit seinen Red Rocks und diversen anderen sehenswerten Orten. Sedona besuchten wir zweimal, vor allem, um über die Devils Bridge zu laufen, die man in einem zweistündigen Fussmarsch und ein paar Klettereinheiten erreicht. Ich muss mir ja nichts mehr beweisen und ausserdem muss jemand fotografieren. Auch das junge Pärchen vor uns schaffte es auf dem Arch nicht in die Mitte, sondern wie Sabina, nur einen Drittel.

Der Messi in der Ghost Town von Jerome, auf einer atemberaubenden Passstrasse zu erreichen, der mit seinem Wahn auch noch gutes Geld verdient, hat uns gefallen. Das Dorf selber zählte zu seinen besten Zeiten 15'000 Einwohner, bis in den frühen 1930er Jahren die Kupferpreise ins Bodenlose fielen. Vom Bodenlosen ist aber noch ein Schacht einer Mine erhalten, der fast 700 Meter tief und etwa ein auf einen Meter breit ist. Nachdem irgendwann nur noch ein Bewohner gemeldet worden war, haben Künstler das Dorf in Beschlag genommen und heute darf man deren Flair schnuppern.

Von Flagstaff aus erreicht man mühelos den South Rim des Grand Canyons, aber welcher Southwestern-Reisende kennt diesen nicht?

im Niemandsland zwischen Phoenix und Flagstaff

Miss Campground!
Ausflug an den South Rim des Grand Canyons
 in Millionen von Jahren... wer kennt die Story nicht:-)
Sabina vor dem GC
Devil's Bridge nahe Sedona
in der Ghost Town Jerome
 die Dame ist zum Glück nicht echt...
 gesammelt wird, was nicht niet- und nagelfest ist!
Frauen halt!

the Crown Railroad Café in Flagstaff an der Route 66
die Lavafelder nahe Flagstaff

Hotel Monte Vista... 5 Jahre später sollten wir hier nächtigen
Hotel Weatherford, very good food!

 in den Strassen von Flagstaff
na, das hab ich davon, nach der blonden Schönheit zu glotzen...!

so long guys