730andmore

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Dieses Blog wurde im März 2010 eröffnet. Am 1. April 2010 starteten meine Frau Sabina und ich zu einer 2-jährigen Weltreise, die uns durch die USA, Karibik, Kroatien, USA, Kanada, Hawaii, Australien und Thailand führte. 730 Tage später waren wir wieder in der Schweiz sesshaft. Das Reisen wird uns nie mehr loslassen. Ebenso die Fotografie.

2. Mai 2010

"ARE YOU THE BUD LIGHT GUY?"

San Clemente, dieses Freilichtmuseum für Rentner und Betagte. Kein Wunder mit seinen 340 Sonnentagen und 16.6 Grad Celsius Jahres-Durchschnitt.  Wie ihre Nachbarstädte Del Mar und Dana Point auch, von den Gründungsvätern gedacht als Sommer- und Winterresidenzen für gut Betuchte, besticht das kleine Städtchen (70'000 Einwohner) mit putzigen Häusern und Einkaufsstrassen. Aber eben, überall drücken wir das Durchschnittsalter massiv. Nicht mal im Gym zählen wir zu den Aelteren. Direkt an der Hauptstrasse gelegen, darf ich jeden Tag von meinem Stairmaster aus die vorbei schlürfenden Hängeärsche und andere Hänger bewundern!  Da verwundert es nicht, dass der Bestattungsunternehmer an bester Lage logiert. Okay, heute an der Beach habe ich neben den Surfboys ein paar nette Girls entdeckt, aber die sind wieder so jung, dass... ach, ab einem gewissen Alter sollte man sich keine solchen Gedanken mehr machen!

Nur am Sonntag belebt sich das Städtchen. Da fallen die Cliquen der Rocker mit ihren dröhnenden Harleys und ihren ledrigen Klamotten ein. Aber unter ihren Helmen ergraut, sind das natürlich schon lange keine Rocker mehr. Nein, es sind die Prokuristen und Vizedirektoren dieser Welt, die das grosse Heer der Harley-Fahrer stellen. Die, die sich nach der Kirche für ein paar Stunden von ihren quengelnden Kindern und Frauen davonstehlen und am Montagmorgen mit wichtiger Miene und in Anzug und Schlips das Zu-spät-Kommen ihrer Assistentin akribisch im Qualifikationsbüchlein vermerken. Und wenn sie noch eine Runde durchs Quartier donnern, dann nicht, um mit einem "Wheely" ihre Duftmarke zu setzen, nein, die kommen nochmals, weil sie keinen ordentlichen Parkplatz gefunden haben. Oh, du wildes Amerika! (das bezieht sich natürlich nicht auf europäische Harley-Freaks:-)

Und wir hüten nun das Haus inmitten der grauen Panter dieser Stadt. Ob das mit dem Hüten eine so gute Idee war? Erstens war bis zur Abreise unserer älteren Freunde nicht ganz klar, wer da wem einen Gefallen getan hat. Okay, es entlastet unser Budget, aber sie hätten während ihres Hawaii-Urlaubs ja auch einen Housekeeper bezahlen müssen. Und so hausen wir in fremden Wohn- und Schlafzimmern, die so gar nicht nach unserem Geschmack eingerichtet sind. Und dann die Küche. Die ist riesig, mit gezählten 34 Schränken und Schubladen. Die sind bis zum Bersten gefüllt. Und so mancher Einkauf wird wohl während den Jahren vergessen worden sein. Ich bin mir nicht mehr so sicher, ob die kleinen Tierchen, die manchmal über die Theke kriechen, wirklich von draussen kommen! Und eigentlich sollten wir schon lange am Reisen sein. Okay, ich bin undankbar. Aber man sollte darauf achten, wen man sein Haus hüten lässt...

Save your money! Der absolute Volkssport Nummer eins hier. Jede Radiowerbung buhlt um sparende Kunden, auf jedem Kassenzettel und auf jeder Quittung bekommst du deinen "one dollar-off" Gutschein. Ob bei Trader's Joe (unserem Landi), ob bei Carl's Junior (unserem McDonald), wo auch immer, du musst dich fast vorsehen, dass sie dir diese Zettelchen nicht in die Tasche stopfen. Und die Amis nützen das auch ordentlich. An jeder Kasse werden die Gutscheinchen dem Kassierer ins Gesicht gestreckt, da wird gerechnet und abgezogen. Bei höheren Beträgen, so ab 5 Bucks, werden dann aber schon mal die "Picture-IDs" verlangt.

Save your money! Das habe ich am Abend nach dem Erdbeben in der Hilton-Bar ganz sicher nicht gemacht. Hey, ich hatte einen ordentlichen Schreck und bestellte, was das Zeug hielt. Als wir am anderen Tag um 4pm in der Bar Platz nahmen, begrüsste mich die neue Kellnerin mit: "ARE YOU THE BUD LIGHT GUY???" Hey, die meinte nicht den aus der Werbung!

Ach, ich liebe dieses Land! Ich hoffe, man merkt es!:-)

Schlafzimmer
Küche
Wohnzimmer
Aussicht

so long

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

undankbares jungvolk... genau! hier ist's kalt, grau, neblig und (über mir) dröhnte vor ein paar minuten noch die patrouille suisse während ihrer übungsrunden! tststs... das "königliche" schlafgemach sowie die braune grossküche samt wohnzimmereinrichtung der marke 70plus würden mich bei der aussenansicht nicht wirklich stören und das schöne ist: eure augen sehen das auch wirklich noch alles... bei den grauen pantern dürfte die wahrnehmung doch schon etwas reduziert sein ;-) liebe grüsse - andrea

Anonym hat gesagt…

da hast Du absolut recht!Guggi

Karl-Heinz hat gesagt…

… für meinen Geschmack sind die Bettpfosten zu nah an der Wand – und der vordere linke Pfosten ist so nett durchgebogen – hey das sind nicht eure Möbel!

grüess us züri

"Auch die zweite Wochenhälfte bleibt wechselhaft, wenig sonnig und immer wieder nass".

Anonym hat gesagt…

Guggi, pass auf dass sie dir nicht vor lauter
Bud light irgendwann mal sagen are you the bud heavy guy.. aber gehst ja häufig ins Gym um die Ecke ''Schwabbelärschchen'' schauen,, Gruss Tuf

Anonym hat gesagt…

Warte erst, bis wir hier weg sind! Dann sind nicht nur die Bettpfosten durchgebogen ;-))) So long, Sabina

Anonym hat gesagt…

As long as they don't say this (Schwabbelärschchen) to me, I'm happy and have a Bud Light more ;-) Sabina