730andmore

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Dieses Blog wurde im März 2010 eröffnet. Am 1. April 2010 starteten meine Frau Sabina und ich zu einer 2-jährigen Weltreise, die uns durch die USA, Karibik, Kroatien, USA, Kanada, Hawaii, Australien und Thailand führte. 730 Tage später waren wir wieder in der Schweiz sesshaft. Das Reisen wird uns nie mehr loslassen. Ebenso die Fotografie.

25. Mai 2010

Das warme Palm Springs


Die 12o Meilen von San Clemente nach Palm Springs waren kein Problem. Am Anfang hatte ich noch einen leicht erhöhten Blutdruck, nach einer halben Stunde fühlte ich mich aber pudelwohl, die Bremsen waren perfekt auf einander abgestimmt, so dass Sabina bald vergass, in einem Gespann zu fahren. Von der Gegend bekam ich allerdings nichts mit, da man doch mit höchster Konzentration ans Werk gehen muss und nach 3 1/2 Stunden ohne Halt, war ich am Ziel richtig müde.

Aus unserem klimatisierten Auto wurden wir von den 35 Grad am Schatten völlig überrascht. Der Trailer Park ist sauber und praktisch, mit strengen Regeln wie 10pm Bettruhe und einem wahrscheinlich tauben "mean dog catcher", denn das stundenlange Gebell der Kläffer am Morgen stört hier niemanden. Gerade als wir an die Réception traten, fiel unser Name. Eine ältere Deutsche bestürmte uns, von Heimweh geplagt. Sie wollte ursprünglich nur eine Nacht im Trailer Park bleiben, das war vor 9 Jahren! Die meisten Camper hier sind fest verankert, was man an den Vorgärten vor den wohl nicht mehr fahrtüchtigen Motorhomes sieht.

Palm Springs (146 m ü.M.) liegt in einer riesigen Ebene und Wüste, umrahmt vom Mount San Jacinto (3000 m) und den Bergen des Joshua Tree National Parks. Im Sommer über 40 Grad heiss, fällt das Thermometer im Winter selten unter 18. Die 350 Sonnentage im Jahr ziehen vor allem ältere Semester an.


Palm Springs ist mit seinen auch bekannten Nebenorten wie Indio, Indian Wells und Palm Desert zusammengewachsen. Entgegen meinem Vorwissen sind Palm Springs und Co. Oasen, die bis zu 60 % des Wassers aus dem Grund beziehen. Zirka 4000 Windmühlen versorgen die Gegend mit Strom. Neben all den Palmen also auch in der Energie so richtig grün. Auf über 100 Golfplätzen und 600 Tennisanlagen kann man sich fit halten. Palm Springs wurde vor allem durch Frank Sinatra und seine Hollywood-Kollegen bekannt, die hier in einer der angenehmsten Klimazonen ihre Feste feierten. Dem langjährigen Bürgermeister Sonny Bono trauert man heute noch nach. Er starb im '98 bei einem Skiunfall und war Schauspieler, Sänger und Politiker. Wir kennen ihn von Sonny and Cher. Er schrieb legendäre Hits wie And the beat goes on, Worte, die auch auf seinem Grabstein stehen.

Neben dem touristischen South Palm Canyon Drive, eigentlich der Highway 111 (tönt halt schon geiler als Krähbühlstrasse, eigentlich Kantonsstrasse 4A), besuchten wir The Living Desert, den Tahquitz Canyon, den Palm Canyon, den Salton Sea (den Text über diesen Ausflug habe natürlich ich, NACH unserem Ausflug geschrieben) und den Joshua Tree National Park.

Aus The Living Desert müsste man wohl meinen Seklehrer, Jacky Müller (Botanik als Hobby), gewaltsam entfernen. Da ich schon damals die meisten Bio-Stunden vor der Türe absolvierte, erfreute ich mich an den warmen Temperaturen und an meiner Frau, die gemessen an der Anzahl der fotografierten Pflanzen und den paar Tieren gut und gerne eine Tochter von Jacky sein könnte.

In einem Anflug von Panik besorgten wir uns eines Abends kurz vor Ladenschluss (das ist hier um 10pm) noch Wanderschuhe, las ich doch, dass man auf Wanderungen in den Canyons genügend Wasser mitnehmen und festes Schuhwerk tragen sollte. Voll ausstaffiert, machten wir uns am nächsten Morgen auf den 2 1/2 Meilen Rundweg im Tahquitz Canyon. Tahquitz war mal der Beschützer der Schamanen, bis er seine Macht missbrauchte und in diesen Canyon verbannt wurde. Immerhin kann er sich auch im Sommer ganz am Ende unter einen etwa 10 Meter hohen Wasserfall stellen und das kühle Nass geniessen. Die Felsformationen waren auch eindrücklich. Als mich dann aber ein junges Paar überholte, er in Turnschuhen und sie in Ballerinas (!) und ohne Wasserbehälter, fühlte ich mich "leicht" overdressed!


