730andmore

730andmore
Dieses Blog wurde im März 2010 eröffnet. Am 1. April 2010 starteten meine Frau Sabina und ich zu einer 2-jährigen Weltreise, die uns durch die USA, Karibik, Kroatien, USA, Kanada, Hawaii, Australien und Thailand führte. 730 Tage später waren wir wieder in der Schweiz sesshaft. Das Reisen wird uns nie mehr loslassen. Ebenso die Fotografie.

31. Mai 2010

I wouldn't do that, man!


Und du fährst und fährst und links und rechts nur Wüste und nochmals Wüste. Und Wind. Da unser Trailer nicht gerade eine Ausgeburt an Aerodynamik ist, drückt es uns mal nach rechts, mal nach links. Das fühlt sich an, wie wenn du auf Schnee merkst, dass dein Auto ins Schlittern kommt. Und so, zweimal 300 km in 3 Tagen zurücklegen, gehen ganz schön an die Substanz.


Palm Springs haben wir hinter uns gelassen. Blythe, am Colorado River, unsere Zwischenstation. Blythe ist vielleicht nicht der Arsch der Welt, aber du siehst ihn von dort. Es ist wirklich "out in the pampas". Das sieht man auch den Menschen dort an. Mal ab und zu einen Reisenden "reinzulassen", würde vielleicht ganz neue Gene nach Blythe bringen.  Und doch fühlten wir uns so richtig in Amerika, denn ein paar Fotosujets findet der Suchende doch.





Beim Eindunkeln sollte man aber nicht im Freien sein. Irgend eine Fliegenart fand uns wahnsinnig anziehend und beschloss, gleich mit uns zu ziehen. So haben wir 2 Tage später in Apache Junction (Vorort von Phoenix) einen ganzen Tag verbracht, diese lästigen Dinger wieder aus unserem Trailer los zu werden. Das hat mich aber immerhin zu meiner ersten "short story" inspiriert. 

Phoenix liegt in einer riesigen Ebene. Ich schätze 100 auf 100 km. Gigantisch. Selber 1.5 Mio Einwohner, zählt die Umgebung mindestens 2.5 Mio. Die Stadt wirkte aber an einem Freitagnachmittag vor dem Memorial Day Weekend ausgestorben wie Thusis an einem herrlichen Wintertag. Dass an diesem Tag auch noch irgend ein Comic-Freak Treffen im Convention Center durchgeführt wurde, verstärkte den skurrilen Eindruck noch mehr. Für Golfer; mehr als 200 Plätze in der Umgebung und gezählte 40 Golfclubs!




Der Himmel azurblau und die Temperaturen so hoch, dass wir unseren Water Heater im Trailer auch zum Duschen nicht brauchen. Aus der Schweiz hat uns Karl-Heinz Gebert geschrieben, dass soeben eine Forelle an seinem Fenster vorbei geschwommen sei und Marinella behauptete, dass den Schweizern bald Algen statt Haare auf dem Kopf wachsen würden. Tja, wenn Engel reisen!:-)



Uns zog es in die umliegenden Berge und an die Stauseen. Auf dem Canyon Lake fuhren wir mit einem Steamboat, dessen Schaufeln aber gut gemachte Attrappen waren, dafür konnten wir den Amis beim Frönen ihrer Wassersport-Hobbys zusehen. Ebenso erfreuen wir uns an unserem neuen Hobby, dem Wandern. Wahrscheinlich liegt es wieder mal am Englischen, aber Hiking Trail tönt halt schon wieder geiler als Wanderweg und so werde ich auch in Zukunft auf Hiking Trails hiken!





Mit Amis kommt man leicht ins Gespräch. Und entgegen den früher gehörten Unkenrufen, wissen sie auch erstaunlich viel über Europa und die Schweiz. Gut, das Scherzchen "I would like to have an account there" ist langsam ein bisschen abgedroschen... Dafür verstehen sie meine Scherzchen auch nicht immer, legte ich mir heute doch in der prallen Sonne den Silber-Folien-Frontscheiben-Schutz mit der Innenspiegel-Aussparung um den Hals und verkündete laut, endlich wisse ich, was ich mit dem Ding soll. Sabina fand's urkomisch, einer der Parkwächter schmunzelte leicht, der andere meinte aber entsetzt: "I wouldn't do that, man!"

Das Camperleben übertrifft unsere Vorstellungen. Auch die Entscheidung einen Travel Trailer zu ziehen, war goldrichtig. So sind wir flexibel und kommen jeden Abend heim! Das ist wohl auch der Grund, dass wir noch nie Heimweh verspürt haben. Dank Internet und Skype haben wir natürlich auch Anschluss an die News aus Europa. Und ausser einer tragischen und wie leicht Jugend und Uebermut ein Unglück nach sich ziehen kann (4 Männer im Pfäffikersee, ein Verwandter von uns war leider dabei und verlor seinen besten Freund), können wir uns nicht beklagen.


Aber, dass Alter nicht gleich Weisheit ist, bewies für einmal meine Mutter. Meine Brüder wollten segeln gehen. Meiner Mutters Nachbarin rief aufgeregt die beiden an. Sie hätte ihr telefoniert und einen Klacks gehört und danach nur noch ihren Atem. Auch öffne niemand die Tür. Meine Brüder bestellten Polizei und Ambulanz. Sie aber wollte einfach nur ungestört ihr Bad nehmen und liess das Natel auf den Boden fallen... Auch brachte sie mich letzthin zum Staunen, als wir am Telefon über Kachelmann sprachen. Sie meinte lakonisch: "Ach, diese heutigen Frauen, wegen einer Vergewaltigung gleich zum Kadi rennen..."!

Und so freuen wir uns auf unseren nächsten Trip. Auf nach Flagstaff, wo das Wetter zwar schön sein soll, aber die Temperaturen nur noch knapp die 30 erreichen!

so long





Kommentare:

Anonym hat gesagt…

hi
picture 10: ist das Noldi Schwarzenneger?

sans griesst
kh

Sabina und Gerold Guggenbuehl hat gesagt…

robocop oder so was:-)
Guggi

Anonym hat gesagt…

endlich weiss ich wo meine forelle abgeblieben ist! geniesst das prachtswetterchen. wir haben zur abwechslung wieder einmal grau-in-grau :-) viel viel raum für buntes! liebe grüsse, andrea