Der Palm Canyon ist aber schon von anderem Kaliber. 15 Meilen misst er in seiner Länge. Meine Erwartungshaltung war angesichts des Tahquitz's nicht gerade riesig. Aber der Anblick ist gewaltig. Und steht man erst einmal in ihm, staunt man nur noch. Extrem schön. Und nach jeder Biegung noch schönere Bilder. Majestätische Palmen mitten in bizarren Felsformationen, vom Wasser geformt und wie von einem Künstler platziert. Die Ruhe und Schönheit erfasst Geist und Körper. Und ganz im Ernst, als ich mich am Wegesrand erleichterte und plötzlich ein heftiger Windstoss die Palmwedel erzittern liess, fragte ich mich, ob mich nicht der vertriebene Geist eines Schamanen in die Schranken weisen wollte! Demütig gingen wir heim.











Der Joshua Tree NP ist genau so beeindruckend. Die einzigartigen Bäume und skurile Felsformationen und Blöcke, die wie von einem Riesen hingeworfen wirken, betören wohl jeden Besucher.








Mein Training will ich aber auch hier fortsetzen. Im ein paar Meilen entfernten World's Gym besorgte ich mir einen Tagespass. Als erstes stachen mir in der Auslage zwei Bücher ins Auge: "She's my DAD" und "They called him Sterling". Das Gym ist riesig. Und ich, mit meinem gepflegten 3-Tage-Bart, den blauen Shorts und assortierten Schuhen, passte ganz gut hinein. Nur hatten die anderen auch noch eine Glatze oder doch immerhin eine ganz kurz rasierte Haarpracht. Hey, ich wusste doch nicht, dass der Wahlspruch von Palm Springs "be gay or grey" ist. Nun, grey bin ich ja... Jedenfalls fühlte ich mich im warmen Ambiente nicht ganz unwohl, obwohl ich es wie unter Kampfhunden hielt: "Einfach nicht in die Augen schauen!"

Es war aber schon ein bisschen bizarr. Alles nur Männer, die einander gerne bei den Uebungen halfen und ab und zu gab's zur Belohnung einen Klaps auf den Hintern. Ich zog das Training durch. Die Uebungen für's Gesäss liess ich aber aus. Ganz verschwitzt zog ich mich nachher um. Die Dusche nahm ich zu Hause. Obwohl, ein paar waren ja wirklich knackige Jungs. Ich meine, grey ja, aber... Und ausserdem habe ich nach dem Training immer ein bisschen Mundgeruch...:-)

Nach fast 10 Tagen im warmen Palm Springs ziehen wir mit Wehmut weiter. 9 Jahre wären vielleicht etwas gar lang, aber morgen geht's auf nach Blythe CA, Lake Havasu AZ, Mesa bei Phoenix AZ und dann ins Monument Valley in Utah!

So long Gays, äh Guys!

Und wie sagt Sabina immer? Ordnung muss sein!

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

hola sabina... gäll, mäldsch di, wänn dir d'arbet usgaht?! chönntsch jederzyt so än "palm-wädel-job" ha bi mir ;-) liebä gruess, andrea

Anonym hat gesagt…

Danke für de churzwiligi Bricht und machet witer so (usser villicht d'gay Begägnige für de Geri: die sind Dir glaub panikartig igfahre, oder? ;-)
ciao ciao
Marinella

Anonym hat gesagt…

Hey Gerold, trink ein Bier und lass Sabi weiter fotografieren,... sensationelle Bilder, traumhafte Natur! Wau!
Gruess de Coifför

Anonym hat gesagt…

sie träumt vom ene neue Job!:-)

hey, die gays sind ja au nöd ganz zahm gsi!

Jörg, das letzte Bild habe aber ICH geschossen! Und war immer noch nicht bei einem Hairstylist!:-)
take care Guggi

Anonym hat gesagt…

Yess! Dein Bio Lehrer wird stolz sein!!
Weiter so Forest :-)
PS: Habe schon 1000 ähnliche Bilder meiner Frau beim Staubsaugen gemacht.. lang leben die Machos :-)))
Gruess vom Coifför

Anonym hat gesagt…

:-)
Guggi

Anonym hat gesagt…

Täglich schau ich mir die Bilder an: Ich will nicht glauben das es die Sonne wirklich gibt!
cherrs!
rainman